In Labyrinthen - Dunkle Pfade im Osten

Fünf Abenteuer befinden sich in diesem Band. Die bis auf eines schon früher publiziert wurden und aus der Anfangszeit des Chtulhu Rollenspiels stammen. Wies denn das? Werden sich jetzt einige fragen. Nun es ist nicht bei einem schlichten Neuabdruck geblieben. Vielmehr wurden alle Abenteuer erweitert und neu Übersetzt. Viele Ungereimtheiten der alten Abenteuer wurden beseitigt¸ lose hängende Stränge des Plots logisch aufbereitet.
Die Abenteuer sind so konzipiert¸ das sie insbesondere für Neueinsteiger in das System spielbar werden.
Das bedeutet zahlreiche Meisterinformationen¸ die dem Spielleiter zeigen wie er die jeweilige Situation darstellen kann¸ was er beachten sollte um die besondere chulhuide Stimmung aufkommen zu lassen.
Wer jetzt denkt¸ nur Neueinsteiger kommen auf ihre kosten irrt sich. Neben diesen Informationen für Meisterneulinge gibt es immer auch weiterführende Fakten du Handlungstränge¸ die erfahrenen Meistern den Ausbau des Plots ermöglichen. Eben auch jene Hintergründe¸ die in den alten Auflagen fehlten.
Die Abenteuer können sowohl in einer Kampagne als auch einzeln gespielt werden.
Als Bonus gibt es einige Quelleninformationen zum Thema Medizinmänner und indianischer Mythologie¸ sowie einige generelle Anregungen für Spielleiter.
'Das Nest' ist ein altes und klassisches Szenario das keine großen Anforderungen an den Spielleiter stellt¸ denn ist gibt Beispielsweise nur einen relevanten NSC der darzustellen ist.
Schlicht und ergreifend ein Einsteigerabenteuer das in erster Linie mit den Regeln und besonderen Mechanismen des Chtulhu Rollenspiels vertraut machen kann.
'Der Fall' ist eine Adaptation der Erzählung 'der Fall Charles Dexter Ward' die wahrscheinlich vielen Chtulhu bzw. Lovecraft Fans bekannt sein dürfte. Für den Fall das dies so ist¸ werden Variationen zum Verändern der Story angeboten.
'Das entsetzlich einsam gelegene Haus im Wald' ist ein bis dato unveröffentlichtes Abenteuer¸ das eine klassische Situation aufgreift.. Eine Gruppe von Menschen ohne Kontakt zu Außenwelt in eine Extremsituation gebracht¸ die in diesem Fall das Erwachen eines uralten Geistes ist. Das Erstlingsabenteuer eine deutsche Autoren.
'Autonarren' ist ein städtisches Szenario¸ bei dem es um eine mörderische Kraft¸ die sich in Maschinen manifestiert dreht. Die Charaktere werden zunächst mit simplen kriminalistischen Nachforschungen beauftragt¸ dann aber mit der Macht des 'Uhrwekmann' konfrontiert.
'Der Gott im Labyrinth' bringt sie Charaktere in geheime Tunnel die Amerika und England verbinden. In diesen Labyrinthen treffen sie auf einen GROSSEN ALTEN. Eine nicht ungefährlich Konfrontation¸ der sich nur erfahrene Charaktere stellen können.
Alle Abenteuer sind denkbar gut ausgearbeitet und bieten auch Ansätze wie sich mögliche Probleme und Wendungen auflösen lassen. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm¸ den Abenteuern hat die Neuübersetzung durch Wolfgang Schiemchen sichtlich gut getan.
Optisch wurde wieder auf die Illustration mit typischen 20ger Jahre Fotos und schlichten schwarz weiß Zeichnungen gesetzt¸ was sich als passend erweist und das Layout angenehm unterstützt.
Die Kompatibilität zu anderen Systemen ist relativ groß. Ich denke da besonders an den Bereich WOD insbesondere HUNTER. Das Abenteuer 'Das entsetzlich einsam gelegene Haus im Wald' sollte sich aber auch in so ziemlich jedes System integrieren lassen¸ wenn man die Mühe nicht scheut Handouts entsprechend zu bearbeiten.
Wobei wir beim Thema Handouts sind. Ich für meinen Teil bin ein großer Freund von solchen Materialien¸ die man den Spielern in die Hände geben kann¸ davon gibt's hier reichlich. 31 Seiten nur mit Kopiervorlagen und potentiellen Infos für die Spieler. Das dürfte ein Rekord sein. Das beste daran¸ das man einige dieser Texte auch in andere bzw. eigene Abenteuer einbauen kann.
Fazit:
Ein absolut gelungener Band¸ der die gewohnten Qualitäten des Materials für Chtulhu beibehält und sogar noch steigern kann. Für Chtulhu Neueinsteiger ein Muß. Für alle anderen sicher eine lohnende Investition¸ die in Punkto Preis Leistung wohl nicht zu schlagen ist.
Eine Rezension von: Christoph Böhler