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Transhuman Space - Broken Dreams

Der Inhalt
Es ist nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen" anno 2100; denn während einige Teile der Erde in nie gekanntem technologischem Komfort leben, sind weite Gebiete der Welt unterentwickelt und können von den Errungenschaften der Fünften Welle nur träumen. Während ein großer Teil Europas und die USA/ Kanada in nie gekanntem technologischem Fortschritt schwelgen, sind Regionen wie Afrika, Teile Asiens oder Südamerikas weit zurück. Zwar bemühen sie sich, neue Technologien zu bekommen und den Abstand zu den Staaten der Fünften welle zu verringern, aber das bringt wieder neue Probleme mit sich, da es gut sein kann, dass eine neue Technologie auf Ablehnung und Widerstand in der eigenen Bevölkerung trifft.
Das Buch gibt im ersten Kapitel einen Überblick und Erklärung über diese Phänomene, wenn gleich es im dritten Kapitel einen Einblick gibt, der mehr in die Tiefe geht. Kapitel eins liefert daneben noch eine Erläuterung der zwischenstaatlichen Beziehungen und den Einfluss von Memes, Religion etc. auf diese Beziehungen.
Im zweiten Kapitel werden das islamische Kalifat, das große Teile der arabischen Welt umfasst, und die Transpacific Socialist Alliance näher beleuchtet. Während Erstere einen Verband arabisch-muslimischer Staaten darstellt, ist die TSA so was wie der böse Bube des 22. Jahrhunderts. Dort wird das kommunistische Motto weiter gelebt, vor allem im Bezug auf Eigentum. Copyright wird als unwichtig erachtet, was in einer Welt des globalisierten Handels nicht gut ankommt (und auch zum Pazifischen Krieg führte). Die TSA wird dabei aus asiatischen und einigen amerikanischen Staaten gebildet, u.a. Indonesien, Peru und Vietnam. Beide Regionen der Welt werden sehr ausführlich vorgestellt und dabei alle Aspekte von Kultur über Alltag bis hin zu Menschenrechtsfragen erläutert - was in einer Welt der existierenden künstlichen Intelligenzen und Bioroids schon komplex sein kann.
Wie oben erwähnt behandelt das dritte Kapitel des Buches die Schwierigkeiten, mit denen sich die aufstrebenden Länder im Transhuman Space-Universum herumschlagen müssen. Es geht zum Großteil um die Probleme, die die Bevölkerung der Staaten mit der konstanten Weiterntwicklung der Wissenschaft und Technologie hat, sowie um die Beziehungen zwischen den hoch entwickelten Staaten und der restlichen Welt.
Keine Welt ohne Krisen, Kriege und Konflikte. Das vierte Kapitel beschreibt Ursachen für die Entstehung von Konflikten, seien sie innerstaatlich oder grenzüberschreitend. Hier kommt die düstere Seite des Buches sehr schön zum Vorschein und teilweise echtes Cyberpunk-Feeling auf. Denn auch wenn die Menschheit zu den Sternen fliegt und Menschen 140 Jahre alt werden (können), ist die Welt noch immer ein gefährlicher Ort - vor allem in Anbetracht einer Weltbevölkerung von 11 Milliarden Wesen…
Nairobi, Los Angeles und Alma Ata sind einige der größten und wichtigsten Städte der Transhuman Space-Welt - aus noch so verschiedenen Gründen - und werden im fünften Kapitel näher vorgestellt.
Den Abschluß des Buches bilden wie gewohnt neue Charaktertypen und Technologien (inklusive neuer Biomodifikationen).

Die Aufmachung
Transhuman Space wird sicherlich nie als das Rollenspiel mit der grandiosen Aufmachung bekannt werden. Auch "Broken Dreams" passt sich dem Trend an und setzt auf wenige, aber gelungene Illustrationen. Das Cover ist einigermaßen gelungen und fängt die SciFi/Cyberpunk-Atmosphäre ganz gut ein, während die Zeichnungen im Innenteil größtenteils ok sind. Das Layout des Buches geht in Ordnung und wird durch immer wieder eingestreute Infokästen geschickt aufgelockert, so dass keine erschlagenden Textwüsten gebildet werden.

Fazit:
Wer in den bisherigen Büchern des Transhuman Space-Universums die dunkle Seite vermisst hat, wird "Broken Dreams" lieben. Dieses Buch vermittelt ein düsteres Feeling des beginnenden 22. Jahrhunderts und dürfte damit auch für Shadowrun- oder Cyberpunk-Spieler interessant werden. Endlich werden die rückständischen, rebellischen, gefährlichen Gegenden der Welt näher beleuchtet, in denen noch nie alles in Butter ist und Gewalt, Krieg und Armut alltäglich. Es bieten sich eine Menge Möglichkeiten und Orte für Kampagnen mit eher düsterem Flair, genau das, was ich mag. "Broken Dreams" erweitert das TS-Setting um einen wichtigen Faktor und sollte in keiner guten Bibliothek fehlen.


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Lars Heitmann
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Name: Broken Dreams

Art: Quellenmaterial für Transhuman Space; 144 Seiten; Softcover;

Publikationsjahr: 2004

ISBN-10: 1-55634-650-6

ISBN-13: 978-1-55634-650-7

Preis: 30 Euro

Kontakt: Steve Jackson Games
Homepage: www.sjgames.com

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20