Berlin: Im Herzen der großen Stadt

Der tanzende Faun ist eines dieser Abenteuer¸ bei denen zumindest einer der Spieler aus dem Verkehr gezogen wird¸ somit nicht unbedingt überall auf Gegenliebe stoßend. Es geht darum¸ das einer der Spieler sich in eine Schauspielerin verliebt und als er sie endlich erobert hat neben ihrer verstümmelten Leiche gefunden wird. Die Flucht führt bis nach Italien¸ wo er und seine Freunde auf die Spuren eines uralten Kultes stoßen. Ein gut durchdachtes Abenteuer¸ das Europa zu Beginn des Nationalsozialismus zeigt und damit auch seinen Beitrag zum Geschichtsverständnis leistet. Hier sind die Spieler einmal nicht ständig mit Mythoskreaturen und Kultisten konfrontiert¸ die Gefahren und Verfolger sind viel weltlicher Polizei und Detektive.
Jahrhundertsommer läßt sich als klassische Detektivgeschichte an. Im Auftrag eines Bekannten sollen die Helden seine verschwundene Verlobt wiederfinden. Wie sich herausstellt ist diese unverzichtbar für die Beschwörung eines Mythoswesens¸ der erfahrene Invistigator hat das natürlich längst geahnt. Auf der Spur des Kultes¸ reisen die Spieler quer durch Deutschland und stossen Kathedrale auf die Spuren einer gewaltigen Verschwörung die bis nach Kiew reicht. In Sachsen kommt es schleisslich zum grossen Finale.
Beiden Abenteuern gemeinsam ist¸ das sie zwar in Berlin beginnen¸ aber dann auf ganz Europa ausgedehnt sind. Ich hätte zumindest ein reines Berlin Abenteuer erwartet. Irgend etwas düsteres und bedrohliches direkt in Berlin¸ wäre irgendwie (blödes Wort) cooler gewesen.
Natürlich gibt es wieder einen umfangreichen Anhang mit Handouts und Mythostexten¸ die den Abenteuern mehr tiefe verleihen können Alle im unnachahmlichen Stil der Orginaldokumente oder tauschend echte Imitationen verwendet. Eine der ganz großen Stärken dieses Spielsystems. Dazu kommt die riesige Berlinkarte¸ die wirklich aussieht¸ als wäre es ein Original¸ was nicht verwundert¸ denn es ist der NAchdruck einer Orginalkarte. Hier bekommt man ein Handout für viele¸ viele Spielabende
Fazit:
Die Mischung aus Quellenband und Abenteuern ist mit Sicherheit ihr Geld wert. Layout und Inhalt wissen zu überzeugen¸ auch wenn der Schreibstil teilweise etwas langatmiger gerät als bei vorher erschienenen Bänden. Eine Wehrmutstropfen ist das Fehlen eines reinen Berlin Abenteuers¸ dies wird aber in der 'Cthulhoiden Welten 2' nachgeholt.
Eine Rezension von: Christoph Böhler