HackMaster - Hacklopedia of Beasts 1: Aarakians to Cats

Qualität Text: 7 | Qualität Optik: 6 | Nutzen/Spaß: 8 | Gegenwert: 5
(Wertung in Punkten 1=Schlecht bis 10=Exzellent; 0=Ohne Wertung)

Art: Quellenmaterial für HackMaster; 112 Seiten; Softcover;
Publikationsjahr: 2001
ISBN10:
ISBN13: 978-1-88918-238-4
Preis: 33 Euro
(ca. Preis, unverbindlich, ggf.gerundet)
Kontakt: Kenzer & Co
Homepage: www.kenzerco.com


Wer die typischen AD&D Monster-Kompendien kannte und mochte, wird auch an den Bänden der Hacklopedia seine freude haben. "Hacklopedia" ist ein Mischbegriff aus "Hack" und "Encyclopaedia"(engl. f. Lexika). "Hack" ist zum einen das englische Wort für "Abschlachten", stellt aber zum anderen auch eine direkte Beziehung zum Rollenspiel "HackMaster" her, zu dem dieses Lexika gehört.

Die Hacklopedia ist in acht Bände mit je 114 Seiten unterteilt, die insgesamt 1600 Monster beschreiben (für alle Mathe-Feinde: ca. 200 Kreaturen pro Buch.).

Wer HackMaster oder dessen Inspiration "Knights of the Dinner Table" noch nicht kennt, kann sollte die passende Rezension lesen. In aller Kürze sei aber gesagt, daß es sich bei KotDT um einen Comic über eine "ganz normale" Rollenspielgruppe handelt, die einen etwas eigenwilligen, "ursprünglichen" Sprach- und vor allem Spielstil pflegt: Hack & Slay.

In diesem Comic spielen die Rollenspieler zwar "AD&D", das aber kurzerhand in HackMaster umgetauft wurde - ebenso wie viele andere Begriffe Anspielungen und Wortspiele auf gebräuchliche Worte sind ("Götter", englisch "Gods" = "Gawds"). Die AD&D-Monsterkompendien wurden für den Comic kurzerhand in die berüchtigten Hacklopedia umgetauft - neben dem HM-Grundregelwerk quasi die Bibel für Kreaturen und gefürchtete Quelle an Erfahrungspunkten und Schadenswürfeln.

Inzwischen ist HackMaster - was wohl nie jemand geglaubt hatte - als echtes Rollenspiel und AD&D-Clone erschienen - und das mit offiziellem Segen von TSR, bzw. dessen Nachfolger Wizards of the Coast. Und weil eine Änderung des Originals für jeden echten HM-Fan eine Gotteslästerung wären, halten sich auch die Monsterbeschreibungen formal eng an das Format der AD&D-Handbücher.
Natürlich handelt es sich, schon rein aus copyrighttechnischen Gründen, um neue Texte und Illustrationen. Vor allem bei der Neugestaltung der Illustrationen kann man nicht in jedem Fall von einer Verbesserung sprechen, obwohl durchgehend ein akzeptables Niveau nicht unterschritten wird.
Der eigentliche "Brenner" sind aber die abgefahrenen Neukreationen, die - HackMaster-gerecht - stets eine Nuance heftiger und gemeiner sind als das, was Rollenspieler normalerweise erwarten. Da fühlt man sich stellenweise schon ein wenig an Grimmzahn's Fallen-Bände erinnert - viele der Kreaturen sind unerwartet tödlich oder richten irreversiblen Schaden an.

Damit der Spielleiter sich orientieren kann, wurde jeder Kreatur ein HackFactor zugeteilt, der einer Einstufung der Gefährlichkeit enspricht und eine Anleihe auf die "Trefferwürfel" von D&D ist. Der HackFactor variiert zwischen 1 für "ungefährlich" und Werten jenseits von 50, was etwa für "saugefährlich" steht. Von HF Werten bis zu 400 und mehr will ich jetzt erst gar nicht anfangen...

Wer die alten (A)D&D-Bücher nicht kennt, dem sei kurz gesagt, daß die Monster-Beschreibungen alle wichtigen Angaben für den Spielleiter enthalten, dazu gehören, neben Kampf- und Verteidigungswerten typische Lebensräume, Sozialstrukturen (z.B. Gruppenbildung oder Anführer anderer Kreaturen) und die Angriffsmotivation (z.B. Revierverteidigung). Viele Monster verfügen über sehr überraschende Spezialfertigkeiten und häufig dient ein großer Teil der Beschreibung dazu, diese ausführlich und "Powergamer-sicher" zu beschreiben.

Technisches
Die Texte sind allesamt guter Qualität und vor allem Originell. Da es bei den "Knights" viele Spezialbegriffe (Mundart) gibt, wird man als Deutscher vielleicht über den ein oder anderen ungewöhlichen Begriff stolpern. Hier hilft, den Begriff einfach laut vorzulesen und den Klang mit bekannten Begriffen zu vergleichen (wie obiges Beispiel: "Gawd"="God").
Die Illustrationen sind durchaus ordentlich, wenn auch manchmal etwas zu "naiv" bzw. comic-haft. Wirklich stören sollte das aber kaum jemanden, da die Bilder beim Verständnis der Beschreibungen gute Dienste leisten.

Fazit:
Die "Hacklopedia", hier der erste von acht Bänden, sind eine wertvolle und manchmal auch fies-witzige Informationsquelle für alle HackMaster, aber auch AD&D-Spieler, die noch Bedarf nach ausgefallenen Gegnern für ihre Spielrunde haben. Altbekannte, ungewöhnlich aufgepeppte und völlig neue Kreaturen sind immer für eine Überraschung gut. Natürlich werden auch Fans der Comics, über viele bekannte Namen stolpern.
Man darf aber dabei nie vergessen: HackMaster ist ein Trip in die Vergangenheit - ein guter Schuß Nostalgie kann hier nicht schaden.

Dogio

Diese und 5154 weitere Rezensionen bei www.drosi.de! © 1994-2008 by Dogio