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Mage-The Ascension - Bitter Road

TBR vereint zwei Aspekte in sich: zum einen ist es als Bindeglied zwischen Masters of the Art & Initiates of the Art zu sehen, da es sich fast ausschliesslich mit Disciples & Adepts befasst, zum anderen liefert es das 'Fleisch' zu den in MRev vom Stapel gelassenen Umwälzungen in der Welt der Magier. Und das rauhen Mengen...

Die Kapitel der Reihe nach:

Prolog & Intro, business as usual, die Einführungsgeschichte um einen Orphan, der post-Reckoning in eine Chantry initiiert wird, führt Ton & Thema des Buches ganz nett ein.

'Welcome to the War' befasst sich in Form einer Unterhaltung zweier Magier mit den Geschehnissen der jüngsten Zeit. Der 'Sieg' der Technokraten & die eingestandene Niederlage der Traditonen werden beleuchtet, und verschiedene 'was-nun-wie-solls-weitergehen' Szenarien angedacht. Interessant hierbei: es scheint nicht wenige Traditionsmagier zu geben, die das Ende des Ascension War nicht als Untergang, sondern als Befreiung erleben, nach dem Motto: Endlich ist mit der Dogmatik, der ganzen Propaganda & dem sinnlosen Kriegsgerödel Schluss...

'Everyday Life' beschreibt einen Aspekt des Magierdaseins, der in früheren Büchern etwas unter die Räder gekommen ist: Wie lebe ich als Magier und gleichzeitig als Normalmensch? Während sich The Orphan's Survival Guide vorrangig mit 'Strassenmagiern' befasste, liefert diese Kapitel viele gute Infos & Ideen, wie man einen Magier mit einem ganz gewöhnliche Job gestalten kann, bzw. wie man Job & Tradition sinnvoll kombiniert. Grins, ich hab' jetzt mehr den je den Verdacht, dass mein Zahnarzt in Wirklichkeit ein Euthanatos ist...*g*

'Traditional Ties' hat die Situation der einzelnen Traditionen & Konventionen nach dem Reckoning zum Inhalt. Hierbei wird schnell ersichtlich, dass beide Fraktionen mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben (Führungslosigkeit, Verluste, Verlust von Einfluss, Moralprobleme) - und zu überraschend ähnlichen Lösungen kommen.

Abgeschnitten (oder besser: befreit???) von ihren schwergewichtigen Erzmagierchefs erklären Traditionen wie auch Technokraten 'back to basics' zu ihrem momentanen Schlachtruf, und widmen sich den eigentlich wirklich wichtigen Dingen des Magierdaseins & nicht einem zunehmend sinnfreier werdenden Konfikt. Fokus (pun intended...) der Bemühungen sind einmal mehr die Schläfer, wenn auch nun unter anderen vorzeichen: nachdem die sechs Milliarden Joe & Jane Sixpacks dieses Planeten den erlauchten Erwachten so richtig schön den Stinkefinger gezeigt haben, verabschieden sich Traditionen wie Technokratie vom Projekt 'Massenerleuchtung per Dekret von oben'. Sie versuchen nun auf ihre ureigenen Weisen, den Schläfern als Individuen einen Weg zu bahnen, damit diese selbst zu 'Erleuchtung' finden können - wenn sie diesen Weg beschreiten wollen. Die Techies fahren das Pogrom eine Kerbe zurück & widmen sich wieder mehr ihrer wissenschaftlichen Arbeit - und dem Schutz der Menschheit vor den eigentlichen (übernatürlichen) Übeln dieser Welt. Die Void Engineers fliegen zunehmend weniger in Umbraschiffen Patrouille um Jupitermonde, sondern kümmern sich verstärkt um gewisse... neuerdings gehäuft erscheinenden Geistererscheinungen; die Progenitors machen die Klontanks für ihre Kampfsaurier dicht & basteln lieber wieder Medikamente & so weiter & so fort. Alles in allem ist der Konflikt der beiden Parteien nicht vorbei, sondern tritt in eine neue, qualitativ andere Phase: ein informeller Waffenstillstand wird proklamiert (nach dem Motto: 'Gebt uns keinen Grund euch Traditionsfuzzies zu killen, dann tun wir auch nichts... vielleicht'); der 'Cold Ascension War' um Herz & Verstand der Schläfer beginnt. Einzelne Kommentare lassen sogar die zarte Hoffnung zu, dass sich vielleicht so etwas wie Kooperation zwischen den aufgschlosseneren Elementen der beiden Blöcke entwickeln könnte (welch' Ketzertum *g*)...

Abgerundet wird dieses Kapitel mit Detailinfos zum momentanen Stand der einzelnen Gruppierungen & ihrer beiden 'Dachverbände', sowie Gedanken zum Thema: 'Dies ist eine neue Zeit, lasst uns eine neue Fraktion gründen'.

'A Little Magic' widmet sich den eher metaphysischen Problemen, mit denen Disciples & Adepts zu kämpfen haben. Das sind zum einen ihr Avatar & seine kleinen Psychodramen und die Entwicklung einer eigenen Philosophie der Magie (viel Gedankenfutter hier zu den Bereichen Paradigma, Foki & Gefahren des Magieralltags von B wie Barrabi bis W wie Wrinkle...). Zum anderen geben sich in diesem Kapitel die übrigen Bewohner der WoD ein Stelldichein - Kainiten, Garou usw., ihr Verhältnis zu den Magiern & wie man sie ins Spiel integriert.

TBR schliesst mit einem Appendix, der neben den üblichen Merits & Flaws und neuen Fähigkeiten das wohl kontroverseste neue Element von Mrev abfackelt: Die Avatar Storms. Diesen wird nun endlich deutlich mehr Platz eingeräumt als zwei fussnotenhafte sidebars: Enstehung, Auswirkung & Einsatz im Spiel werden ausführlich behandelt. Bedankt, das wurde auch Zeit - warum ist dieser Abschnitt zum Donnerwetter nicht gleich in MRev bzw. Masters of the Art erschienen? Tja, meine persönliche Einschätzung zu den Stürmen (Obacht, gleich mach' ich mir Feinde...):

Ahm.

Ich fange an, die Avatar Storms wirklich zu mögen. Einerseits verdeutlichen sie sehr konkret, dass die Umbra eine Gegend ist, in der Magier nur dann (in personam) herumhampeln sollten, wenn sie einen wirklich guten Grund dafür haben. Meiner Meinung nach entwerten die Stürme die Umbra & die Sphäre Spirit für Mage nicht, sondern räumen ihnen im Gegentum eine höhere Dringlichkeit ein: 'Ab sofort hängen hier nur die ernsthaft Fähigen 'rum & nicht mehr Horden von Knilchen, die die Geisterwelt als Abenteuerspielplatz verstehen'. Mein nächster Magier - eine Runde, die MRev einsetzt, vorausgesetzt - wird definitiv ein Schamane sein... Andererseits sind die Avatar Storm ein Generator aller möglichen Spielideen & Aufhängern von Questen: Schutzmöglichkeiten entwickeln, einen Unterschlupf in der Umbra zum Ausruhen etablieren, Shallowings bzw. Stellen mit geringerer Sturmaktivität finden, undsoweiterundsofort. Hey, da is' sogar was für die Hack & Slay Fraktion mit dabei: das Herz eines Werwuff-Caerns hat kein Gauntlet. Lasst uns doch den Stories von Magiern als bösen Caern-Räubern etwas Glaubwürdigkeit verleihen... A-bulldog fraggin' we go... *g*

Fazit:
Kurz & schmerzlos: für die, die MRev einsetzen wollen, hat TBR je nach persönlicher Ausrichtung einen Status irgendwo zwischen 'muttu haben' und 'ist ausgesprochen nützlich'. Das Buch ist insgesammt ziemlich unprätentios & birgt wenig spektakuläres Zeug, hat dafür aber mit einer Fülle an Hintergrundmaterial aufzuwarten, die die eigene Runde heftig bereichern kann, egal, ob man nun MRev einsetzt oder als verdammenswert schlecht dem Altpapier überantwortet hat.

Eine Rezension von


Es gibt eine weitere Rezension von Christoph Rauch zu diesem Produkt! Lesen?


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Name: Bitter Road

Art: Quellenmaterial für Mage-The Ascension; Buch;

ISBN-10: 1-56504-407-x

ISBN-13: 978-1-56504-407-4

Preis: 18 Euro

Kontakt: White Wolf
Homepage: www.white-wolf.com

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20