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Computerspiele - SpellForce 1: The Order of Dawn

So, nun habe ich SpellForce eine zeitlang mit verschiedenen Charakteren angespielt und denke, daß es Zeit für die Rezension ist. Gleich voran: SpellForce ist ein exzellenter Titel aus der Rubrik der Aufbau-Strategiespiele, das mit Elementen aus dem Rollenspiel-Genre verfeinert wurde.

Spellforce = WarCraft + Diablo
Kritikpunkt, aber natürlich auch Kaufanreiz ist die Tatsache, daß Spellforce spieltechnisch ein Clone von WarCraft III ist, bei dem das Heldenkonzept in Richtung Diablo II (und darüber hinaus) erweitert wurde. Es ist sicherlich kein Zufall, daß sowohl Diablo wie auch WarCraft (beide aus dem Hause Blizzard), die Top 10 der Fantasy Computerspielespiele anführen.
Aber auch hier gilt: besser gut geklaut und neu kombiniert, als auf eigene Faust schlecht neu gemacht. Und vor allem eines ist besonders wichtig. Spellforce übertrifft oben genannte Spieler nicht nur vom optischen Aspekt - was kein Wunder ist, da WarCraft und Diablo nicht mehr ganz taufrisch sind - sondern es wurden auch eine Menge Schwächen beseitigt. Bezüglich dem Original WarCraft wurde die Handhabung, von allem von großen Truppeneinheiten, deutlich verbessert. In Bezug auf Diablo erscheint die wesentlich vielfältigere Charaktererschaffung und der sehr flexible Ausbau erwähnenswert - im Prinzip gibt es keine festen Klassen, sondern nur Schwerpunkte.

Hintergrund
Die mittelalterliche Fantasywelt Fiara ist mit allerlei verschiedenen Rassen besiedelt (30 insgesamt, die Spielerrassen sind: Elfen, Orks, Menschen, Dunkelelfen, Zwerge und Trolle), die alle mehr oder weniger friedlich nebeneinander existieren würden, wenn es da nicht Kriegstreiber gäbe, die ihre eigenen Ziele verfolgten. Die wirklichen Machtfaktoren auf Fiara sind eigentlich nicht die Könige, sondern sogenannte Zirkelmagier, von denen es gute und - wie sich für unseren bereits nach den ersten Schritten herausstellt - auch böse gibt.
In früheren Tagen, schufen die Zirkelmagier machtvolle Monumente in ganz Fiara, die drei Hauptaufgaben haben: unbegrenzter Nachschub an Helden und Truppen sowie Portale, die entfernt liegende Orte miteinander verbinden. Die "Nachschub-Monumente" basieren auf sogenannten Runensteinen in denen Charakteristika einer Rasse und die Persönlichkeit von Helden eingebrannt wurden. Die mit den Monumenten erschaffenen Personen sind unfrei und unterliegen dem Befehl des Runenbesitzers - darum spricht man auf Fiara oft verächtlich von "Runensklaven".
Auch der Held der Geschichte - also der Spieler - übernimmt die Rolle eines Runenkriegers, der nach vielen Jahren in einem Heldenmonument zum Leben erweckt wird. Sein "Herr" ist der Zirkelmagier Rohen, der Gerüchten nach dem finsteren Treiben eines anderen Magiers auf der Spur ist und sich mit dem Runenkrieger eine Rückendeckung verschaffen möchte. Da Rohen für diese Aufgabe einen besonderen Helden benötigt, übergibt er dem Runenkrieger seine eigene Rune - und macht die Spielerfigur damit zu ihrem eigenen Herrn. Zudem kann sich der Held nun weiter entwickeln, was den statisch konservierten Runenkriegern ansonsten nicht möglich ist.
Da unser Held erfährt, daß der Zirkelmagier Rohen in einen Hinterhalt gelockt werden soll, beschließt er ihm zu folgen und ihn zu warnen. Leider ist Rohen schon weit fortgereist und der Weg zu ihm führt durch von Banditen und feindlich gesinnten Völkern belagertes Land.

Charaktererschaffung
Da Spellforce im Wesentlichen zwei schon recht komplexe Spielprinzipien miteinander kombiniert, ist daraus unweigerlich etwas noch Komplexeres entstanden. Zum Glück haben die Spieledesigner Wert auf ein wirklich einsteigerfreundliches Tutorial gelegt, in dem man die Benutzerführung schrittweise kennenlernen kann.
Alles beginnt mit der Charaktererschaffung. Jeder Held besteht aus Attributen, Schwerpunkten und Spezialisierungen. Die Attribute sind Stärke, Ausdauer, Geschicklichkeit, Wendigkeit, Intelligez, Weiheit, Charisma. Schwerpunkte können Nahkampf und Rüstungen (jeweils als leichte und schwere Version), Fernkampf und verschiedene Magiearten sein. In jeder Schwerpunkt-Rubrik gibt es bis zu drei Spezialisierungen, wie zum Beispiel "Schwere Kriegskunst: Nahkampf, Rünstungen, Schilde", die man separat steigern muß, nachdem man einmal den Schwerpunkt erlernt hat.
Damit hat man insgesamt 21 verschiedene "Fertigkeiten" zur Auswahl, um seinen Helden zu definieren. Will man z.B. einen "Paladin" erschaffen, könnte man "Schwere Kriegskunst: Nahkampf" nehmen und bei der der Charakterentwicklung "Schwere Kriegskunst: Rüstungen" und "Weisse Magie" erlernen, um schließlich eine gut gerüstete und sehr schlagkräftige Nahkampfeinheit mit Heil- und Segenssprüchen zu erhalten. Da jeder Schwerpunkt eigene Anforderungen in Bezug auf die Attribute hat, empfehlt es sich, den Charakter nicht allzu "vielfältig" zu machen. Ein Spezialist wird es im Spiel vermutlich leichter haben, zumal man eigene Schwächen später durch selbst beschworene "Runenhelden" ausgleichen kann. Die Charakterentwicklung ist so gestaltet, daß man gut zwei Spezialisierungen (innerhalb eines Schwerpunkts) maximal halten kann, oder eine Spezialisierung (z.B. Bogenschießen) maximal und ein bis zwei weitere (z.B. Schwere Rüstungen und Heilmagie) zu einem brauchbaren Mittelmaß.

Der Avatar, d.h. die Hauptfigur des Spielers, ist in der Regel der effektivste Streiter in den eigenen Reihen. Je nachdem, welche Spieltaktiken man bevorzugt, sollte auch diese Figur gestaltet sein. Wer gerne offensiv ins Getümmel zieht, sollte daher auf eine gute Rüstung und hohe Lebenspunkte (Ausdauer) wert legen. Fernkampfwaffen (Bogen, Armbrust) haben sicherlich ihren Vorteil, nützen aber im Nahkampf und beim Angriff auf Gebäude nichts. Leichte Waffen ermöglichen eine schnellere Schlagfolge, richten aber selten soviel Schaden an, wie eine schwere Waffe oder gar eine schwere zweihändige Waffe. Schilde addieren sich zum Rüstungswert.
Magie ist bei Spellcraft recht vielfältigt. in jeder der vier Magie-Schwerpunkte (Weiss, Schwarz, Elementar und Mental) gibt es drei Spezialisierungen, für die wiederum ca. drei Zaubersprüchrezepte in verschiedenen Stufen existieren. Sofern die Fertigkeit vorliegt, läßt sich ein solches "Rezept" erlernen und fortan zaubern.

Charakterspiel
Die Bedienung des Hauptcharakters unterscheidet sich erst einmal kaum von der Bedienung einer Figur, wie man es ggf. von WarCraft oder Diablo gewohnt ist. In Spellforce kann man den Sichtwinkel entlang einer "Zoomkurve" frei verändern und sich stufenlos in eine Szene "hereinzoomen". Befindet man sich dabei über dem Avatar, gelangt man in eine "Ego-Perspektive" und kann die Landschaft mit der Sicht des Helden erkunden. Natürlich ist das der Übersichtlichkeit nicht gerade förderlich, wenn man große Truppen zu befehligen hat oder Feinde auskunschaftet - aber es erfreut das Auge den eigenen Einheiten mal beim Kämpfen (z.B. mit imposanten Gegnern) oder Arbeiten zuzusehen.
Die SpellForce-Entwickler haben die Bedienung eines Helden gut durchdacht. Jeder Held (Avatar und bis zu fünf Runenkrieger) sind als Icon am oberen Bildrand sichtbar. Selektiert man mit der linken Maustaste irgendeine Einheit, so werden unter dem Helden-Icon alle darauf anwendbaren Zaubersprüche und Spezialfertigkeiten eingeblendet. So gibt es zum Beispiel zwei Möglichkeiten einen Heilspruch anzuwenden: erst Zauber wählen und dann die Einheit auf dem Spielfeld - oder erst die Einheit und dann das Spruchsymbol. Der Vorteil liegt gerade im Kampfgetümmel klar auf der Hand. Es kann schon mal zu "Fehlklicks" (falsche Einheit selektiert) kommen, die dann bei der ersten Methode den Zauberspruch verschwenden.
Angreifen/Zaubern kann man per Rechtsklick auf eine feindliche Einheit (Figur und Gebäude). Die Figur läuft nach solch einem Befehl in Angriffsreichweite und attakiert - einmal bei Zaubern und greift so laneg an wie ein Feind da ist. Bestimmte Zauber (z.B. Heilung oder Flüche) werden natürlich nur einmal gezaubert. Manche Zauber (meist "Buffs", also Verbesserungssprüche) müssen allerdings vom Magier (passiv) aufrecht gehalten werden, erffordern seine Anwesenheit und rauben permanent Mana.
Während Helden ihre Spezialfertigkeiten nur auf Befehl hin ausführen (Ausnahme Amgriffszauber), aktivieren die restlichen Einheiten ihre Fähigkeiten mit Hilfe der KI.

Charakterausbau und -entwicklung
Der wichtige Teil der Attribute und Fertigkeiten wurde schon besprochen. Die zwei anderen Hauptelemente sind Ausrüstung und der Runenbaukasten (Steine und Rezepte). Im Spiel kann man maximal fünf weitere Runenkrieger einsetzen, sofern man ein Heldenmonument findet. Diese Runenkrieger sind in der Regel ein bis zwei Stufen niedriger als der Avatar - was aber immer noch genügt um eventuelle Schwächen auszugleichen (z.B. fehlende Nahkampf oder Heilfähigkeiten).
Um sich eine Armee aufzustellen, muß man ein Monument der Rasse (z.B. Menschen) finden und eine passende "Arbeiter-Rune" besitzen. Arbeiter können Rohstoffe abbauen und Gebäude errichten - diese wiederum ermöglichen die Beschwörung von Kämpfern und Magiern aus Rohstoffen.
Alle Einheiten, mit Ausnahme des Arbeiters erfordern Rohstoffe und Gebäude. Welche das sind ist in den "Rezepten" vermerkt, die man - ebenso wie die Runensteine - bei gefallenen Feinden finden, als Belohnung für bestandene Questen erhalten oder bei Händlern erwerben kann. Analog zu den Spruchrollen muß man ein Rezept erlernen (verbrauchen) und kann anschließend mit dem passenden Monument die Einheit herstellen. Jede Rasse hat übrigens ihre eigenen Rezepte, so daß man eine Vielzahl erlernen muß.
Die Anordnung der Rezepte (wie sie z.B. später im Auswahlmenue eines Arbeiters zu sehen sind) ist vom Spieler frei wählbar. In späteren Missionen bekommt man die Chance gemischte Heere aufzustellen, um z.B. von den Spezialitäten beider Rassen zu profitieren. Alle greifen dabei auf dieselben Rohstoffvorräte zurück - und unterliegen der gleichen Einheiten-Maximalgrenze, d.h. wenn diese 25 ist, dürfen nur z.B. nur alle Elfen- und Menschen-Krieger zusammen nur 25 sein.

Während man die Armeen höchstens über allgemeine "Ausbauten" optimieren kann (lassen sich mit manchen Gebäuden erzielen - aber nicht so extrem wie bei WarCraft) bzw. in dem man eine bessere Arbeiter-Basisrune verwendet, können und müssen die zusätzlichen Helden aus dem Inventar des Avatars gekleidet werden, d.h. sie profitieren von einer großen Auswahl. Da Jeder Runenkrieger seie eigenen Vorlieben hat, lohnt es sich (innerhalb eines bestimmten Stufenrahmens) eine Auswahl aller Ausrüstungegegenstände bereit zu haben und nicht alles gleich an Händler zu verkaufen - sowas rächt sich!

Ruft man das "Inventar" (Knopf oder "i") auf bekommt man alle Charakterrelevanten Informationen auf mehreren "Blättern" verteilt, die wiederum "Unterblätter" haben - damit sich die wirklich vielen gefundenen und angesammelten Gegenstände und Rezepte auch irgendwie verwalten lassen.
Am rechten Rand sieht man Knöpfe mit den Gesichtern die Gesichter aller "Helden", so daß man auf dem Spielwerte- und Gegenstände-Blatt umschalten kann, um neue Gegenstände ggf. an einen geeigneten Helden zu berteilen. Auf dem Spielwerte-Blatt kann (nur) der Avatar bei Levelanstieg auch seine Attribute und Fertigkeiten verbessern.

Jeder Held besteht kleidungstechnisch aus Helm, Torso, Hose, Schuhe, L+R Hand (ein/zwei Waffen und/oder Schild) und zwei Ringen.
Mit der Ausnahme von expliziten Zweihandwaffen, die viel Schaden verursachen, kann jeder Held zwei Waffen, bzw. eine Waffe+Schild-Kombination führen. Es gibt immer wieder Waffen die nur eine Mindeststufe erfordern - weshalb man nicht unbedingt eine Kriegsfertigkeit lernen muß - aber den besten Schaden erzielt man damit nicht. Fernkämpfer können zusätzlich zu Bogen/Armbrust eine einhändige Nahkampfwaffe führen, die dann bei "Point-Blank" (Direktkontakt) eingesetzt wird. Es ist aber möglich, weiterhin ferne Gegner anzugreifen - auch wenn man sich mit anderen Feinden in Direktkontakt befindet.

Jeder Gegenstand kann magische Boni und Mali haben, bzw. bei Angriff einen zusätzlichen Zauber (meist Elementar) bewirken oder Resistenzen gegen magische Angriffe bieten. Die Gegenstände sind allesamt "fertig", d.h. es gibt (noch) kein irgendwie geartetes Komponentensystem, wie bei Diablo. Um einen Gegenstand tragen zu können, muß der Held den Mindestanforderungen entsprechen, ansonsten färbt sich das Gegenstandsfeld rot - was die Auswahl bei der Ausstattung eines neuen Runenkriegers sehr erleichtert.
Einen Runenkrieger kann man übrigens nur "nackt" aus seinen Diensten entlassen (um ihn z.B. durch einen anderen zu ersetzen). Ausstatten und Entkleiden kann man seine Helden auch, wenn sie gerade nicht lebendig herumlaufen.

Missionen
Die Spellforce-Kampagne setzt sich aus einer Vielzahl von Questen zusammen, die in Haupt- und Nebenquesten unterteilt sind. Alle Questen findet sich in einem sehr vorbildlichen "Questen-Tagebuch" wo man deutlich einsehen kann, welche Teile der Queste(n) bereits gelöst sind, und was man als nächstes tun sollte. Auch werden gelöste Questen auf ein separates "Blatt" verfrachtet, so daß man immer den Durchblick behält. Leider sind die Questhinweise nicht immer Vollständig, bzw. eindeutig, so daß man nach längerer Spielpause schon mal vor dem Rätsel steht, wo die Schneiderin denn ihren Laden hatte. Sowas kann in Verdruß ausarten - daher lohnt es sich einen kleinen Zettel zur Notierung von Zusatzinformationen bereitzuhalten und bei den Gesprächen immer gut auf die Ortsangaben und andere Details aufzupassen.

Im Spiel wird man immer wieder mit Solo-Missionen, Runenhelden- und Armeen-Szenarios konfrontiert. Im Spiel wird das durch die Verfügbarkeit entsprechender Monumente gesteuert. Generell läßt sich sagen, daß es je nach Avatar nicht immer einen "besten" Weg gibt, eine Mission bzw. Etappe zu erledigen. Nur sollte man darauf achten, das der Avatar zumindestens einzelne Feinde überwinden kann.
Durch die Seelenesteine kann man jeden anderen Ort erreichen, an dem man zuvor einen Seelenstein aktiviert hat. Spellforce überrascht hier des öfteren mit Neuerungen, wenn man zu einem späteren Zeitpunkt den gleichen (eigentlich geräumten) Landstrich erneut bereist... es kann vorkommen, daß dieser dann von einer anderen Fraktion besetzt wurde.
Auch lohnt es sich Notizen über besdonere Verkaufsgüter zu machen, die man bei seinen Reisen entdeckt. Zwar erscheinem einem ggf. momentan die Preise überdimensioniert - aber ggf. kann diese Ware irgednwann "günstig" und sehr hilfreich sein. Ich denke hierbei vor allem an Spruchrollen, Rezepte und magische Gegenstände.
Zur Erledigung der (Teil-) Questen gibt es Auslöser (engl. Trigger), d.h. Gegenstände die man aufsammelt (unverkäuflich!), Orte die man betritt, oder Gegner die man tötet. Wenn man solch einen Trigger auslöst, wird meist das Questen-Tagebuch aktualisiert - und in der Regel regnet es Erfahrungspunkte.
Bzgl. Erfahrungspunkten sei gesagt, daß das Töten von "immer wiederkehrenden" Gegnern kaum bis gar keine Erfahrungspunkte gibt ("Campen" ist also nicht ratsam), wogegen erfüllte Teilquesten richtig fette Punkte ergeben. Aus diesem Grund lohnt es sich übrigens unbedingt, die Nebenquesten auch zu bekommen und zu erledigen, um die notwendigen Stufen aufzusteigen. Am besten also jede ansprechbare Person (erkennt man an Ausrufe- oder Fragezeichen) ansprechen und jeden Landstrich komplett abgrasen, um alle irgendwie möglichen Erfahrungspunkte zu bekommen... jede Stufe bedeutet neue bessere Attribute, mehr Fähigkeiten und mehr und bessere Runenkrieger.
Ein zusätzlicher Reiz ist natürlich der Erhalt immer neuer Rezepte für neue Gebäude und Armee-Einheiten für die verschiedenen Rassen. Anfangs kämpft man nur mit den "Guten" Rassen: Menschen, Elfen und Zwerge bevor es dann mit den "Bösen" Rassen weitergeht.

Multiplayer-Modus
Noch nicht getestet, daher folgt mein Kommentar dazu später!

Technisches
Sowohl Optisch, Akustisch und auch Programmiertechnisch ist Spellforce allererste Güte!
WarCraft-Fans werden ggf. den comicartig-bulligen Stil der Krieger vermissen, aber ansonsten halten die Figuren in Sachen ansehnlichkeit und Animation jedem Vergleich mit einem Strategie- und Aufbauspiel stand. Die Ego-Perspektive ist immer noch erstaunlich detailreich, auch wenn man diese natürlich nicht mit der gängigen Ego-Shooter Qualität vergleichen kann - dazu ist sie auch nicht gedacht, sondern eher als stimmungsvolle Zusatzoption, um sich seine Umgebung einmal genauer anschauen zu können.
Die Musikstücke sind sehr episch gehalten so daß man das Gefühl bekommt, daß hier die "Größe" eines Herr der Ringe Spektakels geboten wird. Grundsätzlich nicht schlecht, allerdings geht einem der imposante Choral bei Spielbeginn irgendwann auf den Nerv - er ist immer gleich.
Im Spiel verhält sich die Musik Szene-bedingt. In "Alles gut!" Situationen kann schon mal ein zum Ort passende Melodie erklingen - die dann bei Nähe zum Feind plötzlich ausblendet. Angriffe irgendwo auf dem Schlachtfeld werden von Kriegsgebrüll begleitet und auf der Karte markiert.
Alle Dialoge sind übrigens als Text und gesprochener Text vorhanden. Während man Zwischensequenzen per Tastendruck abkürzen kann, muß man sich "Zwischenspiele" komplett anschauen. Letzteres nervt, wenn man dieses Zwischenspiel schon einmal angesehen hat.
Zum Glück kann man jederzeit mühelos abspeichern. Das Einladen ist dann wiederum (etwas umständlich) mit einem Umweg über das Startmenue verbunden.

BÖSER ZEIGEFINGER!
An dieser Stelle möchte ich der Chefetage von JoWood eine Rüge aussprechen, daß man vielen Kunden wohl die Weihnachtsfeiertage mit einem tollpatschig programmierten und anscheinend nicht ausreichend getesteten Kopierschutz versaut hat. Ein Großteil der Käufer fanden sich mit der Mitteilung "Sie benutzen eine Raubkopie" konfrontiert, die mit einem vorzeitigen Ende der Installation verbunden war... Feiertage da, Spiel läuft nicht... ARGH!
Erst ein nach Weihnachten angebotener Patch (21 Megabyte!) löste das "Treiberproblem". Ich kann mir vorstellen, daß sich die Spielerschaft von Jowood, die nächsten Weihnachtsfeiertage nicht mehr verübeln lassen. Manch armer Tropf - ohne DSL oder gar ganz ohne Internetzugang - mußte für den Patch sogar auf ein Computerspiele-Magazin warten. Liebe Spiele-Macher: So bitte nicht!

Außerdem müßte es doch langsam bekannt geworden sein, daß *jeder* Kopierschutz geknackt wird. Die beste Art, viele Spiele zu verkaufen, ist immer noch ein guter Multiplayer-Modus.

Fazit:
Spellforce ist ein echter Kracher. Auch wenn es keine echte Innovation auf dem Computerspiele-Sektor darstellt ist es dennoch einer sehr gute Neukombination - und wie ich hoffe, eine mit gutem Multiplayer-Modus und Langzeit-Monivation. Derzeit wird Spellforce noch in regelmäßigen Abständen gepatcht (d.h. durch Downloads mit Updates versehen oder von Fehlern befreit)... aber wer sich das Spiel heute kauft und den neuesten Patch (derzeit v1.05) installiert, erhält ein erfreulich stabiles und fehlerfreies Programm.


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    Name: SpellForce 1: The Order of Dawn

    Art: Computerspiel für Computerspiele; PC-Spiel;

    Publikationsjahr: 2003

    Preis: 33 Euro

    Kontakt: JoWooD
    Homepage: www.jowood.de

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    Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20