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Vampire-Die Maskerade - Schmutzige Machenschaften der schwarzen Hand

Vampire sind Intriganten. Das ist vermutlich selbst jenen bekannt, die kein Vampire: Die Maskerade spielen. Doch unter all diesen Ränkeschmieden tun sich einige Gruppen ganz besonders hervor. So sind insbesondere die Mitglieder der Sekte der Schwarzen Hand so etwas wie die Illuminaten unter den Illuminaten. Und genau diese Gruppierung wird hier vorgestellt. Reine Spieler sollten an dieser Stelle vielleicht zur nächsten Rezension vorblättern.
Das Kapitel Du bist jetzt einer von uns führt in die Motivationen der Hand ein, beschreibt ihre Geschichte, ihre zeitweise Zersplitterung in Ost- und West-Hand und ihre heutigen Umtriebe. Die Schwarze Hand tritt besonders in den Lagern der Camarilla und noch eher des Sabbat mit Tarnidentitäten auf und bildet dort gar ihre eigene Scheinverschwörung, um von sich selber abzulenken. Ihr wird gar vorgeworfen, für Inquisition und kainitische Machtkämpfe verantwortlich zu sein. Faszinierend ist hierbei vor allem das Ziel der Schwarzen Hand, wenn man denn von so einem sprechen will. So kann man die Sekte schon beinahe als philanthropisch bezeichnen, sorgt sie doch dafür, daß kainitische Organisationen keinen zu großen Einfluß auf die Menschheit ausüben, damit diese ihre eigenen Wege gehen kann. Ein solches Motiv in der Hand einer mächtigen Geheimorganisation ist schon eine faszinierende Tatsache und erklärt, warum die Vampirgesellschaft nicht bereits alle menschlichen Organe kontrolliert. Weshalb die Schwarze Hand diese Politik verfolgt, sei hier jedoch nicht verraten, um ein paar Geheimnisse zu erhalten.
Im Kapitel Unleben in der Schwarzen Hand muß selbst den Erzähler die Paranoia überkommen, denn fleischformende Seelenfresser, eine Seuche aus dem tiefen Umbra, die sowohl Mensch wie auch Werwolf oder eben Vampir befallen kann, werden vorgestellt. Ein Seelenfresser übernimmt unbemerkt den Wirt und kontrolliert diesen nach Belieben (erinnert mich ein wenig an eine gewisse Pseudo-X-Files-Serie). Zwar eine interessante neue Facette, doch sollte man hiermit äußerst vorsichtig umgehen, will man seinen Spielern nicht ganz den Verstand und den letzten Rest Vertrauen rauben. Weiter geht es in dem Kapitel mit den Fragen, wie man Mitglied der Sekte wird und wie man sich als solches zu verhalten hat, welche allesamt zufriedenstellend beantwortet wurden. Spieltechnisch werden kurz neue Riten und Praktiken, Gesetz und Glaubensrichtungen, sowie ein optionales System für Diablerie eingeführt, welches das Trinken des Blutes anderer Vampire zu einer nicht ganz ungefährlichen Praxis macht.
Im Kaptel Das Blut der Unseren werden die Clans beschrieben, welche insbesondere in der Schwarzen Hand vertreten sind. Verschiedene Untergruppierungen sowie die brüchigen Verbindungen und unerbittlichen Feindschaften zu anderen Gemeinschaften und Völkern werden darüber hinaus skizziert, so daß ein recht komplettes Bild des Einflußbereiches der Hand entsteht.
Das anschließende Kapitel Bessere Bastarde enthält die Möglichkeit bei der Charaktererschaffung ältere und mächtigere Vampire zu generieren, was für Mitglieder der Schwarzen Hand unerläßlich ist. Darüber hinaus finden sich aber auch drei weitere vampirische Blutlinien (Nagaraja, Tzimisce des Alten Landes, Wahre Bruhja), die teilweise Gegenpositionen zu bereits bestehenden Clans darstellen, und für sich genommen ein wenig blaß bleiben. Da im Anschluß aber auch drei sehr ungewöhnliche und interessante neue Pfade (Der Pfad Liliths, Der Pfad des Verdorrten Herzens, Der Pfad der Selbstbesinnung) eingeführt werden, ergeben sie in Kombination mit den drei Blutlinien einen faszinierenden Charakter. Die drei Pfade sind übrigens so angelegt, daß sie einerseits weitgehend menschenfreundlich, andererseits jedoch nicht gerade zimperlich sind, jeder aber auf seine eigene einzigartige Weise. Damit passen sich die Pfade gut in die Ideologie der Schwarzen Hand ein. Neue Fähigkeiten, neue Hintergründe sowie neue Vorzüge und Schwächen werden angeboten, die gleichwohl gegenüber den neuen Disziplinen geradezu verblassen, da sich diese als äußerst mächtig erweisen. Nicht uninteressant sind auch die Texte über Ghule und Ghulfamilien, die jedoch in Verbindung mit den Clanbüchern: Tzimisce und auch Tremere mehr hergeben.
Enoch, die Stadt, die Kain erbaute wird in Kapitel fünf beschrieben. Sie befindet sich in den Schattenlanden der Unterwelt und bildet das Zentrum der Macht der Schwarzen Hand. Ein geheimnisumwitterter Szenarioschauplatz der besonderen Art, vorzüglich für eine Gothicpunk-Welt. Man hätte ihm aber ruhig ein paar Seiten mehr gönnen können. Da muß ich nur wehmütig auf die sich anschließenden 20 Seiten Beispielcharaktere schauen, und merke, daß genug Platz vorhanden wäre. Einige Hauptfiguren der Sekte, sowie spieltechnische Werte für Seelenfresser bilden den Abschluß des Buches.
Mein Fazit fällt leicht. Der Quellenband hat mir viel Spaß und Lust aufs Intrigieren gemacht. Das Layout ist hingegen wenig atemberaubend, da ich schon suchen mußte, um unter den vielen Bildern auch nur eine Illustration des Textes zu finden. Der Inhalt macht dieses Manko zweifelsohne wett. Der Preis liegt wie bei vielen Welt der Dunkelheit Produkten allerdings ein wenig hoch. Bedenkt man, daß Schmutzige Machenschaften der Schwarzen Hand erst richtig Spaß macht in Verbindung mit dem Spielerhandbuch Sabbat, wird das schon ein teures Vergnügen. Sieht man davon ab, erhält man eine Menge Anregungen für weitere Spielabende. Dringend Abraten vom Kauf möchte ich hingegen allen Werwolf-Spielern, deren Weltbild nach dieser Lektüre ernsthaft gefährdet sein könnte.

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Name: Schmutzige Machenschaften der schwarzen Hand

Art: Quellenmaterial für Vampire-Die Maskerade; 128 Seiten; Softcover;

Publikationsjahr: 1997

Kontakt: Feder&Schwert

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20