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LodlanD - Spielleiterschirm

Den geschätzten Käufer des LodlanD-Spielleiterschirms erwartet neben selbigem noch eine farbige DIN-A3-Meeres-Karte sowie das 16seitige Heft "Versunkene Schätze", das neben allerlei Informationen über Schiffwracks und ihren (mal mehr und mal weniger wertvollen) Inhalt auch ein Abenteuer erhält.

Der Spielleiterschirm ist aus flexibler Pappe und präsentiert sich in einem auf den ersten Blick recht ungewöhnlichen Format (3,5 aneinander hängende DIN A4 Falttafeln anstatt wie sonst üblich vier). Dies lässt sich jedoch dadurch erklären, dass der Schirm sich auch als Schutzumschlag für das Grundregelwerk verwenden lässt. Eine clevere Idee, die den Anfangsfehler eines uncellophanierten (und damit nicht "kratzfesten") Softcover-Einbands sehr gut kompensiert.
Auf der Außenseite des Schirms dominieren kühle Blau- und Grüntöne, wie bei einem Unterwasser-Rollenspiel zu erwarten. Die Motive sind das Titelbild des Liberty-Völkerbandes, ein U-Boot-Pilot in seinem Cockpit mit schönem Ausblick auf eine Kuppelstadt, sowie eine recht bedrohlich wirkende Menschenmenge in einer Fabrik oder einem ähnlichen Gebäude. Mir persönlich gefällt das dem Liberty-Cover entliehene Bild von Eckhard Freytag am besten, da es die Unterwasser-Atmosphäre sehr gut einfängt.
Wie üblich bietet die Innenseite des Schirms Platz für die wichtigsten Tabellen als Gedächtnisstütze für den Spielleiter. Die Auswahl der Tabellen ist durchdacht und insgesamt sehr gelungen, vom Schiffskampf (Treffer-Modifikatoren, Schaden von Torpedos und anderen Geschützen, Systemausfälle etc.) über Psi-Anwendungen, Waffen, Preis-, Gehalts-und Währungstabellen, bis hin zu Bootskennungen und sogar der Personenzahl pro Kuppel wurde alles bedacht. Auch findet sich hier ein kleiner farbiger Grundriss der Stadt Lod mitsamt Kuppeln und "Stadtbahn"-Routen. Für einen Spielleiter, der die Grundregeln halbwegs beherrscht, sollte der Schirm definitiv ausreichen, um während des Spiels fast gar nicht mehr im Regelwerk blättern zu müssen. Eine praktische Angelegenheit.

Die faltbare LUDS-Meeres-Farbkarte (LUDS steht übrigens für "Lod Universität der Schiffahrt") ist doppelseitig bedruckt: die eine Seite kann problemlos den Spielern gezeigt werden, die andere ist speziell für den Spielleiter gedacht. Beide Karten zeigen das gleiche Gebiet: Den RDL im Norden und den neuen Staat Liberty im Süden sowie die angrenzenden Bereiche. Stand der Karten ist das Jahr 100sE (also das aktuelle inplay-Jahr). Die Spielerkarte zeigt neben den einzelnen Staaten mit den wichtigsten Städten und Landesgrenzen auch Handelrouten, Meerestiefen sowie Detailkarten einzelner Staaten. Die Spielleiterkarte gibt zusätzlich noch die Lage gewisser geheimer Orte wie dem Scherbennest, der Renegade-Städte in Liberty sowie den im Beiheft beschriebenen versunkenen Schiffswracks an, die Spieler (zumindest vorerst) nicht kennen dürfen.
Die Zweiteilung der Karte ist eine sehr gute Idee. Die Karten an sich sind detailliert - so ist z.B. bei jeder Stadt die Meerestiefe verzeichnet - und größtenteils sehr übersichtlich gestaltet. Auch eine ungefähre Entfernungsberechnung ist anhand der Kästchen kein Problem. Etwas "frickelig" fand ich lediglich die winzigen Zeichen für Wracks, hier hätte man ein einfacheres, aber dabei eingängigeres Symbol wählen sollen.

Das Beiheft "Versunkene Schiffe" (16 Seiten, schwarz-weiß) gibt auf den ersten beiden Seiten einige Hinweise zur spieltechnischen Behandlung der "Weißen Flecke". Diese bezeichnen Orte, Ereignisse oder Personen, deren Beschreibung von der Redaktion explizit ausgespart wird, um dem Spielleiter Raum für eigene Ideen in seiner Spielwelt zu lassen. Auch wenn ich persönlich diese Idee nicht für so innovativ halte, wie sie von der LodlanD-Crew gern dargestellt wird (in meinen Runden ist es seit langer Zeit Gang und Gebe, Metaplots, NSCs etc. nach eigenem Geschmack zu verändern oder neue zu erfinden): Es gibt doch erschreckend viele Spielleiter, denen der Gedanke, in ihrer Runde ohne offizielle Erlaubnis der Redaktion eigenen Ideen einzubringen, Übelkeit verursacht. Von daher ist es gar keine schlechte Idee, diesen Leuten mit den Weißen Flecken einen "Freifahrtschein" zur eigenen Kreativität in die Hand zu geben.
Auf den nächsten beiden Seiten folgen Hinweise zur Benutzung der Karte(n). Den Hauptteil des Beihefts nimmt schließlich, wie der Name schon vermuten, die Beschreibung versunkener Schiffe ein. Für so manchen Charakter (welcher Spieler ist schon nicht gierig nach Geld und Ausrüstung?) könnte es von Interesse sein, eines dieser Wracks zu bergen und sich mit dem Inhalt eine goldene Nase zu verdienen. Daher wird für den Spielleiter auch gleich eine Liste mit teils realhistorischen, teils fiktiven gesunkenen Schiffen samt Schätzen mitgeliefert. Gerade die realhistorischen Schiffe, wie berüchtigte spanische Galeonen oder U-Boote aus den Weltkriegen, bieten reizvolle Plotansätze.
Ganz zum Schluss darf auch ein kurzes Abenteuer wieder nicht fehlen, welches sich diesmal natürlich rund um die Wracksuche dreht. Hier soll nicht zu viel verraten werden, nur soviel: Neben einem spaßigen Rätsel wartet zu guter Letzt auch noch eine schöne Überraschung auf die Charaktere.

Fazit:
Knapp 15 Euro für eine Spielleiterschirm sind zwar sicherlich kein Pappenstiel, aber in dem Fall auch beileibe keine schlechte Geldanlage. Clevere Ideen wie die zweite Funktion des Spielleiterschirms als Schutzumschlag für das GRW und die gelungene, anschauliche doppelseitige Karte rechtfertigen einen Kauf auch für die Sparfüchse unter uns allemal.


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    Qualität Optik
    Nutzen/Spaß
    Gegenwert
    Wie wird gewertet?

    Name: Spielleiterschirm

    Art: Zubehoer für LodlanD; 16 Seiten; Softcover + Sichtschirm;

    Publikationsjahr: 2005

    ISBN-10: 3-93315-306-9

    ISBN-13: 978-3-93315-306-7

    Kontakt: Image 3033
    Homepage: www.lodland.de

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    Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20