Grönland-Saga (d20)
Die Grönland-Sage ist ein neues Abenteuer für D20 aus dem Truant-Verlag. Das 48 Seiten starke Heft im schwarz-weiß Druck ist zweigeteilt. Im ersten Teil befindet sich ein Quellenband und der zweite Teil ist das Abenteuer.
Der erste Teil der Quellenband umfasst acht Seiten und stellt uns Grönland im 15. Jahrhundert vor. Dabei werden die klassischen Informationen für das Land wie Klima und Landschaft geliefert. Aber auch die Nahrung und die damit verbundenen Jagd sind beschrieben. Einen großen Bereich nimmt die Erklärung der Religion und der schleichende Religionsverlust ein. Das ist auch für das nachfolgenden Abenteuer sehr wichtig¸ da es die Grundlage für den Auftrag ist.
Die Wirtschaft und der Handel bilden den Abschluß dieser kurzen Regionsbeschreibung. Die Einfüßler als weitere Bewohner und mögliche Gegner werden noch beschrieben¸ ehe es mit dem Abenteuer los geht.
In der norwegischen Stadt Bergen treffen die Helden den Chefspion des Papstes. Im Abenteuer "Die letzten Tage von Konstantinopel"¸ das demnächst erscheinen wird¸ haben sie diesen eventuell bereits getroffen. Seit Jahren leben die Grönländer ohne Bischof und auch die Nachrichten aus dem fernen Land sind widersprüchlich. Die Helden sollen nun ein Handelsschiff der Handelsprinzessin Elisabeth Camilla besteigen und die Lage in Grönland sondieren.
Die Reise verläuft ohne Probleme und so erreichen die Helden wenig später die Grönland.
Und nun wird es etwas komplizierter. Es gibt drei mögliche Ereignisse die eingetreten sein könnten. Aber es sind auch alle drei oder nur zwei von den drei mit einander kombinierbar.
Fakt ist¸ die Gruppe wird Grönland bereisen und irgendwann auch auf Risto von Turku treffen¸ der sich im weiteren Verlauf eventuell als wichtige Stütze entpuppen könnte.
Das Layout und die Grafiken gefallen. Wie bei den meisten D20 Publikationen aus dem Truant-Verlag sind die freien Spielwerte mit grauen Kästen unterlegt. Die Bodenpläne im Coverinnenteil sind einfach¸ aber aussagekräftig¸ lediglich die Karten von Grönland ist sehr dunkel und gefällt mir nicht so recht. Das Wasser und die Gletscher haben die selbe Struktur und die Örtlichkeiten lassen sich schlecht lesen.
Bei dem Quellenteil fehlen leider die Informationen über die politischen Verhältnisse. Auch ein Statistikteil mit Einwohnerzahl etc. und die Namen der wichtigsten Persönlichkeiten fehlen.
Beim Abenteuer liegt wenig an Handlung zwischen dem Auftrag und der Lösung. Bei 48 Seiten auf kein Wunder. Es wäre außerdem schön gewesen¸ wenn es etwas mehr strukturiert und mit Zwischenüberschriften versehen wäre. Häufig sucht man eine Informationen und findet sie nicht so schnell.
Fazit:
Das Abenteuer kommt genau richtig zur Urlaubszeit. Wenn die Hälfte der Gruppe gerade irgendwo in der Sonne liegt¸ kann man eine neue rein menschliche Gruppe starten und dann dieses Abenteuer spielen. Der Start einer ganzen Kampagne¸ die dauerhaft gespielt werden kann auf unserer Erde¸ ist wahrscheinlich nicht jedermanns Sache und fordert den Master außerdem. Schließlich gibt es genug Spieler¸ die alles besser wissen¸ sich in der Geschichte auskennen und mitten im Abenteuer Fakten aus dem Geschichtsbuch zitieren.
Eine Rezension von: Thomas König