drosi.de | Rezensionen | Gesellschaftsspiele mit Kultstatus | Bohnanza
Gesellschaftsspiele mit Kultstatus - Bohnanza

Na, da war ich doch mal wieder besonders neugierig: Deutsche Bohnanza Meisterschaften ? Was soll an dem Spiel so tolles dran sein, daß sich die Spieler schon zu einer Meisterschaft zusammenfinden ? Dem mußte ich auf den Grund gehen.

Nach dem Öffnen der hosentaschengroßen Hardbox (in der Tat ein Pocketgame) und dem Öffnen der Kartenfolie purzeln einem die 110 Spielkarten und ein paar Werbekarten auf den Tisch. Die Karten machen einen soliden Eindruck und haben bereits den 'Kaffeetunk'- und 'Kleinkind tritt mit Schuhen drauf'-Test problemlos überstanden. Ersteres natürlich nur mit den Werbekarten :-) Die Anleitung sollte man dagegen keiner von beiden Prozeduren aussetzen.

Auf den Karten findet man Abbildungen von 8 verschiedenen Bohnensorten, die sich nicht nur in der recht originellen Darstellung unterscheiden, sondern zudem auch am unteren Bildrand eine kleine Tabelle (Bohnometer) mit Goldmünzen und Zahlen aufweisen. Die Rückseite jeder Bohnenkarte ziert ein sogenannter Bohnentaler.

Zu Beginn des Spiels bekommt jeder der 3-5 Spieler 5 Bohnenkarten, deren Reihenfolge im Spiel wichtig ist und nicht verändert werden darf. Jeder Spieler besitzt zu Beginn automatisch 2 Bohnenfelder. Ein Drittes kann jederzeit für 3 Bohnentaler (die es allerdings erst zu verdienen gilt) angekauft werden.
Im Spiel darf nun jeder Bohnengärtner (d.h. Spieler) in seiner Runde folgende Aktionen ausführen:

  1. Aktion: Bohnenkarte(n) ausspielen
    Der Hauptspieler muß seine erste Bohnenkarte auf eines seiner Felder ausspielen. Hat er Glück, so kann er ein leeres Feld belegen oder seine Karte zu gleichartigen Bohenkarten auf das Feld legen - es dürfen nämlich nur Bohnen gleicher Sorte auf einem Feld liegen !
    Hat er Pech und beide Felder sind bereits mit anderen Sorten belegt, so muß er eines der Felder räumen: Entweder bei großen Mengen gleicher Bohnenkarten per Verkauf - was eine Zahl von Bohnentalern ergibt oder per Komposthaufen (Ablagestapel).
    Wenn der Hauptspieler möchte, kann er noch eine weitere Karte auf seine Felder auslegen (Bohne anbauen).
  2. Aktion: Handeln und Schenken
    Der Hauptspieler deckt zwei Karten vom (Neu-)Stapel auf und legt beide offen vor sich hin. Diese Karten kann er behalten oder anderen Spielern zum Tausch anbieten oder an sie Verschenken. Zum Handeln können Karten von der ganzen Hand genutzt werden - unabhängig von der Reihenfolge. Es ist natürlich erlaubt 2:1, etc. mit dem Hauptspieler zu tauschen. Geschenke dürfen verweigert werden.
  3. Aktion: Bohnen anbauen
    Alle Karten die gehandelt wurden müssen nun auf die eigenen Felder verteilt werden. Es ist nicht erlaubt Karten wieder auf die Hand zu nehmen. Auch hier gilt: Kein Platz -> Feld verkaufen oder kompostieren.
  4. Aktion: Neue Bohnenkarten ziehen
    Der Hauptspieler zieht zum Abschluß 3 neue Karten, die er der Reihe nach an das Ende seiner Handkarten anlegt.

Sind alle 4 Aktionen beendet, ist der nächste Spieler dran. So versucht jeder Spieler möglichst geschickt, viele Bohnenkarten einer Sorte auf seinen einzelnen Feldern zu sammeln - denn je mehr gleiche Bohnenkarten man sammelt, desto größer ist der Geldbetrag bei einem (Zwangs-)Verkauf. Ein großes taktisches Element kommt dadurch zustande, daß die Karten verschieden gute Verkaufskurse haben. Gartenbohnen z.B. sind schnell rentabel aber auch nur in geringen Mengen sinnvoll. Andere Bohnensorten wie die Blaue Bohne können zwar in großen Mengen angesammelt werden, bringen aber auch erst beim Varkauf größerer Mengen guten Ertrag.

Augenbohne 2:1 4:2 5:3 6:4
Blaue Bohne 4:1 6:2 8:3 10:4
Brechbohne 3:1 5:2 6:3 7:4
Feuerbohne 3:1 6:2 8:3 9:5
Gartenbohne 2:2 3:3    
Rote Bohne 2:1 3:2 4:3 5:4
Saubohne 3:1 5:2 7:3 8:4
Sojabohne 2:1 4:2 6:3 7:4

Sehr reizvoll ist auch das dritte Bohnenfeld, daß man jederzeit für drei Taler kaufen und wunderbar als "Ausweichstelle" nutzen kann, falls es mal zu eng wird.

Mit etwas Grips kann man also durch Vorausplanung mit seinen Handkarten und geschicktes Handeln und etwas Glück bei Karten ziehen, (ggf.) schnell sein drittes Feld anlegen und dann beginnen Bohnentaler zu horten.

Das Spiel ist beendet, sobald der Kartenstapel dreimal abgeräumt wurde. Dann werden alle Felder verkauft und der Spieler mit der höchsten Talersumme ermittelt, der dann auch den Gewinner darstellt.

Das Spiel ist dank der einfachen und in der Anleitung recht gut erklärten Regeln schnell zu begreifen - auch bei lauter Umgebung. Die Spielzeit liegt etwa bei 45 Minuten.

Die Illustrationen sind witzig und gut gelungen - sowohl kindgerecht (ab 10 Jahre) als auch "gehobenen Ansprüchen" genügend.

Da das Spiel eine größere Ablagefläche benötigt (Felder) und mindestens drei Spieler mitspielen müssen, eignet sich das Spiel weniger für lange Auto- oder Zugfahrten (ohne Tisch). Dank der geringen (Taschen-)größe läßt es sich aber hervorragend verstauen und kann so auch wunderbar in einer Kneipe oder zu später Partystunde als Langeweile-Killer dienen, der sicherlich einiges an Aufmerksamkeit erregen wird.

Ich habe übrigens nach dem Aufsetzen der Rezi noch erfahren, daß es ein kleines Zusatz-Set für Bohnanza gibt (ca. 8.- DM), das 3 weitere Bohnensorten enthält - vielleicht kann ich Euch ja demnext mehr erzählen ...


www.DRoSI.de
die beste Adresse,
seit es Rollenspiele gibt
© Copyright by Dogio

Dogio the Witch

Mehr zum Thema
Links zum Thema
Diesen Artikel kaufen

Diesen Artikel kaufen

Qualität Text
Qualität Optik
Nutzen/Spaß
Gegenwert
Wie wird gewertet?

Name: Bohnanza

Art: Kartenspiel für Gesellschaftsspiele mit Kultstatus; Box mit 110 Spielkarten und Anleitung;

Publikationsjahr: 1997

Preis: 7 Euro

Kontakt: Amigo Spiel+Freizeit
Homepage: www.amigo-spiele.de

[Dieses Fenster schließen]

5155 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Rezensionen bei drosi.de
- Zur MD-Rezension Please note:
The names of all or most of the games and their logos on the subsequent pages are trademarks or registered trademarks of the owning company. Any use on this or subsequent pages should not be misconstrued as a challenge to said trademarks, nor as an attempt to infringe upon any copyrights that may be owned by said companies.
The drosi.de content and database is © 1998-2008 by Uwe 'Dogio' Mundt.
Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20