Im Bann des Eichenkönigs (A109) (4e)

Bei einem Volksfest in Andergast kommen die Charaktere einer Bande von Hehlern auf die Spur. Nach dem diese erfolgreich Ausgehoben sind¸ sollen sich die Helden um die Räuber kümmern¸ welche die heiße Ware beschaffen. Eine Reise 'durch das wilde Andergast' (ich finde diese Überschrift einfach herrlich¸ a tribut to Karl May) gelangen sie nach Dreiseenbroich¸ ein kleines Kaff mit 4 Einwohnern und drei Spitzbuben. Seit langer Zeit Stand das Dorf unter dem Schutz und in friedlicher Beziehung zum 'Eichenkönig'¸ einem Waldschrat¸ der schon einige Jahrhunderte im nahegelegenen Forst sein Quartier hat. Doch dann tauchte ein Magier auf¸ der den Waldschrat unter seinen Bann zog¸ um so die Dorfbewohner auszubeuten. Soweit so gut. Die Helden finden das heraus und stellen den Magier um alles wieder ins Lot zu bringen. Nebenbei verhindern sie auch noch die Opferung eines jungen Mannes.
Das hört sich jetzt vielleicht etwas verwirrend an. Und das ist es auf den ersten Blick auch. Das Abenteuer präsentiert sehr viele verschiedene Facetten des klassischen Rollenspiels.. Angefangen von Stadtabenteuer¸ über Reise¸ Detektivarbeit¸ Dungeonerkundung bis hin zum Kampf¸ wird hier fast alles aufgefahren¸ was man so aus Rollenspielen kennt. Dabei wird bewußt auf den Pathoseffekt¸ den man bei den G7 Abenteuern und weiteren finden konnte verzichtet. Hier geht es eben nur um kleine Dinge und nichts¸ was ganz Aventurien erschüttern könnte. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb kann dieses Abenteuer den Spielern und auch dem Meister Spaß bereiten. Ein erfahrener Meister kann hier machen und tun¸ ohne befürchten zu müssen mit offizellen Material zu kollidieren.
'Eichenkönig' richtet sich sowohl an Spieler¸ als auch an Meisterneulinge und hält immer wieder Hinweise zum spieltechnischen Ablauf bereit. Ich möchte aber behaupten¸ das erfahrene Meister und Spieler sicher auch ihren Spaß haben¸ insbesondere dann¸ wenn sie das Abenteuer nutzen um sich in die 4. Edition einzuarbeiten. (so sie denn zu den Auserwählten gehören¸ welche die Basisbox erhaschen konnten) Der Meister bekommt genug Informationen und Hinweise zur Entwicklung des Plots um jederzeit die Kontrolle zu behalten¸ und genug Freiraum um die Spieler an der langen Leine zu führen.
Neben dem eigendlichen Abenteuer gibt es auch noch eine Art Reginalbeschreibung¸ die Informationen zu Stadt und Land Andergast bietet¸ auch werden Ansätze für weitere Abenteuer mit eingebunden.
Grafiken wurden eher sparsam eingebaut¸ ein Trend¸¸ der sich durch die letzten Publikationen fortsetzt. Sie haben einen eher cartoonhaften Stil¸ der mir gefällt¸ aber sicher nicht jedermann's Sache is. Die Karten wurden kopierfreundlich an das Ende des Bandes gesetzt. Der Schreibstil ist angenehm und immer wieder für ein Schmunzeln gut
Fazit:
Im Bann des Eichenkönigs ist sicher kein Klassiker wie 'Das Jahr des Greifen'. Ein nettes Abenteuer ist er aber allemal. Zugreifen!.
Eine Rezension von: Christoph Böhler