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Computerspiele - Starsky & Hutch

Wie die meisten anderen über 25 Jahren kenne ich Dave Starsky und Det. Ken "Hutch" Hutchinson aus dem Fernsehen (eine Kult-TV-Serie der 70er Jahre, die seit Januar 2003 wieder im TV läuft), auch wenn ich zu meiner Schande gestehen muß, daß ich dieser Serie nie viel Aufmerksamkeit gewidmet habe. Für alle, die ebenfalls noch nicht voll im Bilde sind sei gesagt, daß es um zwei coole Undercover Cops geht, die mit ihrem rot-weißen Ford Torino den Gangsterbanden von Bay City das Leben schwer machen.

Wenn man das Spiel betrachtet, fragt man sich allerdings wie die beiden mit dem Auto und diesen Straßenschlachten lange Undercover bleiben konnten, denn auf Dauer können nur blinde und taube Bürger von Bay City diese beiden Zivil-Cops ignorieren. Nun gut.

Das Spiel hat einen recht homogenen comicartigen Stil, den ich mal als Funky bezeichnen will. Wider Erwarten wurden ins eigentliche Spiel keine Szenen aus der Serie eingebaut, sondern alle Zwischensequenzen als Zeichentrickfilm realisiert. Diese Sequenzen bestehen in der Regel aus einer kurzen Story, die die anschließende Jagd einläutet und bietet Fans der Serie nette Deja-Vu mit den Marotten ihrer TV-Helden.
Das eigentliche Spiel besteht aus Verfolgungsjagden, die der Spieler möglichst dramatisch gestalten muß. Neben der Verfolgung eines Fahrzeugs und dessen Beschuß, bieten sich an vielen Stellen der "Rennstrecke" Möglichkeiten zu optionalen Filmszenen, die dem Zuschauer besonderen Pepp bringen sollen.
Ich spreche hier bewußt vom Zuschauer als Dritter Instanz nach Spiel und Spieler, denn beim Starsky & Hutch-Computerspiel sitzt einem permanent die Zuschauerquote im Nacken, die vor allem bei fruchtlosen Verfolgungsetappen rapide gegen null tendiert. Und obwohl die meisten mehr oder weniger optionalen Stuntszenen eine Behinderung in der eigentlichen Verfolgung darstellen, läßt man sich immer wieder darauf ein über geöffnete Brücken und fahrende Züge zu springen, Fahrzeugtransporter als Rampe zu benutzen oder seinen Ford durch enge Röhren, seitlich auf zwei Reifen durch eng parkende Trucks und in explodierende Tankstellen zu manövrieren.
Die Spezialszenen darf man sich zwar aus der Sicht des TV-Zuschauers anschauen, aber wer das "normale" Lenken vergißt, verschlechtert unter Umständen seine Position für die weitere Jagd. Das finde ich ziemlich blöde gelöst.

Die ersten Episoden sind noch recht einfach. Man verfolgt ein Fluchtfahrzeug quer durch die Stadt und versucht seinem Partner mit der Schußwaffe eine möglichst gute Schußmöglichkeit zu bieten. Das Schießen wurde als Visier-Markierung realisiert, die zuerst gelb um das Fahrzeug zirkuliert um irgendwann das Ziel zu finden und rot zu werden. Nur dann führt ein Schuß zur wirksamen Beschädigung des verfolgten Fahrzeugs. Wer einfach nur wild in der Gegend rumfeuert, ohne zuvor gezielt zu haben, verschenkt Einschaltquote.
Um die Sache etwas abwechslungsreicher zu gestalten, finden sich am Wegesrand oder oberhalb der Straße Symbole, die man ebenfalls abschießen kann, sobald das Visier darauf ruht. Hier bekommt man zusätzliche Quote, einen kurzzeitigen Turbo, eine Polizeisirene (macht die Straße frei), mehr Feuerkraft usw. Auch Ampeln kann man auf diese Weise beschießen, um den Verkehr günstig zu beeinflussen und querschießende Fahrzeuge zu vermeiden.

In späteren Missionen schießen die Insassen des Fluchtfahrzeugs (bzw. mehrerer Fluchtfahrzeuge) zurück und führen unsere Helden sogar in Hinterhalte, wo am Wegesrand weitere Schützen lauern, die man ebenfalls ausschalten kann.

Es gibt einige Dinge die ich an dieser Stelle in den Vordergrund stellen will. Die beiden positiven sind dabei das 70er Jahre-Flair, daß im Spiel, die Kommentare, die Musik (von Tim Follin) und durch die Zwischensequenzen erzeugt wird und wohl jeden Starsky & Hutch-Fan frohlocken läßt, ebenso wie die Grafik-Engine für die Verfolgungsrennen, die der Engine von Crazy Taxi sehr ähnelt und (IMHO) maximalen Action-Spielspaß vermittelt.

Zu den Schattenseiten gehören aber definitiv die - bereits vorhin erwähnten - für den Steuerung des Spielers nachteiligen Action-Zwischensequenzen sowie die relative Willkür des Zielsystems im Ein-Spieler-Modus. Wenn ich als Fahrer nach den Power-Ups am Strassenrand giere, nimmt mein Schütze diese nicht ins Visier, sondern das nahe Fluchtfahrzeug, weil dieses von der KI als Ziel höher gewichtet wird. Manch lohnenswertes Ziel wird auch erst sehr spät oder überhaupt nicht ins Visier genommen. Da gilt es manche Episode mehr als einmal zu spielen, damit das richtige Streckenverhalten irgendwann einstudiert ist.

Eine (Er-)Lösung von diesem Dilemma ist der Zwei-Spieler-Modus, wo der Copilot mittels Maus oder Joystick das Schießen übernimmt. Beidhändig begabte Menschen sollten diese Option unbedingt einmal ausprobieren, es lohnt sich!
Auf der PS2 bekommen Besitzer von Lenkrad und Lightgun in den besonderen Genuß beider Extras - da macht Starsky & Hutch vermutlich gleich noch mal soviel Spaß.

Insgesamt bietet das Spiel einen Story-Modus mit immerhin 25 Episoden, die auf Original-Stories basieren und in denen ausschließlich Original-Charaktere der Serie vorkommen. Ansehnlich ist auch die virtuelle Stadt Bay City, die sich auf über 40 qkm erstreckt. Die lebendige 3D-Welt wurde nach Original-Schauplätzen gestaltet und brummt nur so vor Fahrzeugen und Passanten.
Damit man hier nicht den Überblick verliert, weist einem eine kleine Straßenkarte mit eingezeichneter Route den Weg, ebenso wie das verfolgte Fahrzeug mit einem gut sichtbaren "schwebenden Pfeil" markiert wird.

Ansonsten wird beim Fahren und Schießen vor allem Qualität belohnt, ebenso wie der Mut zu atemberaubenden Stunts. Wildes Geballer, Kollisionen, Umfahren von Fußgängern usw. werden hingegen bestraft.

Der Story-Modus ist aber noch nicht alles. Es gibt einen TV Replay Mode, man kann auf freier Streife eines von immerhin 40 Fahrzeugen aus der Serie ausprobieren, die sich zuvor im Storymodus freispielen lassen. Es gibt TV-Specials (Bonusepisoden), Racing Specials (gegen drei andere Fahrzeuge durch Bay City), ein Shooting Special (Checkpoint-Fahrt mit Zielschießen) und ein Stunt Special in dem man 20 verschiedene Stunts perfektionieren kann.
Die Specials müssen zuvor allesamt im Storymodus durch das Aufsammeln von Symbolen freigeschaltet werden.

Fazit:
Bis auf die häufig "unfähige" Schützen-KI im Ein-Spieler-Modus gefällt mir Starsky & Hutch ziemlich gut. Die Grafikengine ist für meine Ansprüche ausreichend, wenn auch kaum filmreif - aber wir haben hier ein Actionspiel, bei dem es vor allem flüssig zugehen muß.
Ich bin weder Fan von Dave Starsky noch von Det. Ken "Hutch" Hutchinson und werde wohl auch nie ein Fan der TV-Serie werden - aber das Computerspiel werde ich sicherlich noch öfter spielen, wenn mir der Sinn nach Action und Auto-Verfolgungsjagden steht.


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Wie wird gewertet?

Name: Starsky & Hutch

Art: Computerspiel für Computerspiele; PC-CD;

Publikationsjahr: 2003

Preis: 33 Euro

Kontakt: Vivendi Universal Interactive
Homepage: de.vu-games.com

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20