Belagerung

Die Flut der Regeln ist überwältigend¸ bewußt wird aber darauf hingewiesen¸ das man sich die Regeln aussuchen oder hinbiegen kann¸ wie man es möchte¸ um den maximalen Spielspaß zu erreichen.
Belagerungskampagnen benötigen eine lange Spielzeit¸ so wird man selten das Problem haben¸ bei einem Turnier die unterschiedliche Regelauslegung diskutieren zu müssen.
Für Turniere eigenen sich einzelne Abschnitte der Kampagnen¸ die dann als Szenario gespielt werden können. Alles andere würde ohnehin den zeitlichen Rahmen sprengen.
Die Logik der Regeln ist soweit von mir überprüft eindeutig gegeben. Hier wird viel¸ viel Spieltiefe und Langzeitstrategie in das Armalion Spielsystem eingebracht.
Gut hat mir gefallen¸ das auch gezeigt wird¸ wie man aus vorhandenen Miniaturen spezielle für Belagerungen basteln kann. Wie mach ich aus einem Hellebardenträger einen Sapeur?
Der zweite Teil widmet sich der Darstellung neuer Armee bzw. Einheiten. Für viele Leser ist dies vielleicht der interessantere Teil¸ findet sich hier doch alles¸ was über zukünftige Siege und Niederlagen entscheiden kann.
Aventurische Persönlichkeiten werden ebenso erwähnt¸ wie spezielle Fähigkeiten und Gelände.
Auch das Wetter und seine Auswirkungen auf die einzelnen Einheiten¸ werden hier berücksichtigt.
Gliederung und Übersichtlichkeit sind sehr gut¸ alle relevanten Informationen können schnell nachgeschlagen werden.
Die Illustrationen sind zum Teil schon aus anderen aventurischen Publikationen bekannt¸ aber auch zahlreiche neue sind dabei. Der oft etwas comichafte Stil ist vielleicht nicht jedermanns Sache¸ aber mir gefällt er. Zu bemängeln ist die etwas mangelhafte Druckqualität der Fotos¸ sie wirken etwas kontrastarm.
Fazit:
Echt Armalionfreaks werden um den Band schon ob der zahlreichen neuen Armeen und Einheiten nicht herumkommen. Die Belagerungsregeln¸ die zahlreiche neue Optionen und Möglichkeiten in das Spielsystem einbringen¸ sind sozusagen das Bonbon. Anfänger und Gelegenheitsspieler werden von der Unmenge der Information schlicht erschlagen.
Ein Wermutstropfen ist der recht hohe Preis.
Eine Rezension von: Christoph Böhler