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Diablo: Lord of Destruction

Wie lange mußte man auf die Erweiterung warten ? Fans sind sich einig: Viel zu lange!
LoD liefert die lange angekündigten und sehnsüchtig erwarteten neuen Helden Duide (männlich) und Assassine (weiblich). Außerdem findet man auf der CD einen komplett neuen Akt (inkl. zwei neuer Videos) in der andauernden Schlacht zwischen Gut und Böse, in dessen Verlauf man Baal selbst gegenübertritt.

Erster Eindruck
Die übliche Verpackung mit dem enthaltenen Karton mal schnell aufgemacht und Handbuch und CD entnommen. Das Handbuch ist (für eine Erweiterung) ausnahmsweise wirklich mal mehr als die Liste der Lizenzbedingungen und ein Installationshinweis: Neben einer Diablo-Chronik, werden die neuen Charaktertypen und ihre Fähigkeiten detailliert vorgestellt und die Änderungen am Programmablauf aufgelistet.

Neue Eigenheiten
D2LoD bringt nicht nur das oben Angesprochene. Auch am Programmablauf hat man sinnvolle Änderungen eingebaut. Zur Bequemlichkeit dienen solche neuen Buttons wie "Alles Reparieren" beim Schmied, die vergrößerte Schatzkiste und Ähnliches.

Elementare Vorteile bringen dagegen Neuerungen wie die zweite Waffenwahl. Per "W"-Taste kann man zwischen zwei Kombinationen der Hände umschalten. Z.B. in der einen Kombination einen zweihändig geführten Zauberstab für den Fernkampf - in der anderen Schwert und Schild für den Nahkampf.
Aber aufgepaßt - Vorteile, die man durch eine Kombination bekommt, gehen beim Wechsel zur anderen Verloren. Für Beschwörer, die Zauberbonus-Artefakte in Händen halten, gilt es da u.U. Verluste im Gefolge in Kauf zu nehmen. Der Austausch anderer Gegenstände könnte z.B. auch zum kurzzeitigen Verlust von Bonus-Mana oder -Leben führen.

Ebenfalls elementar ist das NSC-Handling (NSC = Nicht-Spieler-Charakter) geändert worden. Hat es sich früher kaum gelohnt diese Schwächlinge anzuwerben, weil sie bereits nach wenigen Kämpfen getötet wurden, sind sie jetzt zu echten Begleitern herangewachsen, die die vorteilhaften Züge eines Multiplayer-Begleiters haben.
Früher mußte man zum Heilen des NSC einen Heiler aufsuchen, was in der Regel mit dem Gebrauch eines Stadtportals verbunden war. Jetzt gibt man dem NSC einfach einen Heiltrank und er heilt sich selbst. Das Verlängert die Haltbarkeit der Figur ungemein!
Außerdem verfügt der NSC jetzt über eigene Erfahrungspunkte - und entwickelt sich quasi parallel zum eigenen Helden. Dadurch kann es sich durchaus lohnen, einen einmal angeworbenen Söldner oder durch Taten gewonnenen Begleiter durch das ganze Spiel hindurch zu behalten - er wächst ja mit der Aufgabe und übertrumpft dadurch teilweise später erwerbliche Söldner.
Zu guter letzt der Hammer: Man kann den NSC jetzt auch in begrenztem Maße ausstatten. Das umfaßt die Hände (Waffe/Schild), den Torso (Rüstung) und Kopf (Helm). Findet man für den NSC geeignete Gegenstände ruft man mit "O", daß kombinierte Eigenschaften/Inventar-Menue des Begleiters auf und gibt ihm die Sachen, worauf der sich sogar artig bedankt.
Man soll gar nicht glauben, welchen Spaß die Amazone aus dem ersten Akt jetzt als Begleiterin macht...
Sollte trotz aller neuen NSC-Vorteile doch einmal ein Begleiter das Zeitliche segnen, so kann man beim nächsten Söldner-Anführer eine "Wiederbelebung" erhalten - was der sich natürlich gut bezahlen läßt. Aber dafür steht der NSC wieder frisch und voll ausgerüstet vor einem. Welcome back!
Nicht nur NSC, sondern auch alle anderen Mitläufer betrifft folgende Verbesserung: War der Totenbeschwörer und sein Gefolge früher in Engen Gängen kaum spielbar, weil die Kreaturen den Spieler behinderten, so kann man jetzt einfach durch sie hindurchlaufen. Das macht den Totenbeschwörer und natürlich auch den Druiden, wesentlich besser spielbar.

Der neue Akt
Einer der Einwände, den ich in einem Forum las, lautete: "Was soll der neue Akt schon groß bringen. Ich bezweifle, daß er meinen Stufe 90 Paladin lange beschäftigen wird..."
Mal ganz ehrlich: Wer einen Stufe 90 Charakter führt, hat eh einen leichten Schaden, denn er muß ja 'zig mal durch Diablo II gelaufen sein. Und wer so verrückt ist, sollte auch genügend Spaß daran haben 10 mal (oder mehr) durch den neuen Akt zu laufen, damit sein Charakter irgendwann Stufe 99 hat... *seufz*

Nun gut. Mein Stufe 41 Totenbeschwörer war der Aufgabe auch gewachsen (ich gebe es zu ... Stufe "normal" - aber ich wollte schnell durchkommen).
Erst einmal mußte ich ihn in einen LoD-Erweiterungs-Charakter wandeln.
Wer normalerweise mit seinem Charakter in Diablo 2-Netzwerkrunden mitspielt, sollte sich vorher eine Kopie des SAVE-Verzeichnisses machen! Eine Wandlung ist nicht mehr rückgängig zu machen und die Erweiterung ist "inkompatibel" zum Original Diablo2.
Die beiden neuen Charaktere Druide und Assassine können damit (leider?) überhaupt nicht in Netzwerkrunden mit der Grundversion gespielt werden.
Die Wandlung ist nicht mehr als einen Knopfdruck entfernt und schon gehts los.
Mein Charakter begann das Spiel im Startdorf, konnte aber dank der ja reichlich vorhandenen Abkürzungen, schnell zum neuen Akt vordringen. Auf dem Weg begegnet man schon den ersten neuen Gegenständen: den Handwaffen für den Assassinen, Schrumpfköpfen für den Totenbeschwörer und Tiermasken für den Druiden. Ebenfalls neu sind die Runensteine, die sich wie Edelsteine aufsockeln lassen und interessante Boni geben.

Der neue Akt beginnt in einer belagerten Barbarenstadt - der NSC-Barbar, den man hier bekommen kann, hat es übrigens wirklich in sich... Alsdann kämpft man sich durch die feindlichen Belagerungsreihen, schaltet Katapulte aus (die mit Magieladungen auch - oder gerade - die eigene Gruppe attackieren) und begegnet allerlei fiesem Gezücht. Bei den neuen Monstern hatte ich das Gefühl Anleihen zu der Craft-Serie zu entdecken - aber kein Wunder - beide Spiele stammen ja von Blizzard!

Die Monster sind reichlich vorhanden und warten auch mit fiesen neuen Tricks auf!
Aber insgesamt konnten Sie meinen Totenbeschwörer, auch nicht wirklich lange aufhalten. Der neue Akt liefert aber schon ein neues Action-Gefühl und die Gegner machen auch einen recht cleveren Eindruck. Vor allem die magisch Begabten Dämonen-Kobolde mit ihren Flammenwerfern (sobald sie irgend etwas besprungen haben), sorgten für häufiges Fluchen und einen Knochenspeerhagel.
Leider fand ich gerade den "Obergegner" Baal dann doch zu leicht zu besiegen. Man hätte hier die Räumlichkeit - wie bei Duriel (?) - stark begrenzen sollen, um einen richtig knackigen Fight zu garantieren. Schade, auch wenn die Gags beim Endkampf einen schon ins Schwitzen bringen können. Den letzten Akt hatte ich dann aber auch an zwei Abenden durchgespielt. Jetzt bereue ich ein wenig, daß ich meinen hochgradigen Charakter und die einfachste Schwierigkeitsstufe verwendet habe - aber als Rezensent muß man wohl immer Kompromisse eingehen.

Assassine
Im Rollenspiel gehört der Assassine - hier mal eine Frau - zu meinen Lieblingscharakteren. Deshalb habe ich mich auch für sie als ersten Erweiterungscharakter entschieden. Mit ihr werden vor allem Spieler zurechtkommen, die sich vorher auf die Typen "Krieger, Barbar, Paladin und Amazone" konzentriert haben, deren Hauptanliegen ja der "Mann-gegen-Mann"-Kampf ist. Der Assassine geht einen ähnlichen Weg und bietet zudem die Möglichkeit zum Führen von zwei Einhandwaffen - vor allem die Faust oder Handschuhwaffen, wie Handrücken-Klingen, Faustäxte uvm.
Dieser Vorteil wird natürlich auch von einigen Fertigkeiten unterstützt. So kann der Assassine seine Kampffertigkeiten mit Faustwaffen verbessern (passiv) oder lernen, wie man mit zwei Faustwaffen blockt (passiv). Letzteres ersetzt das Schild. Des weiteren kommen Special-Moves hinzu oder Auflade-Schläge, die sich in einer gewaltigen Kraftwirkung entladen (Finishing-Moves, z.B. Teleporter-Tritt). Alles sehr kampfbetont -erinnerte mich auch spontan an den Barbaren.
Die zweite Facette des Assassinen ist das auslegen von Fallen. Dies sind quasi Fire&Forget Bömbchen mit Langzeitwirkung. Kommt ein Monster in den Auslöseradius, wird ein Spruch ausgelöst, in der Wirkung ähnlich, wie einige Magierzauber.
Als Drittes kann man seine Schattenfertigkeiten ausbilden, wobei dann temporäre Durchsichtigkeit, Schattenintensivierung und ähnliches auf dem Programm stehen.

Druide
Mehr in die Klasse Magier und Totenbeschwörer - und damit letztendlich doch mehr mein Fall - geht der Druide. Vom Magier hat der Charakter seine Elementarsprüche geerbt, deren Anwendung wirklich Freude bereitet. Z.B. die losrollende Lavakugel, der Wirbelwind-Schutzschild oder die Lavafontänen, die aus dem Boden schießen. Damit läßt sich so mancher Gegner schon recht gut aushebeln.
Das Beschwören geht in die Richtung Totenbeschwörer - die beiden tun sich da letztendlich nicht viel. Sind es beim TB Skelette, Wiederbelebte und Golem, kann man sich beim Druiden auf schnelle aber schwache Raben, flinke Wölfe verschiedener Art verlassen. Den Golem ersetzt ein ausgewachsener Bär. Der druidische Vorteil: die Tiere lassen sich (außerhalb der Stand) immer herbeirufen - man braucht keine Leichen, nur Mana.
Das dritte und ebenfalls nicht zu verachtende Standbein des Druiden ist der Gestaltwandel. Der Charakter verwandelt sich in Werwolf oder Werbär, die unterschiedliche Vorteile aufweisen und die man auf verschiedene Weise weiter entwickeln kann. In verwandelter Form genießt man dann zwar die Vorteile des neuen Körpers - kämpft aber nicht mehr mit den eingerichteten Waffen, sondern mit Zähnen, Krallen oder Tatzen. Höhere Stufen ermöglichen den z.B. Raub von Lebensenergie durch Angriffe usw.

Letztendlich habe ich nach einer Testphase mit dem Assassinen, nun doch den Druiden als meinen Lieblingscharakter (nach dem Totenbeschwörer natürlich) auserkoren. Die Erwartungen die ich in den Assassinen gesetzt hatte, habe sich nicht so recht erfüllt - mir ist er zu nahkämpferisch ausgefallen.

Diablo 2 - Lord of Destruction Insgesamt kann ich jedem Langzeitspieler von Diablo 2 nur raten, seinen in diversen Durchläufen hochgeschraubten Helden (Stufe XX) in die Ecke zu stellen und einen der neuen Charaktere auszuprobieren. Klar lockt der letzt Akt. Klar will man das Endvideo sehen. Klar will man es schnell sehen!
Aber glaubt es mir - wenn ihr Euch selbst einen Neustart auferlegt und den letzten Akt unter "normalen" Bedingungen durchlauft, wird Euer Spielspaß wesentlich höher sein, als wenn Euer übermächtiger Held alles nur umwalzt.
Alternativ könnt Ihr natürlich auch den schweren Modus aktivieren - aber ich vermute einen Stufe 50+ Helden schockt auch das nicht mehr.

Gönnt Euch den Genuß des Schwitzens und zeigt Baal was 'ne Harke ist - aber bitte nicht mit Eurem ausgelutschten Superhelden.

Ich wünsche allen viel Spaß beim Zocken - und mir fällt ein: Ich könnte ja noch mal eben 'ne kleine Queste lösen...


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    Wie wird gewertet?

    Name: Diablo: Lord of Destruction

    Art: Computerspiel für Diablo; PC-CD;

    Publikationsjahr: 2002

    Preis: 34 Euro

    Kontakt: Vivendi Universal Interactive
    Homepage: de.vu-games.com

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    Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20