Wie Wasser im Sand (A099) (3e)
Dieses Solo-Abenteuer präsentiert sich in einem recht dünnen Heftchen¸ gerade mal 40 Seiten mit immerhin 328 Abschnitten. Das Titelbild ist gefällig anzusehen¸ diesmal ohne jede Spur von Fantasy¸ genauso gut könnte es einen Abenteuerroman zieren. Bei den Innenillustrationen stoßen wir auf zwei neue Namen: Helen Keller und Kirsten Scholz¸ welche beide mit gar nicht mal so schlechtem Erfolg versuchen¸ Caryads Stil zu imitieren.
Das Abenteuer ist für nahezu alle nichtmagischen Charaktere gedacht und führt den Helden auf einer Karawanenreise durch die unbarmherzige Khom-Wüste. Überfälle¸ Sandstürme und eine geraubte Scheikstochter sind die dramaturgischen Höhepunkte der Reise.
Das Abenteuer spielt sich recht leicht¸ so daß auch Anfänger mit diesem Solo-Abenteuer gut klar kommen werden. Die empfohlene Stufenempfehlung von 4 - 6 ist auch berechtigt¸ da man auf dem Weg durch die Wüste doch einige Kämpfe zu bestehen hat. Diese sind in der Regel allerdings schnell abgehandelt und nicht wirklich ein Hindernis beim Durchspielen. Auch die Sterblichkeitsrate ist¸ falls man nicht durch einen Kampf stirbt¸ für ein Solo-Abenteuer relativ gering¸ und es gibt auch kaum 'tote Stellen'¸ wo einem nur lapidar mitgeteilt wird¸ daß hier das Abenteuer für den Helden zu Ende wären.
Somit ein durchschnittliches¸ aber flüssiges Solo-Abenteuer von geringem Schwierigkeitsgrad. Zu bemängeln gibt es allerdings die Kürze der Abschnitte¸ und sehr oft fehlt am Ende eines Abschnitts die Entscheidungsmöglichkeit. So wird man gleich nach dem Start der Karawane durch 12(!) Abschnitte gelotst¸ wo man gar nicht aus kann: das wirkt dermaßen wie ein zerschnittener Text¸ daß es fast störend ist. Hier wär es besser gewesen¸ diese 12 Abschnitte auf einen oder zumindest zwei zusammenzufassen¸ auch wenn dadurch ein länger zu lesendes Kapitel entstanden wäre. Solche Passagen gibt es zudem mehrfach im Heft¸ und das macht denn doch einen etwas zerschnipselten Eindruck¸ es scheint¸ als hätte man da gewaltsam die Texte zerschnitten¸ nur um auf eine höhere Zahl von Abschnitten zu kommen.
Und die schon erwähnte 'Dünne' des Hefts ergibt ein etwas unzureichendes Preis/Leistungsverhältnis (40 Seiten für 20¸- DM). So bleibt ein zwiespältiges Resümee zu fällen: an sich kein so schlechtes Abenteuer¸ aber auch kein besonders herausragendes wegen dieser erwähnten störenden Punkte.
Eine Rezension von: Halle der Helden http://www.halle-der-helden.at
