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Computerspiele - Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay

The Chronicles of Riddick ist einmal mehr ein gutes Beispiel dafür, wie die Grenzen zwischen Film und Computerspiel immer mehr verwischen. Eine entsprechende Leistung von Rechner und Grafikkarte vorausgesetzt, präsentiert sich CoR fast schon wie ein Film, n dem man selbst die Hauptrolle übernimmt. Dazu gehören z.B. die Originalstimmen der Hauptdarsteller (z.B. Vin Diesel) und bekannte Namen (Xibit) für die Rollen der Antagonisten.
Dazu kommt eine Grafik wie man sie vielleicht schon aus dem Film Final Fantasy kennt - zumindest fast, denn man darf nicht vergessen: was bei Final Fantasy tagelang gerendert wurde, muß hier in Echtzeit durch Arbeitsspeicher und Grafikkarte geschaufelt werden... von einigen Abstrichen mal abgesehen, macht das Spiel auf modernen Boliden aber eine erstklassige Figur.

Ein wenig zur Handlung? Es kann nicht schaden, wenn man die Filme Pitch Black oder Chronicles of Riddick bereits gesehen hat, denn dann ist die Hauptfigur, deren Rolle man auch übernehmen wird, einem bereits bestens bekannt: Riddick.

Riddick ist ein Anti-Held in einer Zukunftswelt, der zwar heldenhaftes tut, aber entweder gezwungen oder aus gänzlich falschen Motiven. Eigentlich will Riddick nur seinen Weg gehen und in Frieden gelassen werden, aber als letzter einer Art, thront eine einzigartige DNA in seinem Körper, die ihn zur ultimativen Kampfmaschine macht. Und wenn man seine Streitgespräche am liebsten mit der Waffe und bis zum Tod führt, bleibt das nicht ohne Folgen: Riddick ist der meistgesuchte Verbrecher des Universums.

Darum verwundert es auch niemanden, daß sich Riddick zu beginn des Spiels wieder einmal als "Gast" in einem Gefangenentransport befindet und er nutzt den Anflug zum Gefängnisplaneten Butcher Bay für einen kleinen Auflug in seine Erinnerungen: schon einmal sollte Riddick in Butcher Bay eingekerkert werden, doch er konnte fliehen - und genau diese Flucht darf der Spieler als Tutorial (Einweisung in die Spielsteuerung) nachspielen.
CoR kann man in das Genre der Ego-Shooter einordnen, auch wenn Schußwaffen nicht zwingend Riddicks bevorzugten und tödlichsten Waffen sind. Den Anfang macht man in Butcher Bay nämlich in der Regel ohne Waffen - diese erhält man erst nach und nach. Statt dessen schleicht sich Riddick lieber ungesehen an seine Gegner heran und bricht ihnen das Genick oder prügelt sie im Zweikampf (Faust oder Messer) ohnmächtig. Mit einer Fernkampfwaffe lassen sich Gegner später auch aus der Ferne ausschalten - dazu steht je nach Phase des Spiels ein ganzes Arsenal an Waffen (Pistole, Schrotgewehr, Sturmgewehr, Taser und Granate) bereit.

Spätestens nach dieser dezenten Einleitung sollte jeden Leser klar sein, daß Riddick einen äußerst gewalttätigen Handlungsinhalt hat. Während die Fernkämpfe bei Dämmerlicht, das nur durch das Mündungsfeuer und die aufgesetzten Taschenlampen zerrissen wird, zu einem spannenden Austausch von Verletzungen wird, bekommt man beim Nahkampf die recht realistische Darstellung einer Prügelei aus der Ich-Perspektive präsentiert. Wer es gerne blutig mag, darf das virtuelle Blut spritzen lassen, daß sich auch ansehnlich über naheliegende Wände ergießt. Dazu kommt, daß das Spiel aus Licht und Schatten eine ziemlich gute Atmosphäre herbeizaubert und die Körper und Gesichter der ganzen vom Computer gesteuerten Figuren schon sehr realistisch wirken.
An dieser Stelle sei angemerkt, das CoR keine Jugendfreigabe hat, was ich auch sehr angemessen finde, auch wenn die Handlung manches "Kinofilms ab 16 Jahren" dem Spiel nicht unbedingt nachstehen muß. Aber letzten Endes ist man es hier selbst, der die Gewalt ausübt und optisch hochwertige Gemetzel ausübt und so etwas gehört nicht unbedingt in Kinderhände.

Außer Prügeln und Schießen kann Riddick noch eine Sache sehr gut: sich bewegen. Sein erstklassig durchtrainierter Körper kann zum Schleichen in die Knie gehen und gewissermaßen "mit den Schatten verschmelzen". Dieser Tarnmodus wird durch Blaufärbung des Bildschirms angezeigt und ermöglicht Riddick sich unauffällig an Gegnern vorbei zu Schleichen oder sie zu Meucheln.
Das Szenario indem sich Riddick bewegt, ist nicht nur zweidimensional, und so ist mancher versperrte Weg nur durch eine Kletterpartie zu überwinden. Auch diesen Part finde ich optisch sehr gut gelöst, denn nachdem der Spieler an einer Hürde (z.B. Kiste oder Wand mit Leiter) den Befehl zum Klettern gegeben hat, wechselt die Kameraperspektive und man sieht sich von außen, was die Übersichtlichkeit beim Klettern doch sehr erleichtert. Auf diese weise lassen sich auch komplexe Irrwege auf mehreren Etagen bewältigen, ohne die Orientierung zu verlieren.
Für alle weiteren Aufgaben übernimmt die Aktionstaste eine universelle Rolle, sei es das Öffnen von Türen, das Umlegen von Schaltern, Aufnehmen oder Anwenden von Gegenständen usw.
Last but not least kann man mit der Aktionstaste Dialoge beginnen, wenn man direkt vor einer Person steht, die Dialoge sind zwar simpel, erlauben es dem Spieler jedoch an einigen Stellen, das Geschehen zu beeinflussen, zum Beispiel indem man sich entscheidet freundlich oder provokativ zu sein. Alle Dialoge sind übrigens gesprochen (englisch) und mit deutschen Untertiteln. Auf die Untertitel sollte man sich allerdings nicht allzu sehr verlassen, da sie manche Sätze einfach auslassen. Den Grund dafür kenne ich nicht, ggf. ein Fehler im Skript. Wichtige Informationen und Aufgabenstellungen werden als gut verständlicher Text in einem Missionsmenue bereit gehalten, sobald man einen Auftrag annimmt, bzw. einen Befehl erhalten hat.

Während man im Tutorial einem recht linearen Fluchtweg folgt, dessen Herausforderungen im Bereich ungesehen bleiben, Töten und Klettern besteht, so bietet das Spiel nach der Ankunft im Hochsicherheitsgefängnis mehr Bewegungsfreiheit. Das Ziel ist bereits klar durch den Untertitel des Spiels definiert: Überleben und aus Butcher Bay entfliehen. Soviel sei gesagt: beides wird einem durch die grausigen Umstände im Gefängnis nicht gerade leicht gemacht. Das Spiel besteht aus abwechselnden Passagen, in denen Riddick sich mit den Leuten (Insassen oder Wärter) unterhalten kann, um an Informationen zu gelangen. Während er den Hinweisen folgt, gerät er in diverse Fallen, die zu Nahkämpfen oder Schußwechsel führen. Manche Missionen sind unumgänglich, bei anderen Missionen darf Riddick, bzw. der Spieler, sein Gewissen befragen, ob er zum Beispiel den für jemand anderen den Racheengel spielen will oder nicht.

Technisches
Sowohl Grafik als auch Sound sind bei Chronicles of Riddick extrem gut gelungen. Allerdings setzt diese Qualität auch eine recht gute Ausstattung voraus (Minimum: W2k/XP, P4 2 Ghz, 4GB HD, moderne Grafikkarte, DVD), wenn man das Spiel nicht nur als eine Folge von Standbildern anschauen will.
Meine alte Grafikkarte war mit diesem Spiel schlichtweg überfordert, doch der Neukauf einer günstigen aktuellen Grafikkarte, ermöglichte mir dann das Spiel recht ruckelfrei zu spielen.
Durch die Nutzung der DVD als Medium war es möglich, alle Dialoge gesprochen (englisch) zu realisieren, was eine extrem gute Stimmung vermittelt. Auch sonst gibt es viele Geräusche, die den Spieler tiefer in die Spielhandlung ziehen.
Die Grafik, d.h. von den Texturen angefangen, über die die verwendeten Modelle, deren Animation bei Bewegungen und beim Sprechen, die Licht und Schatteneffekte... alles in allem: sehr gelungen!
Die Handlung will ich nicht in den Himmel loben, aber für einen Ego-Shooter ist sie doch überraschend aufwendig und komplex.
Angenehm ist, daß sich das Spiel in vier Schwierigkeitsstufen spielen läßt und auf diese Weise sowohl dem Profi-Zocker als auch dem Feierabend-Spieler eine angemessene Herausforderung geboten wird.

Fazit:
Chronicles of Riddick überrascht in verschiedener Hinsicht. Zum einen nutzt das Spiel die Leistung aktueller Rechner vollends aus, was in einem Feuerwerk für Augen und Ohren mündet, und zum anderen gebt es sich in den Bereichen Handlung, Optik und Sound astronomisch weit positiv aus dem Feld sonstiger miserabler "Spiel-zum-Film"-Umsetzungen hervor.
Selbst wenn man die Riddick-Filme nicht kennt, aber auf gewaltstrotzende Ego-Shooter steht, kann man mit diesem Spiel sehr glücklich werden.
Einmal abgesehen von der angemessenen Einschränkung "nur für Erwachsene mit festem Stuhlgang und ohne Angst vorm Dunkeln", kann ich das Spiel wärmstens empfehlen!


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Wie wird gewertet?

Name: Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay

Art: Computerspiel für Computerspiele; PC-CD;

Publikationsjahr: 2004

Kontakt: Vivendi Universal Interactive
Homepage: de.vu-games.com

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20