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Computerspiele - Crazy Taxi

Crazy Taxi zu beschreiben, kann so schwer gar nicht sein, war mein erster Gedanke. In der Tat lassen sich die Aufgaben des Fahrers eines solch "verrückten Taxis" recht fix zusammenfassen: sammle einen Kunden auf - bewältige möglichst schnell und mit möglichst verrückten Stunts die Strecke zu seinem Ziel - und setze den Fahrgast am Zielort wieder ab. Dabei stehen - je nach eigenem Geschmack vier Fahrer zu Auswahl - ein Mädel, der Sunnyboy, ein Rapper und ein Macho.

Im Prinzip war es das auch wirklich schon. Gesteuert wird das Taxi über die konfigurerbaren Tasten Pfeil links und rechts (Lenken), Pfeil vor & zurück (Gas & Bremse), Taste 'A' (Gang hoch) und Taste 'S' (Rückwärtsgang). Alternativ zur gut bedienbaren Tastatur kann man auch ein Joypad oder ein Lenkrad verwenden, was den Spielspaß noch mal gewaltig in die Höhe treiben dürfte.

Wie bei den meisten Spielen gibt es auch bei CT ein paar Special-Moves, die man 'einstudieren' kann, um z.B. 180 Grad Drehungen gemeistert zu bekommen oder aus dem Stand zu beschleunigen. Man kommt man auch ganz gut ohne diese Fahrtricks klar - sie sind halt für die Cracks sowas wie das Salz in der Suppe und für die besonderen Missionen (Crazy Box) notwendig.

Arcade, feste Schichten, und Missionen
Crazy Taxi ist ursprünglich ein Spielhallen-Klassiker - und daher kommt auch der Acarde-Modus mit Zeit-Bonus-System, d.h. der Spieler startet mit einem relativ geringen Zeitkonto (ca. 2-3 Fahrgäste) und bekommt nur durch besonders schnelle Fahrten zusätzliche Zeit, die es ihm ermöglicht, weitere Gäste heil ans Ziel zu bringen. Fährt man zu langsam oder baut man zu viele Unfälle, endet das Spiel vorzeitig mit dem Ablauf der Zeit. Bei diesem Modus liegen Lust und Frust nahe beieinander. Grade der heimische Zocker, kann solchen Spielprinzipien, die ja im Original dazu dienen dem Spieler das Geld aus der Tasche zu ziehen, eher recht wenig abgewinnen.
Daher wurden für den heimischen PC-Gamer weitere Modi eingebaut, bei denen man feste Dienstzeiten von 3, 5 oder 10 Minuten wählen kann. Hier muß dann soviel wie möglich eingenommen werden, um in die Highscoreliste zu kommen, bzw. eine entsprechende Einstufung (Licence S,A,B,...) zu bekommen.
Zu guter Letzt gibt es auch noch den Crazy Box-Modus, der den Spieler eine Reihe von Missionen erfüllen läßt, die im Schwierigkeitsgrad sehr unterschiedlich sind und die *sehr* gute Beherrschung der Special Moves bei Crazy Taxi erfordern. Mir war und ist dieser Modus zu stressig. Vielleicht liegt es an der Tastatursteuerung, daß ich die Moves nicht so gut hinbekomme - ich werde es beizeiten mal mit einem Pad versuchen.
Mit persönlich hat anfangs (Übung macht den Meister) vor allem der 10 Minuten-Modus zugesagt. Erstens ist er weniger schnell zuende, und außerdem bekommt man hier am meisten von der traumhaften Stadt-Kullisse zu sehen.

Fahrgäste & Touren
Aber als wenn der teils doch sehr dichte Verkehr auf den Straßen von Frisco nicht schon ausreichen würde, um den Taxifahrer zum Schwitzen zu bringen und von der Umgebung abzulenken, sorgen sowohl das grausam ablaufende Zeitlimit, wie auch die andauernden Provokationen und Nörgeleien und Freundeseufzer des Fahrgastes dafür, daß man bald sämtliche Verkehrsregeln über Bord wirft.
Je extremer die verrückten Stunts sind, zu denen man sich verleiten läßt, desto höher fällt das Trinkgeld des Gastes aus - allerding darf man dabei nicht gegen ein Hindernis krachen und man muß den Fahrgast innerhalb der vorgegebenen Zeit abgeliefern...
Braucht man zu lange für eine Beförderung, springt der Gast einfach aus dem Taxi und hinterläßt anstelle des Fahrgelds nur wüste Schimpfereien und ggf. auch einen Fußtritt gegen die Tür zurück.

Freiheiten
Genial ist, daß man fast wirklich überall lang fahren kann, wo man eine ebene Fläche findet - sei es durch den Bahntunnel, quer durch die U-Bahn-Stationen (Achtung Gegenverkehr!), durch den Fluß (also unter Wasser - da steht sogar ein Punker-Fahrgast ;-) und durch jeden Park oder Parkplatz... (*räusper*).
All das geht natürlich nur, wenn man mal das Zeitlimit vergißt und die Stadt querbeet erkundet - am besten mit einem echten Stadtplan (gibt es im Net), um die Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Zudem hilft die absolute Unkaputtbarkeit des Taxis (und der Insassen) natürlich ungemein.
Die Kulisse von San Francisco ist schön gestaltet (ich kann's leider nicht auf Realität überprüfen) und überall tummeln sich Personen, Fahrzeuge und (besser da sie weder Schreien noch Hupen) Anzeige- und Werbetafeln oder andere Accessoires wie Blumenkübel, Telefonzellen usw.

Technisches
Crazy Taxi ist auf meinem Gerät (P4, 2GHz, Geforce4) eine wahre Augenweide (sehr schnelles Spiel und flüssiger Spielverlauf) und der fetzige Sound (sowohl die Rockbands, der Motorensound und die Sprachausgabe von Fahrer(in) und Fahrgästen) machen einen sehr guten Eindruck. Es gibt mehrere rockige Musikstücke, die das Feeling als Fahrer eines Crazy Taxi gut unterstreichen, auch wenn man vielleicht nach ein bis zwei Wochen gewillt ist, daß Spiel lieber ohne Musik zu spielen.
Ab und zu "hängt" die Kiste mal den Bruchteil einer Sekunde (was ärgerlich genug ist) - aber das ist vermutlich ein Problem der Software, die noch bei mir im Hintergrund läuft.
Störende Grafikfehler, die man von 3D-Spielen so kennt, gibt es eigentlich kaum. In den eher seltenen Fällen, wenn man einer Kulisse zu nahe kommt, gibt es hier und dort mal die typischen ungewollten "Überlappungen" aber das bringt weder das Spiel, noch die Spielfreude zum Absturz.
Die Anleitung ist recht knapp gehalten, was aber für dieses Spiel vollkommen ausreicht. Zudem kann sich auch diese kurze Anleitung in ihrer Machart überzeugen. Zur Abwechslung ist im Karton einmal kein DVD-Case enthalten, sondern ein normales CD-Jewel-Case.
Abschließend noch zwei Dinge die mich an der Programmierung genervt haben: Die Menüführung ist Inkonsistent: mal bedeutet "Press Button", daß man Enter/Return drücken soll und im nächsten Augenblick ist dann die "A"-Taste gefordert. Der zweite Wermutstropfen ist die Introsequenz (Sega-Intro u.a.), die sich leider nicht abbrechen läßt.

Fazit:
Crazy Taxi ist ein geniales Spiel mit hohem Unterhaltungswert und technisch guter Umsetzung - wer braucht da noch eine Spielhalle!? Dieses Spiel ist auf jeder Party ein Magnet, sowohl für Gamer, wie auch für die Zuschauer.
Ein Schwachpunkt erscheint mir allerdings die Langzeitmotivation zu sein - irgendwann kennt man die sich häufig wiederholenden Fahrgäste und deren favorisierte Strecken. An diesem Umstand ändert auch der Original Spielhallenmodus nicht viel, außer man meidet die Minuten-Modi konsequent. Wo man in der Spielhalle Zeit nachkaufen muß, kann man am heimischen PC einfach neu starten und beliebig lang üben.
Crazy Taxi ist in meinen Augen nichts für Intensivzocker, die ein Spiel nach dem "Durchspielen" in die Ecke werfen - ich schätze mal, daß man bereits nach ein bis zwei Wochen alle Kniffe des Spiels beherrscht, alle Strecken gefahren und alle Missionen des Spiels gespielt hat.
Für alle, die das Spiel aber vor allem dann Zocken, wenn gute Freunde kommen, oder die in einer Mittagspause mal ein wenig Entspannung vom Alltag suchen, kann das Spiel dagegen sehr lange Motivation und Spielspaß bieten.


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Name: Crazy Taxi

Art: Computerspiel für Computerspiele; Box mit PC-CD;

Publikationsjahr: 2002

Preis: 46 Euro

Kontakt: SEGA

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20