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Wraith-The Oblivion - Dark Kingdom of Jade

Jahre vor dem Jahr des Lotos brachte White Wolf das erste und einzige Dark Kingdom-Quellenbuch heraus. Es beinhaltete das Dark Kingdom of Jade, das Totenreich der Chinesen und dem restlichen Asien, einem starken Gegner Stygias.
Vergleichbar ist das Buch wohl mit den Rage across oder Citybüchern bei Werewolf oder Vampire, beschreibt es doch ebenfalls eine Region, allerdings aus Sicht der Geister udnd amit ein Schattenland. Die Skinlands sind den Lebenden vorbehalten.

Dark Kingdom of Jade ist ein recht nettes Buch auch wenn es mich nicht wirklich vom Hocker gerissen hat was vielleicht auch darin zu begründen ist dass ich mit der Wraith-Thematik noch nie viel anfangen konnte. Dennoch erlaube ich mir einen eher objektiven Blick auf den Inhalt an sich. Es muss jeder selbst entscheiden ob er Verwendung für das Jadekönigreich hat oder nicht.

Als Einleitung dient eine kleine Ghoststory, die ich mir jedoch erspart habe. Ich habe sie zwar angelesen muss ich zugeben, aber nachdem ich keinen Draht zur Geschichte aufbauen konnte habe ich es gelassen.

In der eigentlichen Introduction erfährt man was man in den folgenden Kapiteln zu erwarten hat, ein kleines Lexikon wird geboten udn weiterführende Hilfsmittel in Form von Filmen, Büchern oder CDs.
Man erhält also auf drei Seiten das was man von einer Einleitung auch erwartet.

The Chinese Dead bildet das erste Kapitel. Darin erfährt man kurz die Unterschiede der asiatischen und der westlichen Geister (sie sind nicht wirklich von Bedeutung und in keinster Weise so gravierend wie es bei den Kuei-jin und den Kainskindern ist, Geist bleibt Geist egal in welchem Schattenland er lebt), die Bedeutung der Familie und Jade. Ein kurzes Kapitel was an sich auch als Einleitung zu sehen ist.

Wirklich zur Sache kommt erst das zweite Kapitel welches sich mit der Geschichte des Jadekönigreichs befasst. Darin wird kurz auf die Zeit vor Qin Shihuang eingegangen und seine Reform des Schattenlandes welche er zusammen mit seinen Terracottakriegern durchführte. Gegen diese martialische Kraft war kein anderer Geist in den asiatischen Schattenlanden gewachsen. Natürlich gab es hin und wieder Aufstände udn auch neuerdings gibt es ständig Konflikte. Aber der Kaiser ist ein harter Herrscher.
Da das Buch jedoch weit vor den Ereignissen in Ends of Empire erschien ist von diesen Ereignissen kaum etwas zu spüren. Nicht dass der Jadekaiser nicht ambitioniert genug wäre...

Die 'Regierung' des Jadekönigreichs bildet das dritte Kapitel. Hier findet sich eine genauere Beschreibung der Regierung, die unter Yu Huang (wie Quin Shihuang sich nennt) ihren Machenschaften folgt.
Vier Gruppen bilden die regierung: The Protectors of the Prosperous Realm (könnte als der geheimdienst von Yu Huang bezeichnet werden), the Judges of the Dead (das gesetz), the Imperial Army und the Jade Censors(die Verwalter der Seelen, Artefakte und Relikte, sowie die Verwalter über alle Neuankömmlinge).

Life among the Dead beschreibt die gesellschaft der asiatischen Geister. Die meisten Verstorbenen gehören einer Familie an, welche das Kernstück der Gesellschaft bilden. Diese Familien sind meist mehr oder weniger gross und können durchaus eine weite Verbreitung haben. Natürlich gibt es auch Individuen, welche sich von den Familien abwenden, aber ihr Leben ist nicht einfach.

Unreal Eastate bietet einen kurzen Führer durch die Geographie des Jadekingdom. Leider weist dieser Teil eine Kürze auf die er nicht verdient hätte, zuviel wird nur angeschnitten bzw. totgeschwiegen.
Die Beschreibung des Jadepalast als 'Kernstück' des Königreiches kommt meiner Meinung anch einfach zu kurz, und mit der nicht viel längeren Beschreibung von vier Necropoli (Peking, Hong Kong, Nanjing und Shanghai) wird das chinesische Schattenland beieitegelegt udn man wendet sich (ebenfalls kurz) den eroberten gebieten wie Korea oder Japan zu. Ein bisschen mehr hätte nicht geschadet, zumal wirklich wissenswertes eher beiseitegelassen wird. Ein Erzähler der seine Spieler ins JAdekönigreich entführen will muss leider sehr viel Vorarbeit leisten.

A Guided Tour of Hell, das sechste Kapitel ist genau das, eine Führung durch die chinesische Hölle. Hier findet man alles was zu einer interessanten, brauchbaren Beschreibung gehört, etwas was das vorangegangene Kapitel leider vermissen lies. Man erfährt etwas über die Geschichte der (buddhistischen) Hölle udn wie Yu Huang sie für seine eigenen Zwecke benutzt.
Die Hölle dient als Ort für Verbrecher und nur wenigen gelingt das Entkommen daraus. Vom Eingang Feng-Tu dauert es sieben Tage bis man die Hölle erreicht hat und jeder dieser Tage bietet seine eigene Prüfung. Hier bieten sich viele Möglichkeiten für kleine oder grössere Geschichten für Wraithspieler. Und am Ende kann es durchaus sein dass man von der Hölle verschont bleibt, denn etwas Hoffnung gibt es auch hier.
Geographische Besonderheiten udn bedeutende Persönlichkeiten runden das Kapitel ab.
Unverständlich warum das vorangegangene Kapitel nicht ebenso gestaltet wurde.

The Quick, das anschliessende Kapitel, befasst sich mit den Lebenden und ihrem Umgang mit den Toten. Begräbnisriten und Verehrung der Ahnen fehlen hier ebensowenig, wie die Bedeutung von Wahrsagern und Medien, sowie die kurze Beschreibung der wichtigen Feiertage (die leider nur kurz beschrieben werden und bei weitem nicht alle. Es stellt ein kleines Problem dar ganz Asien unter einen Hut bzw Schattenland zu bringen, zu unterschiedlich sind die Kulturen und das bleibt leider ein bisschen auf der Strecke).
Aber abgesehen davon bietet das Kapitel viel wissenswertes (auch spieltechnisch), so dass es durchaus reizvoll sein kann eine Jadekönigreichgeschichte mal aus anderer Sicht zu leiten (was für den Eurpopäer vielleicht an sich schon eine Herausfiorderung darstellt da man auf eine Menge Unbekannter Gebräuche stösst.

Das achte Kapitel stellt das Kapitel für den Erzähler und dient der Vertiefung asiatischer Chjaraktere.
Neben neuen Vorteilen und Schwächen, werden neue Künste geboten (wobei die meisten Arcanos aus dem regelwerk den asiatischen Geistern nicht unbekannt sind, deren Wege dem westlichen Toten fast verschlossen ist) und Ideen für Chroniken (wobei nicht unbedingt darauf wert gelegt wird dass es sich um Bewohner des Jadekingdoms handelt, auch Stygians haben durchaus ihre Aufgabe im reich des Yu Huang.

Das Buch ist eigentlich mit fast 140 Seiten sehr dick und es enthält auch einiges an Informationen, doch das iost für dieses exotische Setting doch ein bisschen zu wenig. Bei derselben Seitenzahl hätte man durchaus mehr Informationen bringen können, man hätte nur auf einige Beschreibungen udn Werte verzichten müssen.
Aber wen das Buch interessiert, dem will ich keine Steine in den Weg löegen, nur sollte man sich, will man eine Chronik/Geschichgte dort leiten klar sein dass man viel Arbeit zu erwarten hat, vielleicht zu viel, so dass man auf das Buch nicht einmal zurückgreifen muss.
Schadem, es hätte interessanter sein können.


Dark Kingdom of Jade - Adventures

Die Erweiterung zu Dark Kingdom of Jade bietet mehr als der Titel vermuten lässt. Unzählige Möglichkeiten für Geschichten und Chroniken werden geboten, so dass sich ein Erzähler der seine Gruppe ins Jadekönigreich führt wie im Paradies vorkommen muss.
Selbst wenn man die eigentlichen Adventures nicht spielt, genügend Ideen und Herausforderungen finden sich auch so.

Das Buch ist zweigeteilt, denn neben den erwähnten Geschichten enthält es auch einige Schauplatzbeschreibungen, die weiderrum zahlreiche Möglichkeiten bieten.
Die zweiseitige Einleitung führt auf die kommenden Kapitel ein und gibt ein überarbeitetes Jadekingdom-Lexikon wieder.

Die ersten drei Kapitel stellen drei verschiedene Haunts vor, ihre Geschichte, ihre Bewohner.
Das erste ist ein Schiff, welches auf den ersten Blick nicht sonderlich zu asiatischen Wraith passen würde: Die Prince Alexei, das Flagschiff der Tsushima Floating Renegades. Das russiche Schiff bietet sowohl westlichen als auch östlichen Wraith Platz zum Leben, und allein dass ehemalige Feinde am selben Ort sind gibt genügend Möglichkeiten für interessante Geschichten.
Der zweite Haunt ist ein Freudenhaus in Bangkok, wobei man sich auch den vampirischen Hintergrund hätte sparen können. Ist zwar ganz nett, hätte aber auch anders gelöst werden können. Zuzsätztlich zum eigentlichen Haunt findet man in diesem Kapitel auch eine kleine Einleitung zu Bangkok im allgemeinen, für die Toten und die Lebenden.
Den Jadepalast hätte man sich sparen könne, da mir dieses Kapitel doch etwas zu lieblos erscheint. Man erfährt nur wenig über das Gebäude selbst, Hauptaugenmerk liegt auf der Beschreibung einiger seiner Bewohner). Man hätte mehr daraus machen können und ich habe auch mehr erwartet. Schade, dabei scheint der Palast ein sehr interessanter Storyaufhänger zu sein.

Die nachfolgenden drei Kapitel beinhalten nun die eigentlichen Adventures.
A Hope in Hell, or the Mask and the Mirror, führt die Charaktere direkt in die Hölle.
A Voice in the Wilderness spielt in Vietnam und ist eine geschichte welche sich mit westlichen Wraith spielen lässt. Dabei finden die Charaktere die sogenannte Lost Legion, die eine Art Widerstand gegen Yu Huang aufbaut.
Und in the house of Pika Don schliesslich entführt Erzähler und Spieler nach Japan, in die Nähe von Hiroshima, spielbar mit Bewohnern des Jadekingdoms.

Auch wenn nicht alle der Abenteuer als wirklich gelungen zu bezeichnen sind (das Höllenabenteuer gehört zu meinen Lieblingen), so ist das Buch durchaus zu empfelen, auch wenn es ohne das eigentliche Quellenbuch Dark Kingdom of Jade nicht auskommt. Dennoch vertieft es die Ideen des Buches und zeigt zahlreiche Möglichkeiten auch für westliche Wraith ein Überleben im Jadekönigreich zu ermöglichen.

Eine Rezension von



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Name: Dark Kingdom of Jade

Art: Quellenmaterial für Wraith-The Oblivion; 136 Seiten; Buch;

Publikationsjahr: 1995

ISBN-10: 1-56504-615-3

ISBN-13: 978-1-56504-615-3

Preis: 14 Euro

Kontakt: White Wolf
Homepage: www.white-wolf.com

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20