Schwarzer Druidenwald (A086) (3e)
Schwarzer Druidenwald
"Ysilia, die gebeutelte, von den Schergen des Dämonenmeisters regierte Stadt, wo das Tagwerk aus Knechtschaft und Mühsal besteht und das Land nur Schrecken und Grausamkeit bereithält. Wenn man ein junger Mensch ist, geboren in jener Stadt, und doch im Herzen die Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuern trägt, bleibt einem nichts anderes, als sich eines Tages aufzumachen, um den Weg in die Freiheit zu suchen. Aber auch, wenn die Häscher abgeschüttelt sind, bleibt, fast an der Grenze der Schwarzen Lande, noch ein letztes Hindernis zu überwinden: der Schwarze Druidenwald" (aus dem Rückseitentext des Abenteuers)
Beim Titel des Abenteuers läuft es sicher dem ein oder anderen schon kalt den Rücken herunter und man erwartet gruselige und düstere Atmosphäre, wie sie nicht besser in die Schwarzen Lande passen könnte. Dem ist nicht ganz so, aber wir wollen nichts überstürzen. Das 56-seitige Abenteuer beginnt mit einem Abschnitt, der den Spieler zuerst mit der Hintergrundgeschichte unseres Helden bekanntmacht. Schon jetzt wird der Leser mit einem freundlichen "Du" angeredet. Noch im selben Abschnitt wird sehr knapp dargestellt, wie dem Helden die Flucht aus Ysilia und bis zum Rand des "Schwarzen Druidenwaldes" gelungen ist. Die Person muß hierbei fürwahr unter dem persönlichen Schutz der Götter gestanden haben, anders kann ich mir den Erfolg leider nicht erklären. Eben noch im Gefangenenlager, jetzt schon vor der Schwarzen Sichel!
Wie den meisten neueren Soloabenteuern wird auch hier ein Held vorgegeben, was ich bei der Vorgeschichte des Abenteuers aber durchaus angemessen finde. Der Leser übernimmt die Rolle eines Streuners der 1.Stufe.
Bereits in den ersten Abschnitten des Abenteurs geht es in den Wald. Wer das nicht will und den Wald umgehen möchte, den erwartet kurzerhand der Tod. Auch eine Methode, um den Spieler in die richtige Richtung zu lenken. Was den Helden hinter dem Waldrand erwartet, ist eine Ansammlung phantastischer Erlebnisse, sehr schöner Naturbeschreibungen und tödlicher Gefahren. Eine sehr ungewöhnliche Kombination. Im Laufe der Zeit wird das Abenteuer mehr und mehr zu einem Märchen um den Kampf zwischen Gut und Böse, in dem sprechende Tiere nur eines von vielen "zauberhaften" Dingen ist. Leider kann es häufig passieren, daß dieses Märchen durch Mißlingen von Proben ein vorzeitiges und trauriges Ende nimmt, was natürlich sehr frustrierend ist. Das wirkliche Ende des Abenteuers kommt ziemlich plötzlich und das erfolgreiche Erreichen des letzten Abschnittes ist einzig von einigen Talentproben abhängig.
Fazit: Schwarzer Druidenwald bietet nichts wirklich neues und wer den Roman "Im Farindelwald" von Ina Kramer kennt, glaubt sich manchmal in Albernia anstatt in Tobrien. Empfehlen kann ich das Abenteuer aber durchaus an unerfahrene Spieler, da es außer den Basisregeln nichts weiter voraussetzt und auch ohne jedes Hintergrundwissen zu Borbarad und seinen Schergen spielbar ist. Ein letztes Wort zur grafischen Gestaltung des Bandes: Das Cover halte ich für eines der gelungensten, die je ein DSA-Abenteuer geziert haben und auch die Innenillustrationen von Caryad überzeugen in bekannter Manier...
Der Peis beträgt 26,95 DM.
Eine Rezension von: Frank Reiss