Guernsey
Guernsey" ist bereits das vierte Abenteuer aus dem GbR-Verlag¸ und wie die vorhergehenden zeichnet sich auch dieses durch eine optisch gelungene Aufmachung aus und ist wieder mit einer Menge Handouts für Spieler und Spielleiter gesegnet. Sicher ist der Preis auch nicht ohne¸ aber die Qualität stimmt hier durchaus.
Es ist wie üblich schwierig¸ über die Handlung zu rezensieren¸ denn vom Inhalt soll nicht allzuviel verraten werden. Die Spieler begeben sich diesmal mit eigens für dies Abenteuer erschaffenen Charakteren auf die Kanalinsel Guernsey¸ wohin sie nämlich ein befreundeter Brite auf sein Domizil eingeladen hat¸ um ein paar Tage auszuspannen. Der Gastgeber¸ Peter William Hickmott¸ hat hier nämlich eine schöne alte Villa an der Küste erstanden¸ und dieses Landhaus bietet denn auch für den ersten Teil des Abenteuers die Kulisse. Neben den Spielern finden sich nämlich noch andere Gäste hier ein¸ und wenn man als Cthulhu-Spieler mit anderen Persönlichkeiten ein paar Tage in einem abgelegenen Landhaus verbringen soll¸ dann ahnt man vielleicht schon¸ was einem blüht: also¸ erholsam wird's sicher nicht.
In diesem ersten Teil kommt sehr viel Agatha-Christie-Stimmung auf¸ was ja kein Fehler ist. Aber die Geschichte geht viel tiefer und hat einen genial durchdachten Plot. Da müssen die Charaktere wirklich alle Register ziehen¸ um rechtzeitig die Spuren zu erkennen und auch sie zu begreifen. Wirklich eine gelungene Geschichte mit einigen Überraschungen!
Der zweite¸ kürzere Teil¸ führt dann die Spieler noch weg von der Insel (sofern sie überlebt haben)¸ um nun die Ursachen aufzudecken und vielleicht endlich Gerechtigkeit zu üben. Man wird sehen¸ dieser zweite Teil ist mehr optional gedacht¸ bietet aber auf jeden Fall einen sehenswerten Schauplatz und noch ein paar Überraschungen.
Das Abenteuer gefällt also ausgesprochen gut¸ die Handouts sind auf jeden Fall nützlich und die Karten und Pläne sind so übersichtlich¸ daß der Spielleiter gleich loslegen könnte. Allerdings sollten Spieler und Leiter schon etwas erfahren sein¸ im ersten Teil lebt das Abenteuer vor allem von der Kommunikation und vom schauspielerischen Talent der Protagonisten. Mit einer erfahrenen Gruppe wird es sich auf jeden Fall lohnen. Und da das Abenteuer ohne Probleme auch für andere Horrorsysteme leicht umgewandelt werden kann¸ kann man es allen Freunden des viktorianischen Detektiv- und Horrorgenres durchaus empfehlen.
Eine Rezension von: Halle der Helden http://www.halle-der-helden.at
