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Computerspiele - Gothic 2: GOLD

Christoph hat mich gebeten, für helden.de meine Eindrücke zur Fortsetzung des Spiels Gothic niederzuschreiben. Selbstverständlich soll im Vordergrund stehen, ob das Epos um den namenlosen Helden echte Ansätze eines Rollenspiels bietet oder nur ein weiteres Computerspiel mit Stufenaufstiegen und Fantasysetting.
Gerade als Fan des Vorgängers, zu denen auch ich mich zähle, fühlt man sich sofort in der Welt von Gothic heimisch. Großartig eingefangen wurde die dichte Atmosphäre des ersten Teils, in dem man als Gefangener einer Strafkolonie die von unqualifizierten Magiern geschaffene Barriere vernichten konnte. Bei selbiger Vernichtungsaktion entledigte der Held sich sozusagen im gleichen Aufwasch des Schläfers, der sich als eigentlich recht munterer Erzdämon entpuppte. Wie so oft allerdings war der Schläfer nur Untertan eines noch viel mächtigeren Bösewichts, der nun furchtbar sauer auf den Spieler ist und entsprechende Maßnahmen ergreift: er sammelt kurzerhand eine Armee von Drachen und Orks in der ehemaligen Strafkolonie und ratet mal, wer das wieder ausbügeln soll? Klar, der Spieler, das denkt sich auch Oberschwarzmagier Xardas und weist den Helden freundlich darauf hin. Der berobte Schlaumeier schämt sich nicht einmal, dem Helden auf dessen freundliche Nachfrage nach Waffen hin mit einem Holzknüppel auszurüsten und sich dann wieder seinen Büchern zuzuwenden...

So weit so gut. Der Spieler macht sich dennoch auf, prügelt sich durch allerlei Getier und trifft alte Bekannte. Wie in Gothic I muss er sich erstmal Respekt in den einzelnen Lagern - der Stadt Khorinis, dem von Söldnern besetzten Hof eines Großbauern bzw. dem Kloster der Feuermagier verschaffen. Hat man entsprechende Quests gelöst, kann man sich für eines dieser Lager - und damit auch für eine Charakterklasse entscheiden.
Die Miliz, die später Aufstiegschancen zum Paladin bietet, ist die simpelste Anlaufmöglichkeit für den Helden. Und nebenbei - der Paladin ist auch die einfachste Klasse, da er sowohl über starke Magie als auch einen gesunden Schwertarm verfügt. Aber wer will schon ausschließlich Gutes tun? Richtig. Bei den Söldnern verprügelt man die Hälfte der zukünftigen Kameraden und schon ist man dabei. Später kann man hier Drachenjäger werden.
Etwas abartig wird es, wenn man meint, Magier werden zu müssen. Im Kloster sind ausschließlich Männer in knielangen Röckchen oder roten Kleidern und als Aufnahmeentgeld muss ein Schaf mitgebracht werden! Na wer's braucht ...
Was immer man auch spielt, man kann es rollengerecht spielen und sich mit dem Charakter identifizieren. Der Paladin darf Recht und Ordnung hochhalten, jeden zwielichtigen Typen bei Lord André verpetzen und macht eigentlich nie was Böses ... Der Söldner beklaut jeden, den er trifft und verlangt dann Sold für seinen Dienste. Und wenn die Person keine Dienste will, dann wird höflich aber bestimmt klar gemacht, dass sie die Dienste eines guten Söldners ganz sicher braucht - schließlich weiß man nie was passiert!
Leider ist der Schwierigkeitsgrad nicht wirklich ausgewogen: während der Held am Anfang so ziemlich vor allem heiße Hufe geben muss, was größer ist als eine Ratte, kann er später müde lächelnd Schneisen in die Reihen seiner Feinde schlagen und gleichzeitig lustige Geräusche mit seinen Achselhöhlen machen.
Zu der oben erwähnten dichten Atmosphäre tragen Grafik und Sound nicht unerheblich bei. Hat man den Hardwarehunger des Spiels erstmal gestillt - vor allem 512 MB RAM sollten im Rechner schuften - kann man sich an wunderschön detaillierter und abwechslungsreicher Grafik erfreuen. Da die Bilderpracht allerdings auf der alten Gothic I Engine basiert, muss man auf schicke DirectX 8 Effekte, wie z.B. Bump Mapping und Pixel Shading verzichten.
Die Hintergrundmusik wird zwar auf Dauer etwas leiernd, dafür aber können sich die Soundeffekte wirklich hören lassen. Überall zwitschern Vögel, es raschelt im Unterholz, Wölfe bellen gespenstisch und manchmal hört man wie irgendwo in der Nähe ein Schwert aus der Scheide gleitet... Nachts sorgt das etliche Male dafür, dass man sich verstohlen geduckt im eigenen Zimmer umsieht.

Fazit:
Ein tolles Spiel mit kleinen Schwächen, die man ihm aber gerne nachsieht. Die einzige Sache, wegen der ich und andere bei helden.de ein Tränchen vergießen, ist die nahezu völlige Abwesenheit komplexer Dungeons. Na ja, vielleicht geht's ja beim nächsten Mal etwas mehr in die Tiefe (Wortspiel!). Auf jeden Fall bietet Gothic II die Chance, sich im Rahmen der Möglichkeiten eines Computer-RPGs mit dem Helden zu identifizieren und ihn einigermaßen rollengerecht zu spielen.

Eine Rezension von



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Qualität Text
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Wie wird gewertet?

Name: Gothic 2: GOLD

Art: Computerspiel für Computerspiele; PC-CD;

Publikationsjahr: 2002/2004

Kontakt: JoWooD
Homepage: www.jowood.de

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20