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Midgard - Dausend Dode Drolle 9: Dausend Dode Drolle

Allem Jubel zum Trotz und entgegen allen Smilies in der Bewertung ist dies bei weitem nicht der beste DDD seiner Zeiten. Ganz im Gegenteil bemerkt man leider beim Lesen des DausendDodeDrolle Nr.9, daß die Zeiten sich ein wenig geändert haben.

Aber bevor ich mich hier festquatsche und nachher nichts mehr für den Schlußsatz habe, möchte ich lieber erzählen was Euch in der neuen Ausgabe erwartet.

Am Anfang war ... das Leserbriefe-Forum. Diese Zuschriften wurden wohl aufgrund ihres konstruktiven Beitrages ausgewählt. Viele Meldungen bzw. Berichtigungen zu Midgard 1880.

Was dann schon mehr Duft versprüht ist der zweite Teil des Artikels Wir schreiben das Jahr 1600 A.D. - irgendwo in Bayern. Hier erfährt der Leser wieder viel über die historischen Zusammenhänge in Deutschland. Die drei Seiten sind flott gelesen und kurzweilig geschrieben.

Dem folgend hat wieder mal Carsten Grebe zugeschlagen und den Abenteuerumriß Im Mond des Einhorns zusammengestrickt. Immerhin 10 Seiten, allerdings mit einer Menge 'Wenns' und 'Abers'. Das problematische an diesem Abenteuer ist, daß die Zusammensetzung der Charaktere einen wesentlichen - meist wohl negativen - Einfluß auf die Entwicklung haben wird. Was mache ich mit einem Spieler, dessen Charakter für Stunden außer gefecht gesetzt wurde ? Zu oft wird den Abenteurern auf die Zehen getreten und verlangt, daß sie auch noch andererleuts Schuhe putzen. Nichts desto trotz bringt das Abenteuer eine paar gute Ideen ins Spiel. Weg frei für Jungfrauen und Engel.

Hinter dem Titel Das SenSoyu-Kloster der drei himmlischen Klänge verbirgt sich eine Schauplatzbeschreibung einer abgelegenen Glaubensgemeinschaft. Der Artikel soll KiDoka, bzw. deren Spieler wieder auf den Boden der Tatsachen zurückführen und ihnen verdeutlichen, daß die Kunst des KiDo nicht nur mit Schlägereien verbunden ist, sondern eine besondere Ordnung des eigenen Lebens und seiner Umwelt voraussetzt. Der Artikel bringt zwar ein paar schöne Ideen, liest sich aber eher wie ein ruhiges Bächlein. Viele Stichworte aus dem KanThaiPan-Quellenbuch tauchen hier wieder auf und werden besprochen, neue Personenbeschreibungen runden den Artikel über die Klosteranlage (mit Toilettenpavillon !) ab.
Die Karte im Centerfold ist (wie alle anderen) übrigens ein wahre Pracht, da könnten sich andere Verlage eine Scheibe von abschneiden.

In der Rubrik Mystische Völker ist diesmal das kleine Waldvolk, bzw. die Moosweibchen und Waldväter an der Reihe. Irgendwie nichts besonders neues. Ich erwarte von dieser Rubrik eigentlich mal etwas anderes, was spektakuläres. Vielleicht nach Wasser, Wald und Gebirge mal 'up to the clouds' ? Dagegen waren die Feen aud DDD4 echt ein Hammer !

Für Vielleser sind sicherlich die Hinweise in Hermkes Buchtip sehr nützlich. Zwei Werke (Hawkwoods Reise und Killer aus dem Eis) werden genauer beschrieben, 22 SF & F-Bücher nur mit ihrem Titel - ohne Wertung - genannt.

Eine Abhandlung Herr Kazorrs über die Feuerkugel. Wer dahinter einen schrulligen Text eines dahergelaufenen Heckenmagiers erwartet, liegt nicht ganz falsch. Die Essenz des Artikels sind allerdings mehrere sinnvolle magische Artefakte, die man zur Aufwertung der (ohnehin recht machtvollen) Magier einbinden kann. Die Idee ist schön und erinnert ein wenig an das Nachfüllsystem von Dea...

Der Mythos Prasnara ist ein dreiseitiger Abenteuerbericht, bzw. eher ein Reisebrief. Ich finde diese Art der Ideenübermittlung eigentlich ganz gut, auch wenn mir hier eine Kurzfassung (Textbox) des Inhalts zum späteren Nachschlagen fehlt.

Wenn man sich dann zum Schluß noch die Brettspieleecke anschaut, präsentiert das DDD-Team seine Redaktionslieblinge als Hitlist und stellt anschließend noch 5 'Neuerscheinungen' (wie gesagt 12 Monate sind eine lange Zeit) vor. Witzig ist, das die Jungs ein Drittel der ersten Seite für die Erklärung ihres Bewertungssystems bringen - aber auf den restlichen Seiten keine der Bewertungsboxen ... habe ich da irgendwas übersehen ?
Ehrlich gesagt lese ich den DDD nicht wegen der Brettspiele-Rezensionen. Ich denke mal, daß viele andere ebenso denken. Nicht das solch Beiwerk kein entzücken auslösen könnte, aber die 6 Seiten sind übertrieben und könnten echt für was besseres genutzt werden (z.B. einen größeren Schriftsatz ?).

Mein Gott, soviel hatte ich wohl noch bei keinem Fanzine, und schon gar nicht beim DDD - zu kritisieren und vielleicht habe ich es auch zu heftig getan ? Mir haben eigentlich nur die Backgroundberichte 'Bayern 1600' und Teile des 'Kloster'-Berichtes richtig gefallen.

Irgendwie fehlte bei dem Ganzen der richtige Pep, der die vorangegangenen Ausgaben ausmachte. Was ist los beim DDD ? Fehlen die genialen Ideen ? Wo bleibt die alte Oppositionshaltung zum 'offiziellen' Gildenbrief ? Wo bleiben die Ausreisser weg vom Midgard-System, die neues Leben in die Spielrunden brachten ?

Ich wünsche mir nichts lieber als einen DDD, der mich durch Originalität und den Innovationsgeist eines Fanzines begeistert. Diese Ausgabe mutet von der Themenwahl eher wie eine Ausgabe der G E O an.
Findet bitte zurück zu Eueren Wurzeln - ok, das tolle Layout, die Qualität eurer Texte und die genialen Kartenzeichnungen könnt ihr beibehalten. In diesem Sinn mit höchster Anspannung auf (ein besseres) DDD Nr. 10 kann ich nur noch eines sagen: "Enttäuscht Euere Abonnenten nicht !"

Wenn ein Leser des DDD eine andere Meinung hat, kann er sie gerne an mich senden. Ich sammle und veroeffentliche, in diesem Fall umso mehr, gerne auch eine andere Sicht.

Es gibt eine weitere Rezension von Thomas König zu diesem Produkt! Lesen?


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Name: Dausend Dode Drolle 9: Dausend Dode Drolle

Art: Magazin für Midgard; 56 Seiten; Heft;

Publikationsjahr: 1996

Kontakt: DDD

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20