Necroscope - Das Erwachen (1)
Necroscope - so nennt ein zurückhaltender junger Autor jemanden, der mit
Geistern reden kann - sich selbst! In der Schule als Sonderling gemieden
fängt er irgendwann an die sich bietenden Möglichkeiten zu nutzen.
Das es letztenendes um eine Vampir-Geschichte geht, wird erst im letzten
Drittel des Buches deutlich. Ein von Anfang an vorgestellter weiterer
Protagonist auf den Spuren seiner Vergangenheit in den Karpaten wandelnd
nimmt geistig mit einem in der Erde liegenden "Wamphyri" Kontakt auf.
Dieser hat ihm seinerzeit die Gabe geschenkt in den Erinnerungen Toter
stöbern zu können und die dieser im Dienste des russischen Geheimdienstes
ausübt. Letztenendes hofft der Untote durch den Kontakt zu diesem Menschen
sich wieder aus seinem Grab erheben zu können...
Lumley läßt sich extrem viel Zeit wichtige Personen mit diversen Rück-
blenden und Hintergrundinfos zu entwickeln. Auch mitunter an der Grenze
der sinnvollen Detailfreude, so gefällt mir dieses im Prinzip besser als die
hektisch-brutalen Weltuntergangs-Geschichten der World of Darkness, in der
es mitunter mehr Vampire etc. als Menschen zu geben scheint.
Geheimdienste nutzen die mit übersinnlichen Fähigkeiten Gesegneten, hinter
denen wiederum Geister bzw. Vampire stecken - ein originelle und in keinster
Weise platte Geschichte! Also wärmstens zu empfehlen für alle, die ein aus-
gefeilte Story lieben, in denen die Menschen keineswegs zu Statisten
degradiert sind, die eher einen subtilen Horror bietet und doch höchst
spannend ist!
Und mir somit wiederum gar nicht so weit weg von der WoD scheint...
Nur eines erschreckt mich, jetzt wo ich gespannt den zweiten Teil "Vampirblut"
in den Fingern halte: Nebenbei wird erwähnt, daß es 13 Teile gibt. Bei ca.
drei Übersetzungen pro Jahr gibt es noch viel zu tun für den Verlag. Und für
die interessierten Leser - mit längeren Durststrecken...
Es gibt eine weitere Rezension von Thomas Michalski zu diesem Produkt! Lesen?
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