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Fantasy - Games-In: Götterdämmerung

Als erstes bemerkte ich nach dem Aufschlagen des Heftes, daß das Inhaltsverzeichnis aber auch rein gar nichts mit dem mir vorliegenden Abenteuer zu tun hatte (offensichtlich ein drucktechnischer Patzer). Bei der klaren Gliederung des Plots, der guten und sinnvoll illustrierenden graphischen Gestaltung und dem übersichtlichen Layout (deutliche überschriften und Trennung zwischen Spieler- und Spielleiterinformationen) fällt dies allerdings kaum ins Gesicht. Wer liest schon das Inhaltsverzeichnis? Der Lektor offensichtlich nicht ;-).
Eigentlich wollten die Abenteurer nur eine harmlose Schiffsreise unternehmen als ihr Gefährt im Sturm an einem fremden, unfreundlichen Gestade auf Grund läuft. Auf ihrer Suche nach Hilfe treffen sie auf das Volk der Varräger (mit Wikingern vergleichbar), deren Freundschaft und Hilfe es zu erringen gilt. Schließlich stellen sie und ihre Gastgeber fest, daß seltsame Zeichen dem Volke erscheinen, die das Nahen Ragnaröks, der Götterdämmerung, verkünden. Gemeinsam mit den Varrägern ziehen unsere Helden in die letzte Schlacht, in der ihnen eine Sonderrolle zusteht, um schließlich festzustellen, daß alles weniger schrecklich (wenn auch keineswegs harmlos) ist als befürchtet, oder doch nicht? So ungefähr endet das Geschehen, wobei ich nicht verschweigen will, daß dieses komplett allein spielbare Abenteuer demnächst eine Fortsetzung finden wird, in der sich die in 'Götterdämmerung' angedeuteten Handlungsstränge wohl auflösen werden.
Reiz des Abenteuers ist in erster Linie seine Ansiedlung in einer wikingischen Kultur. Fast jede Fantasy-Welt hat ihre Normannen, daher sollte eine Adaption auf andere Rollenspielsysteme nicht schwer fallen (zumal Werte für DSA, Midgard, AD?, RdW und GURPS angegeben sind), wäre da nicht die strenge Orientierung des Abenteuers an den nordgermanischen Mythen, deren Anpassung an die Glaubenswelt fantasygefälliger Pseudowikinger deutlich mehr Fingerspitzengefühl verlangt. Nebenbei bemerkt stellt eine auf germanischer Weltanschauung und Mythologie basierende Spielwelt eine sehr reizvolle Alternative für eine kurze Kampagne dar. Für Nichtkenner des nordischen Pantheons finden sich in der Heftmitte Beschreibungen der wichtigsten Götter- und Sagengestalten, welche in die wikingische Motivation gut einweisen (allerdings der übersicht halber in Details vereinfacht).
Die Darstellung der Varräger ist nah an den historischen Wikingern und ihrer Kultur angelehnt, was der Stimmung des Abenteuers zu gute kommt, wenn mir die Darstellung teilweise doch etwas zu negativ erscheint. Sicher gab es bei den Wikingern Sklaven und Menschenopfer, dennoch waren letztere nicht an der Tagesordnung und Sklaven auch für die wilden Nordmänner kein Schlachtvieh. Insgesamt aber überzeugend.
Da 'Götterdämmerung' zudem noch ein sehr vielseitiges Abenteuer mit Land-, Stadt- und (Unter-) Seeanteilen ist, das einige gute Wendungen und ein vieldeutiges Ende aufweist sowie stilistisch ausgereift ist, kann ich es Wikinger-Fans (aber natürlich auch allen anderen Fantasy-Spielern) nur ans Herz legen.

Eine Rezension von



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Andreas Funke
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Name: Games-In: Götterdämmerung

Art: Abenteuer für Fantasy; 55 Seiten; Softcover;

Publikationsjahr: 1998/2005

Preis: 11 Euro

Kontakt: Games-In
Homepage: www.games-in-vlg.de

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20