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Minds Eye Theatre - Gesetze der Nacht 2. Ed.

Ja, da liegt nun dieses doch recht voluminöse Werk aus dem Hause Feder und Schwert vor mir. Äußerlich ist es außerordentlich ansprechend. Das klassische grün marmorierte Cover ist von einem prächtigen, silberfarbenen Schriftzug geziert, der es edel wirken lässt. Im Gegensatz zu früheren Ausgaben, die in einem recht sperrigen Karton daherkamen, ist das Taschenbuchformat sehr leicht transportabel und gewinnt daher einiges an Praktikabilität. Das Layout im Innenteil ist solide, nicht zu protzig und übersichtlich.

Jedoch sprechen bereits die Illustrationen eine eigene Sprache. Gangrel mit Fönfrisur und Lasombra, die nicht einmal die achtzehn Jahre überschritten haben, lassen ein wenig an der Repräsentationsfähigkeit der Fotos zweifeln, die zwar sehr liebevoll in Szene gesetzt sind, jedoch an der Auswahl der Motive scheitern. Schade.
Diese Bilder sind es also, die das stimmungsvolle Ambiente des Regelwerkes wieder etwas zunichte machen und unter Umständen ein ziemlich falsches Bild von bestimmten Clans aufkommen lassen. Es wurde scheinbar darauf geachtet, dass die Bilder "sauber" sind. Wer jedoch die häßlichen Nosferatu oder entstellten Tzimisce verkörpern möchte, möchte mit Sicherheit keinen "sauberen" Charakter spielen.

Der Inhalt ist ebenfalls etwas durchwachsen. Zunächst beeindruckt er durch seinen puren Umfang. Knapp 350 Seiten, das kann sich sehen lassen. Und in einem Werk die Camarilla, den Sabbat und die unabhängigen Clans mit all ihren Stärken und Schwächen zu vereinen, ist praktisch und durchaus großzügig. Leider ist jedoch die Abdeckung mit Hintergrund und Ideologien der Sekten und der Clans entsprechend kurz ausgefallen. Wer also erwartet, einen Einblick in die Welt der Dunkelheit zu erhalten, muß sich schon das Grundwerk des Blattrollenspiels zulegen. Davon abgesehen wurden den Clans jedoch dann eigene Clansstärken zugeteilt, wo es im Blattrollenspiel nur Clansschwächen gibt. Eine interessante Neuerung, die sich im Live-Rollenspiel mit seinem sehr eigenen Fertigkeitensystem durchaus durchsetzen läßt. Nett.
Dieses Fertigkeitensystem ist es nun, was mir als erstes aufstieß. Man sollte schon ein sehr stabiles Gedächtnis haben, um sich die Vielzahl der Fertigkeiten und ihrer Auswirkungen merken zu können. Zudem sollte man noch über eine gewisse mathematische Begabung verfügen, denn Rechnerei gibt es auch. Mir persönlich ist dies zu umständlich.
Auch empfinde ich die Abwicklung von Kämpfen, sozialen und mentalen Herausforderungen durch das Stein-Schere-Papier-Spiel als extrem stimmungstötend. Man stelle sich den noblen, edlen, leicht snobistischen Ventrue vor, der den eingebildeten, würdevollen Toreador unter seinen Bann zwingen möchte und dies mit den ehrfurchtgebietenden Worten "Schnick, schnack, schnuck!" eröffnet.
Peinlich.

Zudem kommt hinzu, daß ein zweiseitiger Index nicht in der Lage ist, eine gute Übersicht über das gebotene Material zu bieten. Man muß also ein bisschen Lust am Suchen haben, um in diesem Regelwerk wirklich etwas zu finden.
Leider überwiegen also die negativen Eindrücke leicht. Man hat es also mit einem umfangreichen Werk zu tun, daß sicherlich eine Menge bietet, aber starke Mängel aufweist. Für jemanden, der sich nicht die Mühe machen möchte, ein eigenes Regelwerk zu schreiben, da er Vampire Live nur einmal ausprobieren möchte oder es als einmaliges Event spielen möchte, ist dieser Band geeignet.
Langzeit-Spieler werden ihn ermüdend, stimmungstötend und zu uninformativ finden.
Anzumerken ist noch, dass nach meiner Meinung das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut ist. Für relativ wenig Geld erhält der Leser relativ viel Material, selbst, wenn man über dessen Nützlichkeit streiten kann.

Es gibt eine weitere Rezension von Jamin (Schreck-Net) zu diesem Produkt! Lesen?


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Name: Gesetze der Nacht 2. Ed.

Art: Grundregeln für Minds Eye Theatre; 346 Seiten; Softcover;

Publikationsjahr: 2001

Preis: 21 Euro

Kontakt: Feder&Schwert

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