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Computerspiele - Silverfall Gold Edition

Mit "Wächter der Elemente" ist die Fortsetzung zum Action-Rollenspiel "Silverfall" erschienen, das sich in erster Linie an Fans der legendären Diablo-Serie richtet.

Diablo-Style
Für alle, die den Klassiker nicht kennen, wird das Spielprinzip hier kurz erklärt: Der Spieler übernimmt die Rolle eines Charakters, dem er bei seinen Taten "schräg von oben" über die Schulter schaut. Bei modernen Vertretern des Genres, wie Silverfall, ist die Perspektive nahezu frei wählbar.
Der Charakter, der sich durch seine Rasse, das Geschlecht, ein mehr oder weniger umfangreich konfigurierbares Aussehen, eine handvoll Attribute und ein stetig wachsendes Repertoire an Fähigkeiten auszeichnet, wird per Mausklicks durch die Umgebung gelenkt. Während ein Klick mit der linken Maustaste auf ein Stück Boden bedeutet "lauf hier hin", bedeutet der Klick auf ein Objekt oder einen Gegner "nimm, rede oder greif an". Während man sich beim normalen Angriff für Nahkampf, Fernkampf oder Magie entscheiden kann, ist die rechte Maustaste für dazu passende Spezialfähigkeiten reserviert, die den Kampf entscheidend beeinflussen können.
Gegner und Objekte (z.B. Kisten), die der Charakter angemessen behandelt (meist zerstört) geben Gold, Gegenstände und Rohstoffe frei, die man entweder sofort benutzen kann oder einem Händler verkauft.
Die Handlung des Spiels wird wesentlich durch das Bekämpfen herumstreunender Monster bestimmt oder durch erledigen von Aufgaben, die man bei Auftraggebern erhalten kann. Nach Erfüllung einer Aufgabe winken in der Regel Erfahrungspunkte und auch mal ein Gegenstand, manchmal werden dadurch aber auch vorher unzugängliche Orte freigeschaltet. Aufgaben unterteilen sich in Haupt- und Nebenaufgaben. Während die Nebenaufgaben dazu dienen, den Charakter zu stärken und stärker in die Handlung des Spiels zu ziehen, stellen die Hauptaufgaben den Roten Faden des Spiels dar und führen den Spieler direkt vom Anfang bis zum Ende der Spielhandlung.

Steampunk
Das Spiel zeichnet sich neben den technischen Aspekten vor allem durch seine markante Mischung der Genre Fantasy und Dampfmaschienenzeitalter als Innovativ aus, die als Genremischung als "Steampunk" bekannt ist. Steampunk ist so faszinierend, weil es zwei widersprüchliche Elemente miteinander verbindet: auf der einen Seite die Industrialisierung mit ihren lauten, umweltverschmutzenden und gefährlichen Maschinen und auf der anderen Seite Magie, die als Gabe der Natur alles durchdringt, Zauberei erlaubt und so manch übernatürlicher Lebensform ihr Dasein ermöglicht. Sowohl mystische Magie wie auch nüchterne Technik ist in der Lage dem Ihr Zugeneigten das Leben massgeblich zu erleichtern und stehen damit in direkter Konkurrenz. Als jüngere Entwicklung beanspruchen die Maschinen Raum und Ressourcen um sich zu entwickeln und verdrängen zusammen mit der Natur auch die Grundlage für Magie.
Zwar ist es anfangs noch möglich mit seinen Taten zwischen den Extremen zu wandeln und in Harmonie mit Technik und Natur zu leben. Wer jedoch wirklich mächtige Artefakte und Fähigkeiten nutzen will, kommt nicht darum herum, sich (möglichst früh) für eine Seite zu entscheiden und diesem Pfad konsequent zu folgen.

Silverfall
Silverfall ist gleichermaßen der Name einer Hauptstadt und des umgebenden Reichs. Ein blühendes Zentrum von Kultur und Wohlstand, noch in Harmonie zwischen Natur und aufstrebender Technik. Doch dunkle Wolken ziehen herauf als sich eines Tages Portale öffnen und monströser untoter Kreaturen die Stadt überfluten. Die Einwohner werden abgeschlachtet oder fliehen in Scharen und gründen in einiger Entfernung ein Flüchtlingslager, wo man sich zu beginn des ersten Teils als junger Held wider Willen wiederfindet.

Begleiter
Aller Anfang ist schwer und so führen einen die ersten Aufträge in die nähere Umgebung, wo man mindere Untote bekämpft, um den anderen Flüchtlingen zu helfen und nebenbei sein eigenes Inventar aufzubessern. Recht schnell trifft man auf die ersten Personen, die eine neue Aufgabe im Leben suchen und sich, wie im Fall der niedergeschlagenen Heilerin Morka, dem Charakter nach Erledigung eines kleinen Gefallens anschließen und unterstützen.
Morka unterstützt einen von diesem Zeitpunkt an im Kampf - auf welche Art bestimmt man selbst, in dem man ihr per Dialog mitteilt, ob man Sie nur Heilend, nur Kämpfend (Morka unterstützt mit lähmenden Eisangriffen) oder in einer Mischung aus beidem Einsetzen will. Doch als Begleiter ist sie nicht nur im Kampf spielrelevant.
Jeder Begleiter, von denen man zu einem Zeitpunkt zwei mitnehmen kann, hat eine eigene Geschichte zu erzählen, will vom Charakter den ein oder anderen Gefallen erfüllt haben (hier stecken zusätzliche Aufträge) und entwickelt seine Sympathie zum Charakter, je nachdem wie man ihn behandelt.
Man trifft im Laufe des Spiels auf immer mehr exotische Personen, auf deren Hilfe man nach einem erfolgreichen Dialog und/oder einem Gefallen zurückgreifen kann. Die einmal "freigeschalteten" Begleiter folgen einem fortan von Stadt zu Stadt und warten dort auf einer Art Reservebank.
Abgesehen von der Ausrüstung und einem Sympathiewert, der beeinflusst wie sehr der Begleiter sich der Natur/Technik Ausrichtung des Charakters anschliesst, kann man den Begleiter nicht weiter konfigurieren. Will man einen anderen Fähigkeiten-Typus, muss man den aktuellen Begleiter auswechseln.

Fähigkeiten
Silverfall bedient sich in guter alter Traditition des Fertigkeitenbaum-Prinzips, der teilweise durch die Natur/Technik-Gesinnung beeinflusst wird. Man muss sich hier nicht schon bei Spielbeginn entscheiden, was der Charakter später einmal können darf (es gibt keine "Klasse"), sondern entscheidet sich durch die Wahl seiner Fähigkeiten welcher Charakter entsteht. Es ist natürlich von großem Nutzen, wenn man sehr früh eine Vorstellung davon hat, wohin man will. Beispielsweise macht es wenig Sinn, seine Fähigkeitenpunkte, von denen man 4 pro Stufe bekommt und jede Fähigkeit auf 10 begrenzt ist, gleichermassen zwischen Nahkampf, Fernkampf und Magie aufzuteilen. Einen schlagfertigen Helden bekommt man nur durch sinnvolle Konzentration seiner Punkte auf einen der drei Bereiche. Wer sich für den Nahkampf entscheidet, kann die Schnelligkeit oder Effizienz seiner Schläge erhöhen und Sonderschaden durch Vergiftung oder Magie hinzufügen. Beim Fernkampf kann darüber hinaus die Reichweite und Zahl der Geschosse verbessert werden. Magie bzw. Technik erlauben den Einsatz effektvoller elementarer Schäden, schwarzer Toten- oder Heilmagie. Wer in der zweiten Reihe stehen will, kann sich kurzlebiges Kanonenfutter (Untote, Maschinen oder Elementare) beschwören, das sich gegen die Reihen der Feinde wirft.

Ausrüstung
Als kleiner Held freut man sich noch über jedes Fundstück und gleicht nach jedem Gemetzel seine aktuelle Ausrüstung mit dem Inventar ab. Dazu kann man mit der Maus über das Inventar fahren und bekommt neben den Werten des Gegenstands immer glaich ein Fenster mit den Werten des Bereits ausgerüsteten Gegenstands eingeblendet. Sehr praktisch, wenn auch leider die Position der Fenster (links, rechts) oft wechselt. Normale Gegenstände haben graue Namen, verbesserte Gegenstände gelbe Namen, sehr gute Objekte grüne, blaue oder sogar rote Namen. Mit der Qualität der Gegenstände steigt die Sonderausstattung, wie Geschwindigkeit, Schaden oder Zusatzschaden (z.B. magisch) bei Waffen und Schutzwirkung und Resistenzen gegen magische Angriffe oder Attribute- bzw. Fähigkeitenboni bei Rüstungen und Schmuck.

Die Welt
Die Welt von Silverfall unterteilt sich in überschaubare Areale mit verschiedenen Themen (z.B. Wüste, Sumpf, Wald, Gebirge, Schneelandschaft etc.) die typische Monstertypen beherrbergen. Die Areale verfügen über ein ziemlich beschränktes "Pathing", d.h. man kann nicht überall lang laufen, wo man gerne langlaufen würde. Manchmal macht dies Sinn, weil dichter Wald oder ein Abhang den Weg versperren, manchmal wünscht man sich aber, man könnte über diesen kleinen Absatz hinweghüpfen, um den Weg abzukürzen. Das gleich gilt für die Grenzgebiete der Areale, wo klar definierte, manchmal jedoch schwer zu findene oder unpraktisch plazierte Übergänge vorgesehen sind. Areale verfügen über ein oder mehrere Sprungpunkte (um von irgendwo auf der Karte hinzureisen), meist Orte oder in denen man einen Händler und die Gefolgsleute antrifft und ein oder mehrere Dungeons.

Dungeons
Dungeons sind von der Landkarte separierte Areale, die durchaus den Umfang eines oberirdischen Gebietes annehmen können. In diesen Gebäuden, Höhlen oder Fahrzeugen kann man auf ausgefallene Gegner treffen und natürlich entsprechende Ausrüstung abstauben. In der Regel wird man sich aber hierhin "verirren" wil einen ein Auftrag tief ins Innere des Dungeons führt, wo man einen Obergegner, ein besonders großes, machtvolles und schwer zu besiegendes Wesen, zum Kampf herausfordern muss, um in der Handlung einen Schritt weiter zu kommen, oder sich einen Gefährten frei zu schalten.

Gegner
Die Gegner sind so vielgestalt, dass eine umfassende Beschreibung jeden Rahmen sprengen würde. Neben einem ziemlich ausgefallenen Tierreich trifft man auf feindlich gesinnte Vertreter jeder bekannten (Fantasy-) Spezies wie Elfen, Zwerge, Untote usw.
Eine Besonderheit von Silverfall sind die Nekroraider, die als Pervertierung der Technik-Bewegung verstanden werden können. Eine Art Cyberzombies, die so eng mit den Errungenschaften der Technik verwachsen sind, dass kaum noch menschliche oder tierische Merkmale vorhanden sind. Selbst Technik-verliebte finden hier ihr persönliches "Ende der Fahnenstange".
Die Gegner sind teilweise mit sehr viel Liebe zum Detail ausgearbeitet, was man leider nur richtig wahrnehmen kann, wenn man mit voller Vergrößerung spielt, was jedoch auf Mangel an Überblick das Spiel erschwert. Doch auch wenn die Zahl der Gegnertypen gross ist, wiederholt sich doch alles, bis auf die Obergegner natürlich, hundertfach.
In der Regel wird nur die Stufe des Monsters (und damit all seine Kampfwerte) erhöht. Manchmal erhalten hochstufige Monster auch noch die ein oder andere Fähigkeit (z.B. Umwerfen oder Elementarschaden) dazu.
Neben der Stufe gibt es auch noch den Sondertitel "Champion", der mit einem violetten Namenszug einhergeht. Diese Gegner verfügen über extrem viel Ausdauer und sollten im Kampf immer als letztes angegriffen werden.

Wächter der Elemente
Der zweite Teil der Silverfall-Saga ist zugleich ein Update des gesammten Spiels. Neben einer neuen Kampagne mit neuen Karten und Aufträgen wurde maßgeblich an der Programmierung geschraubt, was sich auch sehr positiv auf das Spielverhalten der ersten Kampagne auswirkt.
Die Neuerungen betreffen eine Vergößerung und sinnvolle Sortierung des Inventars, eine bessere Sortierung des Aufgaben-Logs, wesentlich beschleunigte Ladezeiten beim Wechsel zwischen den Karten, ein überarbeitetes Interface mit verschiebbaren Elementen, Gegnergruppen "mit Champion-Boss" statt reine Champion-Gruppen und ein paar neue hochgradige Fähigkeiten.
Ich kann nur raten, Wächter der Elemente sofort nach der Installation von Silverfall, Teil 1 einzuspielen, um in den Genuß der Technischen Vorteile zu kommen. Allein die reduzierten Ladezeiten erhöhen den Spielspass wesentlich.

Technisches
Optisch bietet Silverfall solide Optik, die mit allerlei aktuellen Grafikeffekten, vor allem beim Einsatz von Magie, Wasseroberflächen und Graslandschaften, Licht und Schatteneffekten aufwarten. Hier wird die obere Messlatte vor allem durch die verfügbare Grafikkarte (Grafikkarte mit DirectX-Unterstützung ist Plicht!) und CPU begrenzt. Die Designer haben mit ihrem "comicartigen" Stil der Figuren einen besonderen Akzent gesetzt, der im Detail natürlich Geschmackssache ist. Da man das Geschehen aber in der Regel aus der Vogelperspektive betrachtet, bekommt man von den Details nur selten etwas mit.
Technisch ist das Programm ziemlich ausgereift, auch wenn mir beim Durchspielen eine handvoll mal Male der Client abgestürzt ist. Es gibt übrigens eine "Speichern"-Funktion, die man allerdings nicht wortwörtlich nehmen sollte. Auch wenn es keine sinnvolle Begründung dafür gibt, wird nur der Zustand des Charakters und der Kampagne gespeichert, nicht jedoch der aktuelle Standort. D.h. man startet bei einem Neustart in einem sicheren Lager und nicht kurz vor dem Obergegner, wo man eventuell zuletzt gespeichert hatte. Auch ist es nicht möglich einen gespeicherten Zustand zu Laden, falls der Obergegner doch zu stark oder die Taktik misslungen war. Also lohnt es sich eigentlich nur zu speichern, wenn man Angst vor einem Absturz hat und den aktuellen Stand gesichert wissen will, der ansonsten bei jedem Zonenwechsel gesichert wird.

Kampagnen-Spielzeit
Was ich in jedem Fall monieren möchte ist die relativ geringe Zeit, die man zum Durchspielen der Kampagne(n) benötigt. Silverfall 1, noch ohne Update und damit mit langen Ladezeiten, konnte mich 5 Tage (ca. 40 Stunden) auf Stufe "Normal" beschäftigen, "Wächter der Elemente" hat es - da ich bereits einen entsprechend ausgearbeiteten Charakter hatte und mich seltener um das Thema Ausrüstung gekümmert habe - gerade mal drei Tage (ca. 24 Stunden) auf Trapp halten.
Okay, ich muss gestehen, dass ich bislang nicht jede Begleiter-Quest gespielt und vielleicht auch nicht jedes Monster in Silverfall getötet habe, aber ich vermute mehr als auf mehr als 40 Stunden pro Teil wird man nicht kommen.
Hier hätte ich mir deutlich mehr gewünscht und hier hilft auch meiner Meinung nach die "Zeitmaschine" nicht weiter, die einen mit allen Fähigkeiten und Ausrüstung noch einmal an den Beginn von Handlung Teil 1 oder Teil 2 bringt (alle Aufträge, Monster und Reisepunkte zurücksetzt).

Multiplayer
UNDER CONSTRUCTION

Fazit:
Silverfall ist - zumindest mit dem meiner Meinung nach unverzichtbaren Update durch "Wächter der Elemente" - ein solider Diablo-Klone.
Was Silverfall von anderen Spielen dieser Art abhebt ist sein besonderer Steampunk-Hintergrund, der es einigermaßen schafft, mit dem mittlerweile legendären Diablo-Universum Schritt zu halten.
Insgesamt war ich begeistert, wenn auch die Begeisterung eben nur knapp zwei Wochen anhielt.


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Name: Silverfall Gold Edition

Art: Computerspiel für Computerspiele; Windows-DVD;

Publikationsjahr: 2008

Preis: 44 Euro

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Letzte Änderung / Last modify: 13.06.2008