Romane - Der Pakt der Mäuse
In seinem Debütroman entführt Uwe Gehrmann die Leser in eine tierische Parallelwelt. Im verwilderten Garten eines seit mehr als zweihundert Jahren leer stehenden Hauses hat sich ein Mäusevölkchen gemütlich eingerichtet. Ein Tatzenhieb zerstört das Idyll: Ein Kater, der mit den neuen Villen-Besitzern eingezogen ist, tötet einen der Nager. Noch schlimmer: Die Ratten schicken sich an, mit Hilfe eines Magiers ihren dunklen Keller zu verlassen und den Garten zu erobern. Um sich der übermächtigen Feinde zu erwehren, schließen die Mäuse und die mit ihnen (also doch!) verwandten Fledermäuse einen ungewöhnlichen Pakt: Ausgerechnet die Katzen sollen ihnen im Kampf gegen das Böse helfen. Das Buch paßt in kein Genre, die spannende, lustige und oft sehr menschelnde Geschichte ist angesiedelt zwischen Fabel, Abenteuerroman und Phantastik.
Es geht aber nicht nur um Abenteuer und Heldentaten, sondern auch um unverbrüchliche und treue Freundschaft , egal, was passiert Und um gequälte Kreaturen, Rachegelüste und den Geist eines finsteren Magiers, der vor allem eines will: die Weltherrschaft gewinnen. Dazu war ihm auch zu seinen Lebzeiten schon jedes Mittel recht.Kobolde, Nixen und Gaja selbst spielen wichtige Rollen.
Die Ratten kommen dabei denkbar schlecht weg. Sie sind hinterhältig, intrigant, verschlagen und auch ziemlich brutal und grausam. Wer also eine Ratte bei sich zu Hause hat, sollte lieber die Finger von dem Buch lassen – sie könnte beim Mitlesen auf der Schulter ihres Herrchens oder Frauchens auf dumme Ideen kommen (die Weltherrschaft zum Beispiel). Allen anderen, sofern sie humorvolle Geschichten lieben, bei denen nicht immer alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint, sei dieser Roman auf das Wärmste empfohlen. Er wird sie verzaubern.
Daß es ein deutschsprachiger Autor ist, der es wagt, neue Wege in der Fantasy zu beschreiten, freut mich dabei ganz besonders.
Eine Rezension aus
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