M4: Das Bestiarium (4e)
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Zwei Trends der gesamten Rollenspielszene zeichnen sich ab¸ wenn man einen Blick auf das dritte Quellenbuch der neusten Midgardedition wirft. Der eine ist der Trend zum Hardcover¸ der andere ist es¸ ein separates Kreaturenbuch zu veröffentlichen.
So kommt 'das Bestiarium' als solider Hardcoverband daher¸ der zudem auf qualitativ hochwertigem Papier gedruckt ist. Midgard oder auch Pegasustypisch gibt es auch wieder Lesebändchen¸ zum Markieren interessanter Abschnitte.
Das ganze als Hardcover anzubieten ist sicher sinnvoll¸ zum einen wird ein oft benutztes Buch so deutlich haltbarer¸ außerdem macht es sich natürlich auch besser im Bücherschrank.
Der Band gliedert sich in drei Abschnitte. Zu beginn wird dem Leser allgemeines über die Eigenschaftswerte im Bezug auf die Kreaturen vermittelt. Was zum Beispiel tierische und menschliche Intelligenz unterscheidet.
Wichtig auch das Kapitel über den Kampf und spezielle Kampfmanöver von Tieren¸ wie z.B. den Sturzflug oder den Kehlbiss. Neben dem Kampf werden hier auch Regeln für die Magie durch und gegen Kreaturen aufgestellt und kurz auf nichtmenschliche Kulturen und übernatürliche Wesen eingegangen.
Der zweite und umfangreichste Teil ist das eigentliche Kreaturenbuch. Der Begriff Kreaturen wird dabei sehr weit gefasst. Bei einem Bestiarium denke ich zunächst an Tiere¸ aber hier wird das komplette Aufgebot an Fabelwesen ebenso beschrieben. Dämonen¸ Geister und auch Werwölfe werden im selben Stile beschrieben wie Affen oder Bären. Das macht in einer Fantasywelt durchaus Sinn machen¸ denn dort sind sie ja Teil der Realität.
Wer sich wie ich eine alphabetische Aufzählung der Kreaturen erwartet¸ stutzt zunächst¸ denn dem ist nicht so. Vielmehr werden die Wesen zusammengefasst¸ so findet sich beispielsweise unter dem Begriff Drachen alles von Flammendrache bis Zwergdrache. Es wird jeweils die Tiergruppe vorgestellt¸ sowohl in Werten¸ als auch in beschreibenden Texten¸ die einzelnen Arten bekommen dann¸ je nach Wichtigkeit zusätzliche Texte und ergänzende Werte. Die wichtigsten werden in Aussehen¸ Verhalten und Lebensraum beschrieben¸ jeweils in unterschiedlichen Umfang
Wenn man sich daran gewöhnt hat macht dieses System mehr Sinn als eine alphabetische Anordnung¸ denn die Texte sind ja von allgemeiner Gültigkeit für die Tiergruppe.
Gut gefallen hat mir¸ das eben diese Beschreibungen immer wieder von pseudo-wissenschaftlichen Zitaten von Midgard-Charakteren gewürzt sind.
Den Abschluss bilden einige wenige Seiten¸ die Tabellen mit Kampfstärke¸ Gefährlichkeit und potentiellen Erfahrungspunkten so ziemlich jeder Kreatur und den unvermeidlichen Index mit einer alphabetischen Anordnug der Kreaturen.
Die Wesen¸ die Midgard bevölkern sind größtenteils fantasytypisch oder unserer realen Erde entlehnt.
Den Statistikern sei folgendes mitgeteilt. Es werden 694 Kreaturen vorgestellt¸ 62 mit Abbildungen¸ 387 mit Beschreibungen¸ 141 als Untereinträge über verwarnte Wesen und weitere 166 als kurze Beschreibungen. Insgesamt wurden 357 völlig neue Kreaturen vorgestellt.
Die Grafiken sind zum großen Teil sehr gut¸ bei einigen fragt man sich aber wie haben sie es in diesen Band geschafft¸ denn sie fallen qualitativ gegen die übrigen ab.
Fazit:
Neuartige und nie gesehene Kreaturen wird man aber als Fantasyerfahrener Leser vergeblich suchen.
Trotzdem in solides Werk¸ dessen Inhalt hält was der Titel verspricht. Somit ist der Band ein Teil der Midgardgrundausstattung.
