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D20-System - Encyclopedia Divine: Shamans

Eine Charakterklasse, die mich wirklich immer fasziniert hat, ist der Schamane. Denkt Euch nur einen Orkschamanen, der seinen Stamm mit einem mächtigen Kriegstotem segnet, der in Kontakt mit den Geistern steht und die Knochen befragen kann, über das, was sein Stamm als nächstes tun sollte. Mongoose hat sich dieser Fragen angenommen und mit der ersten Ausgabe aus ihrer Encyclopaedia Divine, die natürlich den Titel Encyclopaedia Divine: Shamans trägt. (Es war wirklich nur eine Frage der Zeit, dass die Encyclopaedia Arcane einen Gegenpart bekam und das ist nur geschehen.)
Zwar hat ja bereits Green Ronin ein Buch über Schamanen auf dem Markt, so dass Vergleiche natürlich an der Tagesordnung sind, aber dennoch denke ich, dass das Buch von Mongoose einen gründlichen Blick verdient hat.
Mongoose's Buch ist 64 Seiten stark, weich eingebunden und kostet verträgliche € 19,50. Das Cover zeigt einen grauen keltischen Knoten als Rand und in der Mitte einen Mann, der einem amerikanischen Indianer nicht unähnlich sieht, obgleich er mit einer Trommel nahe einiger Runen bedeckter Steine tanzt. Auf den ersten Blick eine etwas seltsame Mischung, aber durchaus ansprechend. Ebenso wie die Illustrationen, die alle schwarz-weiß und durch und durch von solider Art sind. Hier also wenig Neues oder Besonderes. Der Inhalt sollte mehr zu bieten haben als die Kunst, die wirklich gut aber nicht herausragend ist.
Der Blick in das Buch fördert natürlich die Klasse des Shaman zu Tage, die zwar ein göttlicher Zaubernder ist, wie der Kleriker, seine Magie aber spontan wie der Zauberer (Sorcerer) wirkt. Der Schamane nutzt außerdem Charisma als Eigenschaft für seine Magie, verfügt aber leider nicht über eine eigene Spruchlist als solche.
Das Besondere sind die Geistverbündeten, die der Schamane beginnend mit der ersten Stufe bekommt. Diese Geistverbündeten (beginnend mit dreien plus des Schamanen Charismabonus zur ersten Stufe) sind jeweils mit einer Klerikerdomäne. Zusätzlich besitzen sie eine Anzahl von Bonussprüchen und erlauben es dem Schamanen diese zu sprechen als ob es seine eigenen wären.
Andererseits besitzt der Schamane keine Domänenspruche und hat auch nur beschränkten Zugriff auf die Kräfte der Domänen - anders als die Kleriker. Der Schamane darf jeden Tag eine Anzahl von Domänen wählen, aus denen er dann die Zauber seiner Geistverbündeten sprechen darf. Allerdings gibt es durch Perform (Ritual) die Möglichkeit auch weitere Kräfte zu nutzen - eine schöne Idee, wie ich finde, denn als altem Rolemasterspieler haben mir Rituale in Dungeons and Dragons bisher sehr gefehlt. Durch ebensolche Rituale kann der Schamane auch weitere Geister herbeirufen, die ihm zur Seite stehen werden. Aber das ist noch lange nicht alles, denn zusätzlich zu den Geistverbündeten, bekommt der Schamane einen Schutzgeist, der ähnlich wie ein Vertrauter funktioniert, Boni gibt, Aufsteigt und schließlich sogar Fertigkeiten gibt und besondere Kräfte freisetzten kann.
Ansonsten sind Schamanen natürlich ebenso wie alle anderen Klasse, sie bekommen Feats und das Wissen über Rituale mit dem Stufenanstieg - nichts unerwartetes hier.

Es finden sich natürlich auch Prestigeklassen im der Encyclopaedia Divine: Shamans. Glücklicherweise sind es nur drei, die gut durchdacht und schön ausgearbeitet sind - ich finde, dass es langsam überhand mit den Prestigeklassen nimmt und war daher diesmal positiv überrascht.
So gibt es den Touched, einen Schamanen wider Willen wenn man so will. Er wurde von den Geistern auserwählt, folgt diesem Ruf aber nur sehr widerwillig. Er wir daran gehindert in anderen Klassen weiter aufzusteigen, leidet unter den Geas der Geistverbündeten, kann dafür jedoch die Geisterwelt immer sehen und erhält Führung durch die Geister.

Der Spirit Warrior ist dagegen ein eher kriegerischer Charakter, der zwar die Zauberfähigkeiten des Schamanen erhält, aber eher auf den Kampf abgestimmt ist, in dem er durch die Geister Hilfe bekommt. Seine Klinge (Waffe) wird durch sie geführt, sie lassen ihn beispielsweise durch Schutz- und Verwirrungszauber hindurchsehen.

Der Whisperer of Ghosts (Geisterflüsterer..naja) ist ein Schamane, der mit den Untoten arbeitet. Er führt sie zu ihren Ruhestätten, er kann sie zur Ruhe zwingen wie Kleriker, kann in die Etherial Plane sehen und kann die Erinnerungen eines Untoten mit verschiedenen Auswirkungen zurückbringen.

Danach finden sich die neuen Nutzungsmöglichkeiten für Fertigkeiten, Concentration um in Trance zu kommen oder Diplomacy um mit Geistern zu sprechen. Auch gibt es natürlich einige neue Fertigkeiten, wie Knowledge (spirits, spirit world und herbalism), Perform (Rituals) und die Profession (apothecary).
Es schließen sich die Feats an, die Dinge enthalten wie Additional Favour, der weitere Kräfte durch die Geister gewährt, und den Ritemaster, so dass ein Schamane zusätzliche Riten pro Tag durchführen kann. Daneben finden sich weniger spektakuläre, die Gegenstanderschaffung, Metamagie und allgemeine Feats beinhalten.

Um noch einmal auf die Geister und ihre Domänen zurückzukommen, lassen sich noch ein paar Dinge sagen, denn neben den bekannten Klerikerdomänen gibt für die Schamanen neue, die Kunst, Handwerk, Erinnerung, Ernährung, Jäger und Sturm ebenso umschließen, wie die Domäne der Vorfahren. Diese letzte Domäne orientiert sich an den Grundklassen aus dem Hauptbuch, so dass man eine Barbaren- und eine Bardendomäne finden kann usw.

Es gibt ein paar neue Zauber, die jedoch keiner besonderen Erwähnung bedürfen, da sie eher eine Umsortierung darstellen und es für einen Schamanen nur wichtig ist, dass er durch seine Geister weitere Sprüche erlernen kann, die aus anderen Berufslisten kommen.

Kurz bevor es zur letzten Sektion, der Meisterhilfe und in diesem Artikel zu meiner Abschlussbetrachtung kommt, findet sich im Buch ein Abschnitt über die Geister, einige standardgenerierte Beispielgeister und auch ein Charakterblatt für Geister ebenso wie Regeln für ihren Aufstieg in Stufen. Wir haben diese nur kurz getestet, aber es scheinen ein paar Lücken zu bestehen, die, wenn man als Meister keine strenge Hand führt, leicht außer Kontrolle geraten können. Dennoch nichts, was man nicht behandeln könnte.

Die bereits erwähnt Hilfe für den Meister ist unspektakulär, da sie lediglich ein paar Ideen bietet, wie die Geisterwelt aussehen könnte und wie sie sich in die Welt von Dungeons and Dragons einfügt. Wenn man es vereinfacht sehen möchte, ist die Geisterwelt so etwas wie das Positivbild der Plane of Shadows. Nichts aufregendes, leider.

Fazit:
Encyclopaedia Divine: Shamans ist alles in allem ein interessantes Buch, das eine schöne neue Klasse einführt, die über interessante Fähigkeiten verfügt und ein gutes Potential besitzt. Die Spielbalance wurde, meinem Erachten nach, gewahrt und es wurde größtenteils verhindert, das System zu sehr zu strecken. Ich mag die Umsetzung mit den Geistern und, wie bereits erwähnt, die Rituale, die man nun endlich nutzen kann. Es bietet gutes Material und eine schöne Grundlage für einen neuen Typ Charakter, der vielen Spielern sicherlich Spaß machen wird und mir sicherlich gelegen ist!

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Name: Encyclopedia Divine: Shamans

Art: Quellenmaterial für D20-System; 64 Seiten; Softcover;

Publikationsjahr: 2002

ISBN-10: 1-90398-025-9

ISBN-13: 978-1-90398-025-5

Preis: 20 Euro

Kontakt: Mongoose Publishing
Homepage: www.mongoosepublishing.com

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20