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Gesellschaftsspiele - Brett - Rettet Doktor Lucky

Ein Erfolgshit kommt selten allein - und das Spiel Kill Dr. Lucky von Cheap Ass Games bzw. hierzulande Truant, kann wohl ohne Zweifel als Erfolgshit bezeichnet werden.

Nachdem in den USA schon eine ganze Reihe "Dr. Lucky"-Spiele veröffentlicht wurden hat auch Truant das nächste Spiel mit dem Titel Rettet Dr. Lucky nachgereicht, das bereits vom Namen her an den Erfolgshit anknüpft.

In der Tat handelt es sich bei Rettet Dr. Lucky um ein Spiegelbild von Kill Dr. Lucky, das die Spielmechanik mit kleinen, feinen Veränderungen aufgreift und sich von der recht morbiden Thematik, des Originals absetzt. Nicht jeder möchte seinen Bekannten ein Spiel vorstellen oder schenken in dem es darum geht, jemanden umzubringen... in solchen Fällen eignet sich das vorliegende Spiel.

Statt einer Villa muß dieses mal ein gigantisches Kreuzfahrtschiff herhalten (dessen Beschreibungen nur ungefähr an die Titanic erinnern...).

14. April 1912 Eine kalte Nacht auf dem Atlantik.
Ein Eisberg, ein gigantisches Kreuzschiff - "unsinkbar" und ein glücklicher alter Mann. Doktor Lucky ist ein charismatischer und geachteter Menschenfreund mit einem Herz aus Gold. Natürlich haßt du den alten Bastard, und du wirst ihn wahrscheinlich eines Tages umlegen. Ihn an Bord eines sinkenden Schiffes zu erledigen, wäre jedoch sinnlos.
Also hast du dich entschlossen, sein Leben zu retten - natürlich während jemand dabei zusieht. Selbst wenn du dann mit dem Schiff untergehen solltest, wirst du in die Geschichte eingehen. Streben wir nicht alle danach?
Es gilt also, Dr. Lucky gesund und munter vom Schiff zu manövrieren - und das möglichst prestigeträchtig, sprich unter den Augen der Öffentlichkeit.

Spielaufbau
Die beiliegenden Bodenflächen - wie üblich in schwarzweiß gehalten - lassen sich in 2x4 Teilen nebeneinander legen und bilden so die vier Etagen (A bis D) des Kreuzschiffs. Die einzelnen Decks bzw. Räumlichkeiten sind durch individuelle Namen gekennzeichnet und durchnummeriert.
Bei drei bis vier Spielern startet jeder Spieler mit acht, ansonsten mit 6 Spielkarten (fünf bis zu sieben Spieler) vom gemischten Stapel, mit denen die Spieler in das Spiel eingreifen können. Anschließend werden die restlichen Spielkarten in vier etwa gleichgroße Zugstapel aufgeteilt, die den Decks zugeordnet werden.
Last but not least benötigt man noch je eine Spielfigur für die Spieler und eine für Dr. Lucky - diese liegen dem Spiel nicht bei.

Spielverlauf
Grundprinzip des Spiels ist es, daß jeder Spieler versucht mit dem umherwandernden Dr. Lucky in denselben Raum zu gelangen, um einen Rettungsversuch durchzuführen.
Um in die Nähe des Doktors zu gelangen, kann man Bewegen-Spielkarten verwenden, die die eigene Spielfigur oder Dr. Lucky an einen bestimmten Ort versetzen. Ansonsten kann man seine Spielfigur in jeder Runde um einen Raum bewegen. Auch der Doktor bewegt sich am Ende jeder Runde um einen Raum - entlang der aufsteigenden Numerierung der Räume.
Da wir uns auf einem sinkenden Schiff befinden, werden Teile des Schiffs mit der Zeit unpassierbar. Wurde der Zugstapel zu einem Deck abgeräumt, so versicht dieses Schiffsdeck und wird vom Spieltisch entfernt, noch bevor Dr. Lucky weiterzieht.

Gelangt man schließlich in den gleichen Raum wie der Doktor, ist es wichtig, das ein anderer Spieler sich ebenfalls im Raum befindet oder ihn Einsehen kann - denn der Rettungsversuch soll ja nicht im Geheimen erfolgen, sondern möglichst bekannt werden. Einsehen kann man einen Raum von jedem benachbarten Raum, zu dem eine Türe führt und auch von weiter entfernten Räumen, die eine ungestörte Sichtlinie zum Raum haben.
Konkurrierende Spieler tun also gut daran, ihren Mitspielern den Gefallen nicht zu tun, ihnen als "Tatzeugen" zu dienen.

Wenn es aber zu solch einer Situation mit Zeugen kommt, darf der rettende Spieler Hilfsmittel-Spielkarten einsetzen, wie zum Beispiel Leuchtpistolen, Nahrung, Medikamente uvm.
Jedes Hilfsmittel hat einen Punktewert, der in bestimmten Räumlichkeiten sogar noch steigen kann. Arrangiert man also ein Treffen mit Dr. Lucky in dem angegebenen Raum wie der Promenade, so ist die Leuchtpistole statt normalerweise 3 Punkte nun 5 Punkte wert.
Sobald ein Rettungsversuch ausgespielt wurde, hat jeder Mitspieler reihum die Chance den Rettungsversuch mit den anfangs reichlich vorhandenen Fehlschlag-Spielkarten (Werte von 1-3) zu vereiteln, schließlich will man ja selbst der strahlende Retter sind, und nicht der Konkurrent!
Jeder Spieler begreift recht schnell, daß er das Spiel nur gewinnen kann, wenn alle anderen Mitspieler keine Fehlschlagskarten mehr auf der Hand haben, daher ist es wichtig selbst möglichst viele Rettungsversuche durchzuführen und so die Konkurrenz schnell "Leerzuräumen" und am Ende doch noch eine gelungene Rettung durchzuführen.

Technisches
Das Spielmaterial ist bewußt in schlichtem Schwarzweiß gestaltet, schließlich stammt das Original von "Cheapass Games" und man hat einen Ruf zu verteidigen, billig aber gut zu sein.
Zum Wohl aller sind aber die Übersetzung sehr gut gelungen und auch die eher dürftigen Illustrationen können den humorvollen Charme des Spiels gut transportieren. Als Leckerbissen findet sich auf jeder Spielkarte stets eine kleine Kurzgeschichte als Erklärung zur Karte.

Fazit:
Rettet Dr. Lucky ist eine gelungene Konvertierung des provokativen Spielprinzips auf ein positives Spielziel.
Allerdings scheint das Spiel manche Spieler - spätestens kurz bevor das Schiff untergeht - in eine Art moralischen Zwiespalt zu bringen, denn hoffnungslos gute Naturen fragen sich natürlich, wozu man den Rettungsversuch des Mitspielers mit Fehlschlagkarten verhindern soll, schließlich mag man den Mitspieler X und außerdem soll Dr. Lucky ja gerettet werden...
Die Macher des Spiels haben aus diesem Grund einige Sonderregeln eingebaut und vorgeschlagen, um solch unverbesserlichen Spielnaturen den rechten Weg zu weisen...

Ich denke, daß Rettet Dr. Lucky aufgrund der Änderungen sowohl alten Kill Dr. Lucky-Fans, als auch ganz neuen Spielern gefallen kann. Die Mechanik ist simpel, aber spaßig, genau so, wie man es schon vom Original gewohnt war.


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    Name: Rettet Doktor Lucky

    Art: Brettspiel für Gesellschaftsspiele - Brett; Box;

    Publikationsjahr: 2003

    Preis: 10 Euro

    Kontakt: Truant
    Homepage: www.truant.de

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    Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20