Barrayar: Cordelias Ehre
Dies ist eine Rezension aus Der phantastische Bücherbriefdem monatlich von 1980 bis 2021 erschienenen Newsletter vom Club für phantastische Literatur von Erik Schreiber. |
Später wird auf die beiden¸ Aral Vorkosigan ist inzwischen königlicher Regent¸ ein Giftgasanschlag verübt. Die Eltern kommen glimpflich davon¸ doch das Kind Miles wird durch das Gas im Mutterleib stark geschädigt und kommt behindert auf die Welt. Dank der betanischen Medizin überlebt das Kind. Allerdings wird das Kind sein Leben lang sehr schwach sein und unter Kleinwuchs zu leiden haben. In Barrayar ist es jedoch die Regel¸ behinderte Kinder nicht aufzuziehen¸ sondern umzubringen. Cordelia schafft es aber¸ ihr Kind zu retten. Mit Geburt des Kindes wird der Grundstein gelegt¸ die weiteren Bände weiterzuschreiben. Barrayar ist im Vergleich zur Kultur¸ der Cordelia entstammt¸ rückständig. Die Traditionen sind das höchste Gut dieser Kultur und es wird Eifersüchtig darüber gewacht¸ dass niemand daran rüttelt. Cordelia übernimmt die Rolle der emanzipierten Frau. Sie setzt sich damit über alle Gesetzmässigkeiten der barrayarischen Kultur hinweg und schafft sich damit eine Menge Feinde¸ die später auch die Feinde ihres Sohnes werden. Wer sich gegen eine militärische Herrschaft stellt¸ muss mit wehrhaften Gegnern rechnen.
Die Romane der amerikanischen Autorin¸ die mit ihrem Mann und ihrer Familie in Minneapolis lebt¸ werden zum Teil als Kult-Bücher bezeichnet. So weit möchte ich nicht gehen. Genauso möchte ich darauf verzichten diese 'Space Opera' als Militäry-SF zu bezeichnen. Das könnte man schliesslich mit jeder SF¸ in der auch nur ein Admiral darin vorkommt. Z.B. alle Enterprise Romane. Erfreulich ist es allemal¸ wenn der Wilhelm Heyne Verlag sich entschliesst¸ die Bücher neu aufzulegen. Noch dazu¸ wenn es sich um eine überarbeitete Neuausgabe handelt. Scherben der Ehre erschien bereits 1994¸ Barrayar erschien 1993.
Das besondere an den Personen ist ihre besondere Art und Weise. Sie sind nicht in der Schublade Gut und Böse untergebracht. Die Personen sind glaubwürdig¸ vielschichtige Charaktere und je nach der Beschreibung und ihrem Umfeld¸ in das sich der Leser begibt¸ auch wieder sympathisch. Liebevoll werden menschliche Stärken und Schwächen geschildert. Die Personen sind vor allem glaubwürdig. Damit werden die Bücher von Lois McMaster Bujold lesenswert.
Eine Rezension von: Erik 'vom Bücherbrief' Schreiber https://www.facebook.com/erik.schreiber.355