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ERPS - Stirnrunzeln der Mutter

Das Stirnrunzeln der Mutter' enthält zwei Abenteuer sowie ein paar Erklärungen zu den ERPS-Spielwerten, die das Heft auch für Spieler anderer Systeme nutzbar machen sollen. Es ist brauchbar gestaltet und sehr schön illustriert - die Stadtpläne dagegen präsentieren sich unmöglich abstrakt.
Das erste Abenteuer, 'Von Drachenau nach Marendar', schildert den Zug einer Handelskarawane, bei dem die SCs einen Wagen bewachen (und bei Gelegenheit den eines Konkurrenten sabotieren) sollen.
Es handelt sich um ein klassisches Anfängerabenteuer: wohl ausformuliert, überschaubare Handlung in einfacher zeitlicher Abfolge. Auch die Ereignisse selbst sind recht bodenständig. Erwähnenswert, daß die Auseinandersetzung mit dem -- auch recht aktiven -- Konkurrenten auf eher harmlosem Niveau geführt werden soll und schließlich vor einer gemeinsamen Bedrohung zurücktreten muß.
Das zweite Abenteuer heißt wie der Band 'Das Stirnrunzeln der Mutter'. War 'Von Drachenau nach Marendar' klein und überschaubar, so wird 'Das Stirnrunzeln der Mutter' bombastisch und anspruchsvoll. Es geht um nichts geringeres als die Umsetzung von Hollywood-Erdbebenfilmen ins Fantasyrollenspiel.
Um dieses Ziel zu erreichen, erfindet der Autor eine Stadt (El Agrat), die allerdings an die Grenzen dessen geht, was ich als stimmige Fantasy betrachte: Bürokratie, Statistik (die Helden können Stadtpläne erwerben, die wahlweise Höhenkurven, Bevölkerungsverteilung etc. darstellen!), 'Ritualsteinwerke' = Fabriken, Hochhäuser mit 6 bis 24 Stockwerken samt Paternoster, touristische Stadtrundfahrten in Kutschen und so weiter. Wenn man aber gewillt ist, diese Dinge hinzunehmen, ergeben sich vielfältige Möglichkeiten.
Ein Priester der 'Mutter' (der Verkörperung der Natur, von deren Verehrung die Stadt sich längst abgewandt hat) erklärt den SCs, diese werde die Stadt für ihren Hochmut bestrafen. Das Wasserleitungssystem samt Staudamm von El Agrat hat die Umlande gänzlich verdorren lassen. Die SCs sollen die (verstockte) Stadt vor dem nicht mehr abzuwendenen Erdbeben warnen, die zuständigen Behörden von einer Evakuierung überzeugen - und nachher im Chaos von Beben und Überflutung (Staudämme sind zum Brechen da) möglichst viele Leben retten. Das Vorgehen bleibt dabei ganz den Spielern überlassen.
Fazit: Beide Abenteuer sind recht gut gemacht. Fraglich ist nur, warum man zwei so unterschiedliche Abenteuer in ein Heft gepackt hat. Anfänger werden von der Erdbebengeschichte ziemlich überfordert sein, während erfahrene Spieler sich mit der Karawane langweilen dürften.

Eine Rezension von



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Stefano Monachesi
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Name: Stirnrunzeln der Mutter

Art: Abenteuer für ERPS; 48 Seiten; Softcover;

Publikationsjahr: 1997

Preis: 13 Euro

Kontakt: Edition Ulisses

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20