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Siedler von Catan - Alexander der Große & Cheops-Szenario

Sicherlich eine der großen Überraschungen auf der Spiel'89 war die Tatsache, daß man kaum ein paar Meter gehen konnte ohne auf Menschen mit der neuesten Box aus dem Hause Kosmos zu sehen. Der Grund dafür war einfach: Es handelte sich um eine Erweiterung zum beliebten Siedler von Catan UND diese Box ging für nur 20.-DM an die treuen Fans - und ist damit erfreulich günstig. Auf die Gefahr hin, daß hier jemand noch gar nicht weiß, was es mit Siedler auf sich hat (es geht hierbei NICHT um die ebenso beliebte Computerspielvariante), dem sei dieser Topseller kurz umschrieben: Das Basisspiel von Siedler bietet zwei bis vier Spielern die Möglichkeit, im gegenseitigen Wettbewerb eine Insel namens Catan zu besiedeln. Jeder der Spieler startet mit zwei Siedlungen und zwei angrenzenden Straßen, die im Laufe des Spieles aufgewertet und vermehrt werden können. Die Kosten für weiteres Bauen, deckt man mit den Erträgen aus dem direkten Umland der Ansiedlungen, welches sich aus immer anders verteilten sechseckigen Feldern mit unterschiedlicher Vegetation und Nutzung zusammensetzt. Je nach Würfelglück liefern Wälder Holz, Felder Weizen, Berge Erze, usw. Es werden also neue Straßen gebaut und damit Gegenden erschließbar gemacht, die bislang brach lagen. Jede neue Siedlung, bedeutet weitere Siegpunkte, ebenso wie der Ausbau zur Stadt. Das Spiel wird maßgeblich von der ständig expandierenden Konkurrenz und vom Handel der Rohstoffe bestimmt. Der Sieger muß 12 Siegpunkte erreichen.
Inzwischen gibt es Erweiterungen (5-6 Spieler) und Variationen, die ebenso erfolgreich wurden wie das Basisset. Die neueste Erweiterung stellt nun die Szenarienbox dar, die mit einem Tabu bricht: Sowohl Felder, als auch Würfelbezogenheiten sind feststehende Größen. Es stellt sich also nicht zu Unrecht die Frage, ob die Szenarien ebenso begeistern können, wie die flexible Basis. Öffnet man die quadratische Box (halbe Höhe), so kann man einen doppelseitiger Spielplan, zwei Papp-Tableaus mit Zusatzmärkchen und jeweils eine farbige Doppelseite als Spielanleitung für Alexander der Große und Cheops entnehmen. Die Anleitungen entsprechen dem typischen Beiblatt zum Schnelleinstieg, welches anderen Siedler-Boxen beiliegt. Die Anleitungen sind übersichtlich im 2-3 Spaltensatz gelayoutet und geben neben den Spielregeln und einigen Illustrationen zur Verdeutlichung auch jeweils ein Bild einer "original Karte" zum Besten, die die historische Idee des Szenarios erläutert. Wirklich überzeugen kann die stabile Spielfläche, die aufgeklappt die sechsfache Größe einnimmt (7 x 11 Felder).
Siedler-Fans werden zumindest Cheops vielleicht bereits als Poster kennen, das vor einigen Monaten in den Läden erworben werden konnte und mit dem der Käufermarkt getestet wurde. Außerdem war es der Beweis, daß man selbst mit Abfall (Fehldrucke, die Goldfelder waren nicht richtig ausgedruckt gewesen) noch Geld verdienen kann. Aber das ist nun Vergangenheit.

Bei den Szenarien fallen einige Dinge sofort auf:

  • Es gibt das sechste Handelsgut, das "Gold". Es gibt auch passend dazu Goldstücke (aus Pappe).
  • Das Spielprinzip wurde durch Extras erweitert, die als Pappmarken beiliegen - es ist also wirklich nur das Basisspiel notwendig.
  • Die Spielfläche selbst weist Besonderheiten auf, wie z.B. Pfeile als Wegmarkierungen oder Ablageflächen.
Um ein Studium der Anleitungen kommt also keiner herum. Beginnen wir daher einfach mit dem "älteren" Cheops
Wer es immer mal den alten Ägyptern gleichtun wollte und seinen Reichtum und Wohlstand am Nil suchen möchte ist hier willkommen. Man repräsentiert eine reiche Fürstenfamilie, die mit anderen um die Gunst des Pharaos buhlt. Neben dem Ausbau der eigenen Macht gilt es also zudem, eine prächtige Pyramide zu errichten. Die Spieler beginnen nach den Regeln mit dem Bau der ersten Siedlungen (3 statt 2 !), die sich allesamt am Nilufer befinden. Leider sind die dort vorhandenen Rohstoffe auf Weizen, Schafe, Lehm und wenig Holz begrenzt, was die Erweiterung der Infrastruktur nicht gerade erleichtert. Importhandel ist also unvermeidbar. Um an das Erz für die Pyramiden zu gelangen, ist Erz notwendig, das es nur an den weit entfernten Erzgebirgen jenseits des roten Meeres gibt. Auch das knappe Holz kann man mehren, sofern man einen weiten Weg in Kauf nimmt. Man reist sowohl zu Lande als auch via Schiff (die als Pappmarken beiliegen). Wer die begehrten Rohstoffe will, reist gen Osten, wer den Bau der Pyramide vorantreiben will, nach Westen. In jedem Fall ist man ordentlich ausgelastet. Vereinfacht wird das Spiel durch entschärfte Regeln für die Handelsstraßen. Gewinnen kann man das Spiel mit den üblichen 12 Siegpunkten. Durch den Mitbau an der Pyramide kann man sich den Segen des Pharaos (+3 SP) sichern. Faulenzer hingegen spüren dessen Zorn - in Form von je 2 Siegpunkten Abzug.
Bei diesem Szenario ist der knappe Baugrund jedem Spieler ein Dorn im Auge. Ergiebige aber entfernte Rohstoffquellen sind ebenso begehrt, wie Gold und Handelshäfen. Der Bau der Pyramide ist nettes Beiwerk, daß jedoch mit der Siegpunktedifferenz durchaus entscheidend sein kann. Knackig !

Erfrischend anders ist das zweite Szenario

Alexander der Große
In diesem Szenario wird sein großer Feldzug nachgespielt, in dem die Spieler als Berater und - noch viel wichtiger - als Wegbereiter und Rohstofflieferanten fungieren.

Der Feldzug selbst, steht bereits vor Spielbeginn fest und wurde als Reihe von grünen Pfeilen auf dem Spielplan markiert. Der Spielplan reicht übrigens von Makedonien (NW), über Ägypten, Persien, bis nach Indien (SO). Der Weg wird immer wieder von Tempelsymbolen und Fragezeichen an den Kreuzungen unterbrochen.
Da die Spieler das Spiel ohne (!) Siedlungen beginnen, stellen die Tempelsymbole die ersten Möglichkeiten zum Bau dar. Erreicht Alexander eine solche Kreuzung darf der Spieler eine Siedlung errichten, der die meisten Rohstoffe beisteuern kann. Zu Beginn erhalten die Spieler dafür bereits 5 Rohstoffkarten aus einem verdeckten Nachschubstapel. Die gewohnten offenen Rohstoffstapel bilden sich erst im Laufe des Spiels durch die verwendeten Rohstoffe der Spieler.

Und Rohstoffe brauchen die Spieler dringend: Zum Bau der eigenen Siedlungen und Straßen und zur Unterstützung von Alexander - denn wenn der auf eines der Fragezeichenfelder kommt, kommt es zu einem Ereignis, bei dem die Spieler mit Rohstoffen helfen können. Der am besten geeignete Berater bezahlt die Rohstoffe und erhält dafür den Chip dieses Feldes, dessen Anzahl bei Spielende bestimmen, ob und wieviel zusätzliche Siegpunkte der Spieler für sein Beraterdasein erhält.

Dieses Szenario erhält seine Abwechslung durch die immer wechselnde Reihenfolge der Ereignisse und natürlich durch die anfangs verdeckt gezogenen Rohstoffe. Das ganze Spiel bekommt dadurch eine wesentlich höhere Abhängigkeit vom Glück. Auch die fehlenden Siedlungen zu Spielbeginn, bzw. die Art des Setzens machen hier gänzlich andere Taktiken notwendig als die, welche die anderen Erweiterungen oder das Basisspiel fordern. Auch bei "Alexander" wurden wieder reichlich Wüstenfelder verteilt, wodurch die Zahl der Erträge zusätzlich eingeschränkt wird.
Dafür verliert man sie jedoch weniger schnell, denn die Regel der "sicheren Sieben" Rohstoffe wurde hier auf elf erweitert.

Mal davon abgesehen, daß man die Basisbox besitzen muß, ist die historische Szenarienbox für "Die Siedler von Catan" ein echter Hammer. Meiner Meinung nach, die erste Erweiterung zum Basisspiel, deren Wert man höher einschätzen kann als den Kaufpreis - für 20.-DM ein echtes Schnäppchen !

Bleibt zu Erwähnen, daß hier auch "Anfänger" zugreifen können, denen das Basisspiel zu langweilig geworden ist - sicherlich eine günstige Alternative zu den anderen "großen" und teuereren Erweiterungsboxen.
Fazit: Meine uneingeschränkte Empfehlung.


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    Name: Alexander der Große & Cheops-Szenario

    Art: Brettspiel für Siedler von Catan; Box;

    Publikationsjahr: 1998

    Preis: 15 Euro

    Kontakt: Kosmos
    Homepage: www.kosmos.de

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    Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20