Munchkin 1: Das Kartenspiel
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Munchkin ist kein wirklich neues Spiel. Steve Jackson Games brachte dieses witzige Kartenspiel schon vor Jahren auf den Markt und erweiterte es ständig um die eine oder andere Ergänzung. So kann es fast schon als eigenständiges Spielsystem angesehen werden.
Der wohl letzte Schritt in dieser Reihe war Munchkin das Rollenspiel¸ das komplett mit Spieler¸ Spielleiter und Monsterbuch aufwartet.
Leider sind ja nicht alle von uns der englischen Lautung in ausreichendem Maße fähig¸ so blieben doch einige vor diesem abgedrehten Spaß verschont. Pegasus hat sich nun entschlossen das Urprodukt der Munchkin Reihe auf Deutsch erscheinen zu lassen. Wir haben das abgedrehte Kartenspiel mal angetestet.
Worum geht's? Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Abenteurern und erforschen einen Dungeon. Gewonnen hat der¸ der als erstes auf Level 10 aufsteigt. Im Gegensatz zur üblichen Kooperation in normalen Rollenspielen¸ geht es darum die Mitspieler möglichst gut über den Nuckel zu ziehen¸ damit man selber die meisten Schätze und Artefakte raffen kann.
Alle Spieler beginn als Klassenloses Etwas mit einem Charakterlevel von eins dazu noch einige Attribute. Der Charakter kann das sein¸ was er will¸ vorausgesetzt er hat die entsprechende Karte auf der Hand. Du willst zaubern? Wenn du eine Zauberkarte hast¸ kannst du das. Hier kann also endlich jeder Spieler der omnipotente Übercharakter sein.
Der Ablauf ist in jeder Runde gleich. Es wird eine Abenteuerkarte gezogen¸ die enthält meist ein Monster¸ aber auch mal eine Klasse¸ einen Fluch¸ eine Rasse oder eine Sonderkarte. Nun heißt es entweder kämpfen oder einsacken. Da wir die meisten Monster nicht allein schaffen fragen wir unsere Mitspieler¸ ob sie uns helfen¸ dafür würden sie auch was von der Beute abbekommen.
Jetzt müssen wir das Monster nur noch mit unserem Stärkewert überbieten um es zu besiegen. Dabei können alle Stärkewerte der an der Monsterplätterei beteiligten addiert werden. Der Lohn sind eine oder mehrere Schatzkarten¸ ganz wie auf der Monsterkarte angegeben. Diese Schatzkarten werden unter den am Kampf beteiligten aufgeteilt. Derjenige der die Karte gezogen hat¸ steigt zusätzlich um einen Level auf. Später kann man sich Levelaufstiege auch mit Schatzkarten erkaufen.
Wenn wir verlieren¸ können wir immer noch weglaufen. Gelingt das auch nicht mehr¸ dreht uns jedes Monster auf seine eigene Weise durch den Fleischwolf. Aber auch das Sterben ist nicht schlimm¸ denn das heißt nur¸ das man alle Karten verliert¸ das Level bleibt erhalten.
Manche Mitspieler ist uns aber nicht wohl gesonnen¸ kann mitunter daran liegen¸ das man sie betrogen hat oder nicht zum Monstereinfalten eingeladen hat¸ und spielt Karten aus¸ die dem Monster von Nutzen sind oder greift uns selbst hinterrücks an.
Die Regeln sind relativ schnell verständlich und lassen nach den ersten Runden das Spiel schnell weitergehen. Die ersten Level sind teilweise recht haarig zu schaffen und werden noch sehr kooperativ absolviert. Dann wird das anders und meist versucht man nur selber mit dem Arsch an die Wand zu kommen und den Mitspieler möglichst schmerzhaft zu linken.
Man kann sich die detailliertesten Taktiken zurechtlegen¸ am Ende entscheidet meist doch nur das Kartenglück und oder wie doll man seine Mitspieler verärgert hat.
Die Grafiken stammen aus der Feder von John Kovalic's der in Gamerkreisen sehr bekannt ist¸ unter anderem auch für DORK¸ den Comik der den Munchkin Kult auf die Spitze treibt. In seinen Zeichnungen und den originellen Texten liegt der Reiz von 'Munchkin'.
Ein nettes kleines Spiel für zwischendurch¸ das sich zum Glück selber nicht so ganz ernst nimmt. Mit den richtigen Leuten¸ also Rollenspielern¸ wird es richtig witzig¸ weil da die Seitenhiebe verstanden werden.
