In Nomine¸ de Luxe
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Kurzbeschreibung:
Als Dark-Fantasy-Rollenspiel bietet IN NOMINE mit den beiden Varianten
IN MAGNA VERITAS und IN NOMINE SATANIS die Möglichkeit als Dämon oder Engel in die Geschehnisse auf Erden einzugreifen. Tiefschwarzer Humor
vom Feinsten.
Achtung die englische Version ist ernsthafter und düsterer.
IN NOMINE für Nicht IN NOMINE Spieler
In der Rollenspielwelt IN NOMINE's wird der Planet Erde zum Schauplatz eines scheinbar nie enden wollenden Kampfes zwischen Gut und Böse. Die Kontrahenten dieser Fehde sind dabei keine geringeren als Gott und der Teufel persönlich¸ die mit ihren Armeen gegeneinander antreten. Der Spieler kann entscheiden¸ auf welche Seite er sich stellen will. Immerhin ist es eine Frage der Einstellung¸ ob man es vorzieht im Namen des Allmächtigen als Engel für die Sache des Guten zu streiten - und sei es auch mit dem Colt in der einen und der Bibel in der anderen Hand -¸ oder ob man als Dämon Satan den Vorzug gibt -Luzifer für gute Freunde -¸ der zwar einen tiefschwarzen Humor hat und ab und zu etwas cholerisch reagiert¸ dafür aber vor keiner Gemeinheit zurückschreckt. Aus diesem Grund ist IN NOMINE in die beiden Regelwerke IN MAGNA VERITAS¸ von einem Engel geschrieben¸ und IN NOMINE SATANIS¸ das einen Dämonen zum Autor hat¸ unterteilt¸ wobei die Grundregeln bei beiden identisch sind und der Rest ist einfach eine Frage des Standpunkts...
Engel und Dämonen werden im Namen ihrer Aufgabe von ihrem direkten Vorgesetzten¸ einem Erzengel oder einem Dämonenfürsten¸ in menschlicher Gestalt auf die Erde entsandt. Dabei versteht es sich fast von selbst¸ daß für einen Dämonen nur der Körper eines gerade Verstorbenen in Frage kommt¸ der sich nicht immer in einwandfreiem Zustand befindet¸ dessen Seele aber keinen Anspruch mehr darauf erhebt. Manche Dämonenfürsten halten es sogar für einen gelungenen Scherz¸ ihren Untergebenen die Gestalt eines Unfallopfers zukommen zu lassen. Engel hingegen borgen sich Körper¸ deren reine Seele für die Dauer des Aufenthaltes an einem göttlichen Ort zum Büßen weilt. Die Vorgesetzten¸ in deren Auftrag man handelt und damit direkt dem obersten Chef dient¸ können von dem Spieler zu Beginn gewählt werden. Es gibt verschiedene Erzengel und Dämonenfürsten¸ deren Stärken auf unterschiedlichen Gebieten liegen (z. B. Dominik¸ Erzengel der Gerechtigkeit oder Beleth¸ Prinz der Alpträume) und die ihren Untergebenen neben Fähigkeiten auch Arten der Regeneration verleihen. Auch verleiht der Vorgesetzte seinem Untergebenen verschiedene Ränge bzw. Grade¸ die mehr Macht mit sich bringen. Außerdem ist der Vorgesetzte immer die Instanz¸ vor der Engel oder Dämon sich für jede ihrer Taten rechtfertigen muß. Und auch wenn man annehmen sollte¸ daß Dämonen mehr Mittel und weniger Moral zur Erreichung des angestrebten Zieles zur Verfügung stehen¸ hat doch Unauffälligkeit auf beiden Seiten höchste Priorität um nicht unliebsame Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Den Dämonen erwartet ein wahres 'Zuckerbrot und Peitsche-System' in dem er Belohnungen erhält oder Fähigkeiten und in schweren Fällen (wobei generelle Mißstimmung des Vorgesetzten teilweise ausreicht) sogar seinen Status als Dämon aberkannt bekommen kann. Engel setzten bei Verfehlungen ihre reine Seele aufs Spiel¸ was auch sie im schlimmsten Falle zu einfachen Dienern werden läßt.
Das Profil eines Charakters setzt sich aus den sechs Eigenschaften Stärke¸ Gewandtheit¸ Präzision¸ Wahrnehmung¸ Ego und Erscheinung zusammen¸ die Werte von eins (schwach für Menschen) bis sechs (sehr stark¸ selbst für Engel oder Dämonen) einnehmen können. Außerdem besitzt jeder Charakter Fertigkeiten um den Erfordernissen eines Lebens auf der Erde gewachsen zu sein. Fertigkeiten werden in Stufen von null bis drei angegeben¸ wobei bei Fertigkeiten die ein Charakter nicht besitzt immer auf Stufe null abzüglich des zur Fertigkeit gehörenden Malusses gewürfelt wird. Fertigkeiten können im Laufe des Spiels mit Hilfe eines Punktesystems verbessert werden. Da Engel und Dämonen sich in ihren Fähigkeiten von normalen Menschen unterscheiden¸ erhält jeder Charakter noch eine bestimmte Anzahl von göttlichen Gaben bzw. übernatürlichen Kräfte¸ die sowohl besondere Fähigkeiten¸ materieller Besitz oder Verteidigungen sein können. Für jede Fähigkeit ob nun Gabe oder Kraft¸ bekommt der Charakter einen Kraftpunkt zusätzlich. Die normalen Kraftpunkte entsprechen dem Egowert des Charakters¸ wobei sie angeben¸ wie es um den physischen Zustand des Charakters bestellt ist.
Bei IN NOMINE wird ausschließlich mit drei sechsseitigen Würfeln gewürfelt¸ die in vorher bestimmter Reihenfolge Einer¸ Zehner und Hunderterstellen einer Zahl angeben. Erfolg oder Mißerfolg einer Aktion¸ außer bei direktem Wurf auf eine Eigenschaft¸ der mit nur einem Würfel durchgeführt wird¸ kann mit diesem W666 bestimmt werden. Dies wird zusätzlich erleichtert durch die Verwendung einer Universaltabelle¸ auf der Konstellationen von Fertigkeitsstufen und Eigenschaftwerten zweistellige Zahlen zugeordnet sind¸ die unterboten oder erreicht werden müssen. Bei einem W666 entscheiden die beiden ersten Stellen über den Erfolg¸ wobei die Einerstelle den Effekt angibt. Die Universaltabelle vereinfacht nicht nur die Anwendung von Fertigkeiten¸ sie ermöglicht es auch Kämpfe zeitsparend abzuwickeln. Zwar stehen den Engeln und Dämonen alle bekannten Waffen und manch technische Neuentwicklungen genauso wie Schutzkleidung zur Verfügung¸ jedoch erlaubt der Einsatz von übernatürlichen Kräften eine effektivere Art des Angriffs oder der Verteidigung. Denn obwohl der physische Kampf die einfachste und direkteste Form der Konfliktlösung ist¸ ist er auch die schmutzigste und nicht gerade unauffälligste. Auch wenn er am schnellsten Ergebnisse zeigt¸ wird negative Publicity¸ die sich bei einem Blutbad kaum vermeiden läßt¸ in den höheren Kreisen nur ungern gesehen und nicht selten mit Sanktionen geahndet. Der eigentliche physische Kampf wird in einer Serie von Runden abgewickelt. Jeder Charakter kann zuerst eine seiner mentalen Fähigkeiten einsetzten¸ wobei der Charakter mit dem höchsten Egowert beginnt. Danach handeln die Charaktere in Reihenfolge der abnehmenden Gewandtheit. Bei einem Angriff und erfolgreichem Trefferwurf wirken sich die Folgen sofort auf den getroffenen Charakter aus.
Zwar gibt es bei IN NOMINE auch einen kurzen Absatz zu Massenkämpfen¸ Flucht und ähnlichem¸ jedoch werden Anhänger eines ausgeklügelten Kampfsystems eine Enttäuschung erleben. Denn tatsächlich kommt es bei diesem Rollenspiel viel eher auf Raffinesse oder Hinterhältigkeit an¸ wenn man sich als überirdisches Wesen in den Reihen der Sterblichen unauffällig bewegen will. Denn wenn einen auch kaum irdische Strafen schrecken können¸ sollten doch der himmlische Ehrenkodex oder die Peitsche des Vorgesetzten größere Ausschreitungen verhindern. Magische Fähigkeiten gibt es in diesem Rollenspiel ebenfalls nicht¸ denn die Gaben und Kräfte sind schon Magie und damit auch Macht genug.
IN NOMINE ist ein Rollenspiel¸ durch das sich aufgrund des oft schwarzen Humors¸ vor allem bei IN NOMINE SATANIS¸ streng gläubige Spieler angegriffen fühlen könnten¸ die in diesem Falle besser auf ein anderes System zurückgreifen mögen. Für all diejenigen¸ denen stundenlanges Beten um Gottes Beistand¸ oder aber die mühevolle Beschwörung eines Dämonen zur Erlangung überirdischer Macht zu anstrengend und zu wenig ist¸ haben hier die Möglichkeit nahezu unbegrenzt mächtige Charaktere zu führen¸ wobei auch die böswilligsten schnell merken werden¸ daß nur böse oder gut zu sein auf die Dauer auch nicht weit führt. Hauptsächlich sind Köpfchen und Geschick gefragt um die Aufträge zu erfüllen. Die ersten Runden von IN NOMINE erfordern zudem einige Erfahrung und Improvisationstalent seitens des Spielleiters¸ denn wie bei einigen Spielen die mit einer Universaltabelle arbeiten¸ können nicht alle Situationen abgedeckt werden¸ auch wenn flüssiges Rollenspiel begünstigt wird. Außerdem müssen einfach nie dagewesene Probleme auftreten¸ wenn man sich mit Engel und besonders mit Dämonen einläßt.
Achtung: Die deutsche und französische Ausgabe sind rein satirisch¸ jedoch hat Steve Jackson mit seiner englischen Version ein ernsteres Kapitel aufgeschlagen. Auch gibt es hier nicht so viel Tabellenarbeit wie in der deutschen Version.
