Cthuloide Welten 05
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Inhalt und Kommentar:
Ich bespreche wahrlich nicht oft Magazine¸ weil ich meist finde¸ das wäre eie einen Spiegel zu spiegeln. Bei den meisten Magazinen ist das auch so¸ das sie hauptsächlich über das Medium referieren. CW sind anders. Hier gibt es Inhalt ohne Ende und damit auch genug Stoff für eine Besprechung.
* Aus den dunklen Zwischenreichen
heißt es wieder bei Wolfgang Schiemichen¸ diesmal mit den Adumbrali.
* Das Geheimnis von Knossos
Ein Abenteuer in den 1920ern auf Kreta¸ von Günther Dambachmair unter Mitwirkung von Matthias Oden verfasst. Es kann deutsche wie auch andere Charaktere (z.B. aus den USA) beglücken. Erst ist man nur zu einer Hochzeit eingeladen¸ doch auf die wird ein feuriger Selbstmordanschlag verübt. Die jungen Eheleute sterben und es gilt¸ die Spur des Attentäters zurückzuverfolgen. Die Charaktere untersuchen ein kretisches Fischerdorf¸ die Höhlen von Gortys¸ erkunden die Lassithi-Hochebene¸ stöbern in einer Klosterbibliothek¸ bis sie dann irgendwann in das jüngst entdeckte Labyrinth des Minotaurus unter den Ruinen von Knossos einsteigen¸ um einen gewissen unheilvollen Plan zu durchkreuzen...
Ein gut strukturiertes Abenteuer¸ das wieder einmal mit herrlichen Handouts und einer sehr stimmigen Atmosphäre aufwarten kann..
* Cthulhu Regionalia: Der Harz
Verfasst von Stefan Geisler und Eva Ponick¸ die beide im Harz leben. Der üppig bebilderte Artikel beschreibt im bekannten Stil eine der unheimlichsten Gegenden in Deutschland¸ mit unzähligen Möglichkeiten für cthuloide Abenteuer. Sagen und Legenden¸ tiefe Stollen in den Bergen¸ Hexen¸ undurchdringliche Wälder¸ Tropfsteinhöhlen¸ verkommene¸ armselige Dörfer...
In der Heftmitte ist eine A3-Karte des Harz mit abgedruckt.
Freut mich als Harzer natürlich besonders Cthulhu einmal reginal betrachtet zu sehen und auch meine eigene Heimatstadt in der Beschreibung auftauchen zu sehen. Denn was ist besser als Orte die man kennt in neuem Licht zu betrachten. Vielleicht machen wir ja mal eine Reise auf den Spuren Cthulhus durch den Harz?
Einen kleinen Anfang mache ich zumindest heute (31.10.) un werde nachher zur Stadtführung gehen¸ die auf den Spuren der großen Verbrechen¸ sofern man davon sprechen kann wandelt.
* Ausgewählte Automobile aus den 1920ern: Deutschland
Gero 'Zodiak' Pappe stellt diesmal deutsche Modelle vor. Nach einer allgemeinen Einleitung über die Situation in Deutschland folgt ein Überblick über die gängigen Marken und dann eine Einzelvorstellung ausgewählter Modelle¸ vom kuriosen Hanomag Kommissbrot bis hin zum noblen Horch.
Was soll ich dazu sagen. Witzig. Witzig ist übrigens auch das Spiel 'Mafia'¸ bei dem man etliche diese Autotypen fahren kann.
* Debunker
Steffen Schütte schreibt zum Thema 'Berufe in den 20ern' über den Debunker als Charaktertyp¸ also einen professionellen Leugner und Entlarver alles Übernatürlichen. Es ist im Spiel natürlich besonders amüsant bei Cthulhu¸ den ewigen Skeptiker zu verkörpern¸ der das cthuloide Wirken ständig rational zu erklären und zu enttarnen versucht¸ nur um dann irgendwann festzustellen¸ dass er es nicht mit Humbug zu tun hat...
Neben zahlreichen Infos die wieder sehr unterhaltsam zu lesen sind gibt es natürlich auch die regeltechnischen Hinweise¸ nach denen so ein Abschnitt schreit. In meiner Runde zumindest ist es so¸ sobald irgendwo was auftaucht¸ was sich interessant anhört¸ will es auch irgendwer spielen. Und wenn es ein Debunker ist.
* Katzenjammer und Scherbenschreck
Über den Einsatz von Aberglauben im Rollenspiel schreibt Marcus Johanus; der Artikel ergänzt damit den Charakterhintergrund-Teil aus dem parallel erscheinenden Spieler-Handbuch.
Guter trefflich formulierter Artikel¸ der dem Spiel noch mehr Details verleihen kann.
* Charles Fort
Holger Kutschmann berichtet in der Reihe 'Personen der 1920er' über Charles Fort¸ Chronist des Unerklärlichen. Fort sammelte Berichte über merkwürdige Geschehnisse¸ z.B. Regen aus Blut¸ in nicht enden wollenden Kompendien. Da fragt sich natürlich¸ ob irgendwelche seiner Beobachtungen vielleicht einen realen Hintergrund haben¸ und ob er selbst möglicherweise über Wissen verfügt¸ das darüber hinausgeht...
Damit wird eines meiner Lieblingsthemen aufgeführt. Alternativer Realitäten. Ja was wäre¸ wenn das real wäre und sich mehr hinter der Person verbirgt? Ganz nebenbei eine ziemlich genau Biografie des Charles Fort¸ die man vielleicht sogar für den Geschichtsunterricht verwenden kann.
* Eine Kulturgeschichte der Cigarette in den 20er Jahren
Ergänzend zur Deutschlandbox bringen wir den Artikel 'Eine Kulturgeschichte der Cigarette in den 20er Jahren' von Sebastian Weitkamp. Wir wollen mitnichten zum Rauchen animieren¸ sondern es geht hier um die Möglichkeit einer rollenspielerischen Vertiefung der Charakterdarstellung¸ denn das Rauchen war in der Epoche allgemein anerkannt¸ auch Frauen taten es inzwischen¸ und man rauchte exotisch und blumig klingende Marken. Als Stimmungsbild der Epoche ist der kurze Artikel allemal interessant.
Diesen Artikel muß ich als noch ziemlich frischer Nichtmehrraucher geflissentlich überblättern¸ da könnten ja sonst die alten Gelüste wieder aufflammen.
* Il Richiamo di Cthulhu
Nachdem wir in CW4 'Cthulhu in Frankreich' hatten¸ bringen wir diesmal 'Cthulhu in Italien'¸ verfasst von Frank Heller und Ciro Alessandro Sacco. Cthulhu hat in Italien eine recht traurige Geschichte hinter sich¸ denn wie hierzulande gingen alle Verlage nach einiger Zeit pleite oder verfolgten Cthulhu nicht weiter¸ mit dem Unterschied¸ dass wir Pegasus haben und die Italiener immer noch keinen Verlag¸ der in der Lage ist¸ in Sachen Cthulhu etwas auf die Beine zu stellen. Es gab nur eine einzige originäre italienische Veröffentlichung¸ einen Lovecraft-Atlas. Mehr dazu im Artikel.
Der Artikel zeigt einmal mehr wie wichtig der Support durch einen Verlag ist¸ der wirklich mit ganzem Herzen hinter einem Produkt steht¸ ist.
* Interview: Sandy Petersen
Im Interview hatten wir diesmal CoC-Erfinder Sandy Petersen¸ live auf Tentacles befragt von Florian Hardt.
* Unter dem Motto 'Spielend leiten - Spieler leiten' folgen einige Anregungen von Thomas Finn zu einem alternativen Charaktererschaffungsmodell.
Solide Tips für Spielleiter¸ die es mal ein wenig anders¸ als im offiziellen Regelwerk halten wollen. Das Tom Finn sowohl als Schreiberling¸ als auch als Rollenspieler sein Handwerk versteht¸ wir deutlich.
Dazu noch News¸ Vernetzte Tentakel¸ die Namenlose Seite¸ und mehr.
Hier findet sich unter anderem ein Ausblick auf die Produktplanungen für das Jahr 2004. Wobei nicht nur Hauseigene Produkte angesprochen werden¸ sondern alles was irgendwie nach großen Alten richt. Ich der ich immer noch auf Delta Green warte bekomme wieder Mut fürs nächste Jahr.
Fazit:
Über das geniale Layout¸ das abselut hochwertige Papier und das unschlagbare Preis Leistungsverhältnis brauch ich an dieser Stelle wohl nichts mehr sagen.
Cthuluide Welten erfüllt die hochgesteckten Erwartungen¸ die man und ich an dieses Magazin stellen.
Wie schon seit der ersten Ausgabe wird hier perfektes Design mit inhaltlich maximalem Nutzwert und zudem ausgezeichnetem Unterhaltungswert kombiniert. Hier kann und sollte der Rollenspieler¸ der auch nur Ansatzweise mit den cthuluiden Settings liebäugelt bedenkenlos zugreife.
