Erben des Zorns (A115) (4e)
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Erben des Zorns' führt eine Gruppe von erfahrenen Abenteurern in das Land Almada. Der Hinweis 'erfahren' ist berechtigt¸ nicht nur wegen der großen Gefahren dieses Abenteuers¸ sondern auch weil die Helden wieder einmal in Ereignisse verstrickt werden¸ die ein gehöriges Maß an Hintergrundwissen über die Welt des Schwarzen Auges erfordern¸ will man dieses Abenteuer so richtig genießen.
Almada ist das südliche Reich zwischen dem Mittelreich und Horasien¸ das zudem an die alten Stammesgebiete der Novadis¸ der stolzen Wüstenstämme grenzt. Dies sorgt zwar reichlich für Konfliktstoff¸ hat aber andererseits einen stolzen Menschenschlag hervorgebracht: die Almadaner¸ die schon in der sehr guten 'Almada'-Spielhilfe beschrieben worden sind und die sehr an die irdischen Castillier aus dem 15./16. Jahrhundert angelehnt sind.
Die Helden werden Zeugen verschiedener Überfälle und Aktionen von Novadis¸ die den Landfrieden stören¸ und als rechte Helden setzen sie sich auf die Spur¸ um dem Einhalt zu gebieten. Nach und nach stellt sich jedoch heraus¸ dass diese Sache viel größer und vor allem viel älter ist als sie angenommen haben¸ und wenn sie schließlich gegen Ende des Bandes herausgefunden haben¸ was es mit den 'Erben des Zorns' wirklich auf sich hat¸ dann steht ihnen noch ein fulminantes Finale in einer uralten Kultstätte bevor.
Das Abenteuer gefällt ausgesprochen gut. Es ist zwar in groben Zügen linear angelegt¸ lässt aber den Spielern immer wieder neue Handlungsmöglichkeiten und die Fülle der agierenden NSCs verschiedener Kulturen fördern das interaktive Rollenspiel bestens. Daher auch die Empfehlung 'erfahren'¸ denn in dieser almadanischen Geschichte treten sehr viele Personen auf¸ verschiedene geschichtliche Ereignisse kommen zur Sprache¸ und es ist auch der Spielleiter gut beraten¸ wenn er sich vorher gut informiert¸ welche Ziele die verschiedenen Mächtegruppen eigentlich haben.
Aber der Spielleiter wird in diesem Abenteuer ebenfalls gut unterstützt: hilfreiche Kästen mit Zusatztexten wie z.B. die Wahl der passenden Musikstücke¸ hervorragend gezeichnete Karten und Pläne¸ ein almadanisches Glossar und immer wieder Beschreibungen der jeweiligen Sitten und Gebräuche. So entsteht vor den Augen des Meisters ein plastisches Bild von Almada¸ und er wird sicherlich bald darauf brennen¸ seine Spieler durch dieses bunte Abenteuer zu führen.
Fazit: ein recht gelungenes¸ abwechslungsreiches Abenteuer¸ vor allem für erfahrene Spieler und Meister.
D.G. © Halle der Helden 2003
