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DSA - Grosse Baccanaq (104)

Ein Solo, soso. Ok, wer bereits die ein oder andere meiner Rezensionen zum Thema Solo-Abenteuer gelesen hat, weiß daß mich nur wenige wirklich begeistern konnten. Es ist nicht gerade leicht, eine solche Geschichte so zu schreiben, daß der Spieler sich möglichst wenig in seinen Handlungen eingeschränkt fühlt - denn genau das ist ja der große Vorteil, den das Pen&Paper-Rollenspiel z.B. gegenüber Computer-Rollenspielen hat: die quasi unbegrenzte Flexibilität. Solos muten da wie Software-Abenteuer aus der Computer-Steinzeit an.

Aber in diesem Fall muß man dem Autor wirklich grobe Unfähigkeit vorwerfen, den Spieler geschickt in den geplanten Bahnen zu halten. Dazu kommt ein durchgehend satirischer Spott, wenn der Spieler knappe Situationen - entgegen den Erwartungen des Autors - meistern sollte. Hey, der Spieler hat die Glückssträhne seines Lebens und wird dafür als Betrüger belächelt? Kann doch nicht sein, oder? Frei nach dem Motto: "Alle Solospieler bescheißen beim Würfeln!" Tolle Motivation.

Was damit eigentlich nur bewiesen wird, ist daß nicht einmal mehr die Autoren Soloabenteuer wirklich ernst nehmen (sich aber nicht scheuen, wenn jemand das Heft für immerhin 20.-DM im Laden kauft).

Nun zur Handlung...
Der Spieler wird ohne lange Vorrede mitten in das Abenteuer geworfen. Von einem Wissenschaftler beauftragt, hat er bereits ein echsisches Artefakt geborgen, dessen Wert vor allem wissenschaftlicher Natur ist. Das eigentliche Abenteuer findet also eher auf dem Rückweg statt. Angenommen unser Charakter hat einfach nur unheimlich viel Glück, dann bekommt er ein wenig Spott des Autors und nach etwa 20 Abschnitten den Hinweis, von vorne anzufangen.
Nur wenn der Charakter auf dem Rückweg scheitert, kommt er in den Genuß der eigentlichen Handlung, daß auf einer Plantage spielt, wo er für den "Großen Baccanaq" gehalten wird.

Einziges Highlight...
ist die Tatsache, daß man das Solo auch als Gruppenabenteuer spielen kann - sofern man als Spielleiter bereit ist, den ersten Teil des Abenteuer (im Gegensatz zum Autor) phantasievoll auszuarbeiten.

Technisches
Sowohl die Illustrationen, wie auch die Texte sind von ordentlicher Qualität.

Fazit:
Als Soloabenteuer ist dieses Modul pure Geldverschwendung. Als Gruppenabenteuer mit fähigem Spielleiter läßt sich aus dem Plot einiges rausholen - aber letztendlich findet man hablfertige Abenteuerideen dieser Machart zuhauf im Netz oder in den zahlreichen Fanzines.
Sorry, aber in meinen Augen ist der Autor simpel gescheitert und sollte sich besser einem anderen Betätigungsfeld als dem Schreiben von Solos widmen.

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Name: Grosse Baccanaq (104)

Art: Abenteuer für DSA; 50 Seiten; Softcover;

Publikationsjahr: 2001

ISBN-10: 3-89064-353-1

ISBN-13: 978-3-89064-353-3

Kontakt: FanPro
Homepage: www.fanpro.com

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20