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Gesellschaftsspiele - Karten - Camelot Legends

Die Arthus Sage ist immer wieder gerne Thema von Büchern, Filmen und eben auch Spielen. Da gibt es kurze Gastspiele, wie etwa bei dem erwürdig ergrauten Britannia, wo der Kopf von Arthus in einer Spielrunde mit seiner Reiterei ein punkteträchtiges Ziel der einfallenden Angeln und Sachsen Horden ist, oder stark beworbene Flagschiffe, wie das als multimediale Innovation gefeierte König Arthur von Ravensburger aus 2003. Auch ein Rollenspiel - Pendragon - hat sich schon in den 80ern dem Thema gewidmet.
Camelot Legends ist nun eine neue Bereicherung dieser Familie.

Gespielt wird mit 2-4 Personen. Drei gut A6 große farbige Farbtableaus werden mit einigem Abstand voneinander in die Tischmitte gelegt. Sie - zumindest dem Eindruck nach - stellen die drei Orte dar, wo man in der Zeit Arthurs einfach sein musste, wenn man mitmischen wollte. Zur Auswahl stehen Camelot, Cornwall und der Wald.
Neben den Orten gibt es noch ein Kartendeck mit Charakterkarten, einen mit Ereigniskarten, ein paar Sonderkarten und eine Übersichtskarten für jeden.
Von den Charakterkarten erhält jeder 5 auf die Hand, von denen er eine sofort spielen muss. Dieses ist sein Anfangscharakter, dem schnell weitere von der Hand folgen. Wenn ein Charakter gespielt wird, muss er an einen der drei Orte abgelegt werden. Jeder Spieler hat eine Kartenseite bei den Orten für seine Charaktere reserviert.
Die Charaktere sind allesamt aus der Artussaga entnommen - die Spielregel klärt einem netterweise auch mit einem kurzen Absatz über jede Person auf, was besonders bei den unbekannten Helden aus der zweiten Reihe sehr informativ ist. Die Damen und Herren haben unterschiedliche Qualitäten. Zum einen verfügen Sie über unterschiedliche Werte in den Bereichen Kampf, Diplomatie, Abenteuer, Schläue, Ritterlichkeit und Wille. Zum anderen haben sie oft besondere Fähigkeiten, die auf ihrer Charakterkarte genauer erläutert wird.
Die Fähigkeiten sind recht unterschiedlich und beziehen sich oft auf die besonderen Hintergründe der Figur in der Sage. So erleidet Sir Tristan einen Malus von -4 auf seinen Willen, wenn Isolde von einem anderen Spieler geführt wird, bekommt aber einen Bonus im Kampf, wenn sie an seiner Seite ist. Lancelot wird natürlich unter den Augen von Guinevere besser. Morgan le Fay kann fremde Ritter bezirzen und zum Überlaufen bewegen. Merlin beschützt alle Charaktere in seiner Partei an einem Ort vor Angriffen anderer Charaktere, die weniger Willenskraft als er besitzen. Zum Beispiel wären alle Ritter unter den Fittichen von Merlin vor Morgan le Fays Verführungen geschützt.
Wenn jeder sich mit seinen ersten Charakteren vertraut gemacht hat, kann das Spiel beginnen.
Man ist reihum am Zug. Ist ein Spieler dran, dann zieht er zuerst eine Ereigniskarte, darf dann vorhandene Sonderfähigkeiten seiner Charaktere einsetzten, überprüft, ob er Questen gelöst hat und kann schließlich zwei Handlungen vornehmen. Dann folgt der nächste Spieler.
Die Ereignisse unterscheiden sich in unterschiedliche Gruppen. Es gibt Ereignisse, die alle Ritter eines bestimmten Ordens betreffen können, Ereignisse, die versteigert werden - jeder bietet dabei Charakterkarten, und viele Ortsbezogene Ereignisse. Dies sind die schon erwähnten Questen, die in den entsprechenden Ort abgelegt werden und von den Rittern und Damen angegangen werden müssen. So kann in Camelot ein Schwert aus einem Stein gezogen werden, der schwarze Ritter macht den Wald unsicher oder in Cornwall muß ein Bündnis mit den Iren geschmiedet werden. Die meisten Questen können dadurch gelöst werden, dass ein Spieler an dem Ort genug Charaktere zusammen bekommt, um in bestimmten Fähigkeiten einen bestimmten Wert zu erreichen. Der Schwarze Ritter muss von einer Gruppe von Charakteren bezwungen werden, die über 12 Punkte im Kämpfen verfügt. Excalibur kann dagegen nur von einem Charakter aus dem Stein gezogen werden, der im Kampf und Ritterlichkeit zusammen eine 10 aufweisen kann und die sind rar gesät. Die Questen bringen dem Spieler, der sie erfüllt, Siegpunkte und manchmal auch den Besitzt von Sonderkarten oder andere kleine Bonusse. Der Charakter, der das Schwert aus dem Stein bekommt, wird zum Beispiel Hochkönig und bekommt die entsprechende Sonderkarte, die im Laufe einer Partie ebenso wie die Sonderkarte Excalibur eine Art Wanderpokal darstellt, den jeder versucht zu ergattern und bis zum Spielende zu verteidigen.
Mit einer Handlung kann ein Spieler einen neuen Charakter ausspielen, eine Charakterkarte nachziehen, oder ein bis zwei Charaktere von einem Ort zu einem anderen reisen lassen. Mehr als 6 Charaktere von einem Spieler dürfen aber nicht zusammen an einem Ort sein.
Sind alle Questen an den Orten platziert, wird zuletzt eine der Final-Questen aufgedeckt. Dieses ist natürlich ein harter Brocken. Der Spieler, der die Finale Queste erfolgreich besteht, beendet das Spiel. Nun zählt jeder die durch Sonderkarten und Questen gesammelten Siegpunkte. Wer am meisten gehortet hat, ist naturgemäß der Sieger.
An sich ist der Aufbau des Spieles recht simpel. Kompliziert wird es durch die Fülle der Fähigkeiten der Charaktere, die recht mächtige Kombinationen untereinander ermöglichen.
Dies ist vor allem in den ersten Partien der Fall, wo man keinen Charakter kennt und schon viel damit zu tun hat, die Möglichkeiten seiner eigenen Karten im Auge zu behalten. Die Fähigkeiten der Charaktere anderer Spieler nimmt man eigentlich nur dann wahr, wenn sie zum Ärgernis der Mitspieler werden. Richtig Überblick zu behalten ist schwierig, aber glücklicherweise auch nicht unbedingt notwendig.
Wenn man das Spiel öfters spielt, wird es flüssiger, weil man von immer mehr Charakteren die Fähigkeiten, die lohnenden Kombinationen und die vorhandenen Questen kennt. Dadurch kann man effizienter und schneller spielen und die Partien werden dadurch interessanter, dass man mehr Zeit dafür hat, über seinen eigenen Tellerrand zu schauen und die Mitspieler zu beobachten oder zu attackieren.

Camelot erinnert vom Spielgefühl her an Sammelkartenspielen. Das Angenehme dabei ist, dass es sich um keines handelt. Es spielt sich gut zu zweit. Bei vier Personen kann es bei zaudernden Spielern schon mal ein wenig dauern, bis man selber wieder an der Reihe ist.
Es gehört sicher zu den besseren Spielen mit dem Thema Arthus Sage. Wer ein Fan davon ist, mit englischsprachigen Spielmaterial zurechtkommt und sich damit abfinden kann, dass Spiele aus den USA immer ein Stück teurer sind, als vergleichbar ausgestattete Spiele aus Deutschland, dem kann ich Camelot Legends nur empfehlen.


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Volker Hesselmann
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Name: Camelot Legends

Art: Kartenspiel für Gesellschaftsspiele - Karten; Box¸ 107 farbige Karten;

Publikationsjahr: 2004

Preis: 24 Euro / $ 25

Kontakt: Z-Man Games
Homepage: www.zmangames.com

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20