Schwarze Splitter (A093) (3e)
Gleich fünf Kurzabenteuer findet man in diesem Abenteuerband¸ die alle zeitlich nach der Dritten Dämonenschlacht angesiedelt sind und in den neu entstandenen 'Schwarzen Landen' spielen. Angeblich hätten diese Abenteuer Teil der Borbarad-Box sein sollen¸ aber wenn man das dicke Heft (84 Seiten!) betrachtet¸ wird klar¸ das dies den Umfang überschritten hätte. Und fünf Abenteuer für DM 27¸- sind auch ein angemessener Preis¸ da kann man nichts dagegen sagen. Schauen wir uns die 'Schwarzen Splitter' nun näher an.
Ein neuer Name ist für das Cover verantwortlich: Swen Papenbrock hat gute Arbeit geleistet: die Besprechung unter Dexter Nemrod wirkt recht stimmungsvoll und macht neugierig auf den Inhalt des Bandes. Das erste Abenteuer¸ 'Wolfsgeflüster' führt die Helden gleich in direkt hinein in die 'Schwarzen Lande'¸ wo sie es mit einem daimoniden Wesen zu tun bekommen¸ das ein abtrünniger Baron mit seiner Orkhorde zu sinistren Zwecken einsetzen will. Ein kurzes¸ aber nichtsdestotrotz spannendes Abenteuer mit fast linearem Handlungsstrang¸ gerade Recht für einen längeren Spieleabend.
Das zweite Abenteuer 'Im Herz der Finsternis' ist wohl arg gekürzt worden¸ denn es bietet Stoff sicher für mehr als eine Spielesitzung. Kein Wunder¸ begeben sich die Helden doch höchstpersönlich nach Maraskan¸ und zwar in Gebiete¸ wohin nur Irre und Selbstmörder ihren Weg hinlenken würden. Aber immerhin haben sie ein sehr verlockendes Ziel¸ das die Helden erreichen wollen/sollen. So bricht man also mit Booten auf dem Fluß Roab auf¸ um ins 'Herz der Dunkelheit' vorzustoßen¸ eine Reise¸ die flankiert von der grünen Hölle rechts und links¸ stark an 'Apocalypse now!' erinnert¸ und auf dem Landweg werden die Spieler wohl oder übel sich an die 'Predator'-Filme entsinnen. Dies ist natürlich beabsichtigt und sorgt - mit einem schon erfahreneren Spielleiter - sicher für ungemein spannende Spielstunden. Aber damit nicht genug. Es gilt noch einen alten Echsentempel zu durchforschen und schlie0ßlich das Lager des Feindes noch mit heiler Haut zu verlassen! Die Stufenangaben (6-8) scheinen da fast ein wenig zu niedrig gegriffen.
Wie erwähnt ist dieses Dschungelabenteuer teilweise recht kurz beschrieben¸ da muß der Spielleiter noch etwas Arbeit investieren¸ die sich aber auf jeden Fall lohnt. Spielerhelden¸ die glauben¸ sie hätten bereits genügend Urwalderfahrung¸ werden in diesem Abenteuer schnell eines besseren belehrt:
Es folgt nun das Abenteuer 'Wenn Kinderaugen staunen'. Schauplatz ist diesmal das verderbte Oron¸ und auch hier braucht es einen erfahreneren Spielleiter¸ will er den Helden die pervertierten Grauen der moughulanischen Provinz nahebringen¸ in der die Spieler ihre Mission durchführen sollen. Das Finale wirkt hier zwar etwas enttäuschend¸ aber trotzdem bietet dieses Abenteuer seinen Reiz für eine erfahrene Spielgruppe (nicht Heldengruppe).
'In Sklavenketten' ist das vierte Abenteuer¸ und es kann universal eingesetzt werden¸ wann immer die Helden in den Schwarzen Landen in Gefangenschaft geraten. Hier erleben sie am eigenen Leibe¸ wie es ist¸ versklavt zu werden¸ und manch einer wird feststellen¸ daß sich viel geändert hat seit 'Verschollen in Al'Anfa': die Greuel der Sklavenhändler und Versteigerer werden anschaulich aber abschreckend beschrieben¸ und den Helden bleibt wirklich nichts erspart. Das Abenteuer spielt in der verruchten oronischen Stadt Llanka¸ die in aller Kürze aber ausreichend beschrieben wird. Die Möglichkeit¸ mit der die Helden in die Freiheit gelangen können¸ wirkt zwar ein wenig aufgesetzt¸ hier bieten sich vielleicht ganz andere Ideen des Spielleiters an. Ansonsten aber ein solides 'Helden-als-Sklaven'-Abenteuer.
Das letzte der Abenteuer ist dann noch 'Der Zyklop von Neuborn'¸ und dies ist ein recht geradliniges Kommandounternehmen in den Trollzacken. All jene¸ die Kriegsmissionen-Filme a la 'Kanonen von Navarone' oder 'Die Wildgänse kommen' lieben¸ kommen hier auf ihre Kosten. Gilt es doch¸ eine bedrohliche 'Wunderwaffe' zu zerstören¸ mit denen der Feind Rommilys bedroht. Ein wenig Abwechslung vom Schrecken der Dämonenreiche ist es auf jeden Fall und bietet für einen Spielabend ein spannendes Kurzabenteuer.
Zum Abschluß findet sich noch ein Artikel über verschiedene Missionen in den Schwarzen Landen und Tips und Hinweise¸ welche Ziele sich lohnen und was der Spielleiter hier alles beachten sollte. Zusammenfassend gefiel diese Abenteuersammlung wirklich ausgesprochen gut¸ das Preis/Leistungsverhältnis stimmt ebenfalls¸ also kann man die 'Schwarzen Splitter' jedem DSA-Spieler bedenkenlos empfehlen.
Eine Rezension von: Halle der Helden http://www.halle-der-helden.at
