deGenesis - Ein Stern wird fallen (1e)

Diese werden¸ im Gegensatz zum Durchschnitts RPG System nicht dem Charakter im Allgemeinen zugestanden¸ sondern den im Abenteuer besonders geforderten Attributen zugeteilt. So würde der SL bei einem Erkundungsabenteuer die EP zu großen Teilen auf 'Intelligenz'¸ bei einem eher kämpferischen Abenteuer auf 'Konstitution' verteilen. Eine Frage warf sich mir beim ersten durchlesen auf: Wo ist der Teil mit der Charaktererschaffung? Die Antwort ergab sich am Ende des Buches: Es gibt ihn nicht. Im Anhang sind einige vorgefertigte Charaktere zu finden¸ die Erschaffung eigener Persönlichkeiten ist (zumindest regeltechnisch) bei DeGenesis nicht möglich. Dies ist ein Punkt¸ den ich sehr Schade finde¸ denn wer liebt sie nicht¸ die Höhen und Tiefen¸ die ein Spieler beim ermitteln der Werte für seinen Charakter durchmacht? Außerdem wird den Helden in spe so ein Teil ihrer Persönlichkeit geraubt und dem Spieler fällt es schwerer sich mit einem Retortencharakter zu identifizieren. Den Regelteil würde ich ansonsten als gelungen einstufen. Kommen wir nun zum Hintergrund von DeGenesis: Die gesamte bislang beschriebene Welt des Spiels besteht aus der Ramein-Region¸ eine Endzeit Version des heutigen Rhein-Main- Gebietes. Hier wandert und Lebt der Clan der Hand Deis¸ eine traditionelle Vereinigung¸ die 'nach dem Untergang' in diese Region abwanderte und fortan nach Relikten der alten suchte. Diese Relikte sind zum Beispiel Artefakte¸ die nur Schamanen zu bedienen wissen (wie zum Beispiel die 'mit Runen beschrifteten Tastflächen' die in ein seltsames Gerät eingelassen sind¸ aus dem¸ wenn man die Tasten in der richtigen Reihenfolge drückt¸ der Gott Noka mit ihnen spricht¸ und die Oberseite in gleißendem Rubinrot erstrahlen lässt). Der Hintergrund ist sehr düster und vermittelt eine extreme Endzeitstimmung. Nach den Informationen zum Hintergrund¸ folgt das lange und ausführliche Abenteuer¸ in dem die Charaktere auf ihrer Suche nach dem Herz einer heruntergegangenen Sternschnuppe suchen müssen¸ weil diese von einem Schamanen der Hand Deis¸ als Symbol gedeutet wird. Das Abenteuer ist spannend und gut ausgearbeitet und bietet Stoff für viele unterhaltsame Spielabende. Kommen wir zum Schluß noch zu der Anfangs angesprochenen professionellen Aufmachung: Das Buch enthält Grafiken¸ in einer vielzahl und Qualität¸ wie man es nur von wenigen 'kommerziellen' Systemen gewohnt ist. Auch das Cover und das Layout im allgemeinen wirken sehr ansprechend und professionell.
Fazit: DeGenesis ist ein spannendes Spielsystem welches sich aufgrund der einfach gestrickten Regeln gleichermaßen für Anfänger als auch für Fortgeschrittene eignet. Zwar ist das Buch ein wenig unstrukturiert und unübersichtlich¸ doch mit ein bisschen gutem Willen wirkt sich auch dieser Punkt nicht allzu störend auf den Verlauf des Spiels aus. Außerdem besticht DeGenesis durch seine professionelle Aufmachung und den günstigen Preis¸ ist also durchaus zu empfehlen.
Eine Rezension von: Stephan Hilbrandt