Drachenreiter-Eragon 1: Das Vermächtnis der Drachenreiter
Eragon - für die Meisten momentan wohl eher ein nichtssagender Name und doch könnte er irgendwann einen ähnlich guten Namen haben wie derzeit "Harry Potter". Aber ich möchte nicht gleich nach den Sternen greifen¸ sondern langsam an die Sache herangehen.
Eragon ist der Name eines jungen Romanhelden¸ der ohne seine Eltern bei Verwandten aufwuchs und dessen Name von wenigen Kundigen der Vergangenheit als Omen für eine bedeutende Zukunft gedeutet wird.
Und doch ist Eragon erst einmal nur ein junger Bursche¸ wenn auch einer¸ der furchtloser ist als andere Altersgenossen¸ im beschaulichen Bergdorf Carvahall im Fantasy-Reich Alagasësia.
Eragon wächst in einfachen Verhältnissen auf und hilft seiner Famillie (Onkel und Cousins) durch seine Jagd auf Kleintiere - unter anderem auch in der verwunschen Region "Der Buckel". Eines Tages¸ kurz vor Wintereinbruch findet er dort einen seltsamen großen blauen Edelstein und - nichtsahnend über die wahre Natur des "Steins" - bringt den seltsamen Fund mit nach Hause. Damit löst Eragon damit eine Kette von Ereignissen aus¸ die er weder umkehren noch aufhalten kann.
Durch den blauen Stein wird auch der alte geheimnisvolle Geschichtenerzähler Brom auf Eragon aufmerksam und nach anfänglichem Mißtrauen¸ nimmt ihn Eragon als seinen Mentor an. Derweil ist aus dem wundersamen blauen Stein ein nicht weniger wundersamer Drachen geschlüpft und in diesem Moment endet das Leben des Dorfjungen Eragon - und es beginnt das Abenteuer von Eragon dem Drachenreiter.
Der Drache ist keinesfalls nur ein "Tier" sondern durchaus zu menschlicher Intelligenz fähig - gepaart mit dem schnell heranwachsenden eines machtvollen fliegenden Raubtiers. Zudem entwickelt sich zu Eragon eine Art Seelenverwandtschaft¸ die weit über Freundschaft im üblichen Sinne hinausgeht.
Solch einen starken Verbündeten benötigt Eragon auch¸ denn er wird bald merken¸ daß er nur ganz wenige und teils unerwartete Freunde hat¸ dafür aber umso mehr Verfolger und äußerst mächtige Feinde: der Imperator selbst giert nach dem jungen Drachenreiter und mobilisiert bald all seine Kräfte um den neuen Machtfaktor für sich zu gewinnen - oder für immer von der Oberfläche Alagasësias zu tilgen.
Ich hätte diese Rezension auch mit den Worten "Wenn ein Fünfzehnjähriger einen Fantasy-Roman schreibt..." beginnen können¸ aber dieser Umstand ist allenfalls bemerkenswert¸ nicht jedoch markant für den Inhalt. Christopher Paolinis phantasievolles Erstlingswerk¸ das er im Alter von 15 Jahren schrieb¸ ist in der vorliegenden Ausgabe bereits gereift und von eventuell einmal vorhanden gewesenen Stolpersteinen professionell bereinigt.
Was dem Leser nun geboten wird ist exzellente Fantasy-Kost¸ in der man die Entwicklung vom jungen Eragon zum heranwachsenden Drachenreiter miterleben darf. Dabei sind es nicht nur die vorbeistreichenden Monate¸ die den Alterungsprozeß verursachen¸ sondern vor allem auch die Situationen mit denen Eragon konfrontiert wird. Hier spielen viele Themen eine Rolle¸ die jeder kennt und selbst erlebt hat - rund um Famillie¸ echte Freundschaft¸ Vertrauen gegenüber Fremden und die Konfrontation mit Aufgaben¸ die einem aus dem aktuellen Blickwinkel viel zu groß und gewagt erscheinen.
Eragon ist der erst Teil der Drachenreiter-Triologie. Am zweiten Teil arbeitet der englischsprachige Autor derzeit noch. Wer sich ganz aktuell über die weitere Entwicklung informieren will¸ findet bei Randomhouse eine schön gemachte Webseite. Interessant vielleicht auch die Infos¸ daß Eragon bereits in 20 Sprachen übersetzt wurde und 20th Century Fox einen (Kino-)Film plant.
Fazit:
Während des Lesens hab ich immer wieder darüber nachgedacht¸ woran mich der ein oder andere Teil der Geschichte erinnert und Namen wie Drachenlanze¸ Herr der Ringe und Harry Potter gingen mir durch den Kopf. Doch als ich diesen Band durchgelesen hatte und mit einem Seufzer beiseite legen durfte¸ war mir klar das Fantasygeschichten immer ähnliche Elemente aufweisen und Eragon die Lorbeeren verdient hat¸ die man ihm zuspricht.
Eine schöne Geschichte¸ die man sich einfach mal gönnen sollte¸ wenn man gute Fantasy mag
Eine Rezension von: Dogio http://www.drosi.de