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Computerspiele - Nexus: The Jupiter Incident

Nexus - The Jupiter Incident ist ein reinrassiges Weltraum-Stratregiespiel. Das bedeutet, daß man als Kapitän den Oberbefehl über ein oder mehrere Großraumschiffe hat, die sich auf ihrem Weg durch die entlegensten Ecken des Universums zahlreichen Konflikten stellen müssen. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Schiffstypen, die sich mehr oder weniger zum Kampf, für die Aufklärung oder Transportaufgaben eignen. Viele Kreuzer verfügen über Geschwader kleinerer Kampfjäger, die sie auf Befehl in Richtung Feind "ausspucken" und auch wieder aufnehmen können. Eventuell beschädigte Jäger werden repariert, sobald sie wieder an Bord des Mutterschiffes sind. Ebenso reparieren sich die großen Raumschiffe automatisch, sofern kein Totalschaden einer technischen Komponente vorliegt.

Wenn man das Wort Strategie einmal nur für den Kampf bei Nexus interpretiert, so bedeutet es, daß man nicht selbst als Pilot im Cockpit sitzt und ein einzelnes Schiff in einer Art Geschicklichkeitsspiel steuert, sondern die Situation vor allem über die strategischen Weltraumkarten beurteilt und sich mit einer Art frei beweglicher Weltraum-Kamera einen Überblick von weit Außerhalb der eigenen Schiffe verschafft. Man hat also in der Regel das Äußere oder Positionsdaten der Raumschiffe vor der Nase und nimmt das Innere der Schiffe nur über die zahlreichen Menüs wahr, die einem Auskunft über Ausstattung, Zustand und aktuelle Tätigkeit der Schiffe geben.

Spieltechnisch bedeutet der strategische Aspekt im Kampf, daß man darauf beschränkt ist, den Schiffen bzw. Geschwadern Aufgaben vorzugeben, die die jeweiligen Kommandanten der Schiffe selbstständig in die Tat umsetzen. Um es gleich vorweg zu nehmen: anfangs mag einem das in den eher übersichtlichen Spielsituationen noch als wenig Interaktion erscheinen. Aber spätestens wenn sich die Zahl der eigenen Schiffe und die Gegner erhöht und auch die Zahl der Handlungsmöglichkeiten zunimmt, freut man sich über jede Aufgabe, die einem abgenommen wird.

Damit die Schiffe trotz aller Eigenständigkeit gewisse Grundregeln einhalten, kann man Verhaltensweisen vorgeben, wie zum Beispiel extrem aggressives Verhalten - jeder Feind wird gesucht und mit allem angegriffen was verfügbar ist. Über dieses Grundverhalten hinaus kann man jedem ausgewählten (geht auch über Control- und Zahlentasten) Raumschiff/Geschwader eine Reihe von direkten Befehlen erteilen. Ein direkter Befehl kann zum Beispiel ein Flugziel, eine Angriffsmethode, die Verwendung des Schildes oder die Benutzung bestimmter Geräte sein. Ein Raumschiff führt nur den jeweils zuletzt gewählten Befehl aus, eine Handlungskette zu programmieren ist leider nicht möglich.

Im späteren Verlauf des Spiels hat man die Möglichkeit seine Raumschiffe selbst zu Bestücken, d.h. die Standart-Bewaffnung, Gerätschaften, Antriebe usw. selbst ein- und auszubauen, bis das Resultat der Missionsaufgabe (hoffentlich) gerecht wird. Einmal abgesehen davon, das man dieses Tuning auch von vielen anderen Spielen her kennt, habe ich mich in diesem Teil des Spiels positiv an BattleTech / Mechwarrior erinnert gefühlt, wo man auch sehr viel Zeit damit zubringen konnte, seine Idealvorstellungen mit der Realität abzugleichen. Stets ist der Raum für alle Wünsche zu knapp und man schiebt hin und her, baut ein und aus.

Jede Ausrüstungskomponente hat später ihre Entsprechung in Form eines Tabellenreiters. Angreifer können gezielt bestimmte Komponenten (wie z.B. bestimmte Waffensysteme oder den Antrieb) attackieren, wenn ihnen zuvor ein Scan des gegnerischen Raumschiffs gelingt. Dazu gibt es auch bestimmte Waffen, die eher der Schiffshülle oder den Innereien schaden. Treten Beschädigungen an den Gerätschaften auf, wird dies über die Farbgebung und einen Zustandsbalken angezeigt. So lange der Schaden nicht zu groß ist, repariert das Techniker-Team so lange bis alle Schäden beseitigt sind. Totalschäden können nur in den Werften repariert werden und verlieren bis dahin ihre Funktion.
Sollte einmal ein ganzes Schiff zerstört werden, flüchtet die Crew mit Rettungskapseln. Je nach Aggressionsgrad der Gegner schafft es danach ein Teil der Mannschaft sich zu an Bord eines befreundeten Raumschiffes zu retten... im schlimmsten Fall überlebt nur der Kapitän. Solch eine gerettete Crew kann später aufgestockt und auf einem neuen Raumschiff eingesetzt werden.

Die Rahmenhandlung
Man übernimmt die Rolle von Marcus Cromwell, einem berühmten Raumschiffkapitän. Da Helden nur ungern unnütz zuhause sitzen, akzeptiert er eine Mission, die ihn im Auftrag eines Mega-Konzerns als Kapitän des Raumkreuzers Stiletto zum Jupiter führen soll. Dort, am Rande des Sonnensystems, wartet nicht nur die mißgünstige Konkurrenz in Form von Vertretern anderer Mega-Konzerne, sondern auch der ein oder andere Hinweis auf die Existenz außerirdischen Lebens... Bald beginnt ein Wettlauf um die Bergung außerirdischer Technologien, der unter dem Namen "Jupiter Incident" ("Jupiter Zwischenfall") Geschichte schreiben wird.

Technisches
Auch wenn das Weltall vor allen Dingen aus Nichts besteht, gibt es bei Nexus - The Jupiter Incident allerlei optische Leckerbissen, die auch aktuelle Spielboliden zum Schwitzen bringen können. Zum Glück lassen sich die vielfältigen Grafik-Optionen auch einzeln abschalten. Das Spiel kann so auch auf ältere Hardware angepaßt werden (Minimum: P3 1Ghz, 3D-GraKa ab GeForce2, W98/2k/xp).
Auf aktueller Hardware bekommt man natürlich einiges geboten: glühende Triebwerke, flackernde Explosionswolken, das ganze Spektrum an Lichtreflexionen und Lichteffekten gebrochener Sonnenstrahlen etc.pp. An einigen Orten im Weltall, zum Beispiel in Asteroiden-Feldern, kann es auch schon mal eng auf dem Bildschirm werden, wenn verfeindete Raumschiffe im Kampfgetümmel umeinander ihre Bahnen ziehen und Laserstrahlen die schwärze des Alls durchschneiden.
Neben der deutschen Komplettsynchronisation, die auch die gesprochenen Missionstexte und Zwischengespräche beinhaltet, protzt das Spiel natürlich mit allerlei typischen Triebwerks- und Waffengeräuschen.

Multiplayer:
Für alle, die sich lieber mit menschlichen Gegnern messen oder das Spiel schon durchgespielt haben, bietet der Multiplayer-Modus an, in dem man über LAN oder Internet Kooperation Missionen lösen kann oder sich z.B. im Deathmatch gegenseitig wegpustet.

Fazit:
Nexus - The Jupiter Incident hat bei mir einen positiven Eindruck hinterlassen und das obwohl es weder ein Rollenspiel ist noch meine Begeisterung für Weltraum-Strategiespiele sonderlich hoch ist. In den ersten Missionen, die man eher als Tutorial einordnen kann, ist das Spiel noch recht gemütlich, aber schneller als einem lieb ist, wird man dann in Hektik verfallen, um alle Einheiten bestmöglich einzusetzen. Einige Missionen kann man nur mit Glück beim ersten Versuch schaffen, aber das mindert den Spielspaß nicht - eher im Gegenteil.
Insgesamt ein solides Spiel, das sein Geld wert ist und besonders Fans des Genres eine Menge Spielspaß bieten wird - durch den Multiplayer-Modus gilt das auch langfristig.


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Name: Nexus: The Jupiter Incident

Art: Computerspiel für Computerspiele; PC-CD (Windows 98/2000/Xp);

Publikationsjahr: 2005

Preis: 30 Euro

Kontakt: Vivendi Universal Interactive
Homepage: de.vu-games.com

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20