Romane Fantasy - Das Spiel des Asen

Qualität Text: - | Qualität Optik: - | Nutzen/Spaß: - | Gegenwert: 7
(Wertung in Punkten 1=Schlecht bis 10=Exzellent; 0=Ohne Wertung)

Art: Roman für Romane Fantasy; 478 Seiten; Taschenbuch;
Publikationsjahr: 2009
ISBN10:
ISBN13: 978-3-86762-053-6
Preis: 13 Euro
(ca. Preis, unverbindlich, ggf.gerundet)
Kontakt: Feder & Schwert


Drei Männer geraten in das Spiel. Da ist zunächst Ronny von Freiseneck, der mehr oder weniger in den Tag hineinlebt, da er die Rosen-kreuzerprüfung nicht bestanden hat und das Anwesen seiner Familie verlassen muss. Doch eines Tages entdeckt Ronny Kräfte in sich, mit denen lernen muss umzugehen, denn sie werden recht schnell im Spiel des Asen gebraucht.
Hermann Braun, der Kommandeur einer Spezialeinheit der Bundeswehr, gehört dem Deutschen Orden an und spielt das Spiel ebenso unbewusst wie letztendlich auch unfreiwillig mit.
Thor Bronski ist ein Berliner Privatdetektiv, der bei der Suche nach einem Sohn aus adligem Haus plötzlich einem Magier gegenübersteht und gezwungenermaßen den Kampf mit ihm aufnehmen muss.
Das Bindeglied zwischen diesen drei Männern sind zwei Auerochsen, slawische Fabelwesen und ein uralter Geheimbund. Ronny, Hermann Braun und Thor stellen sich unabhängig dem Kampf und finden sich erst in einem Ritual, dann im direkten Kampf gegen die Götter wieder.
Doch wer wird das Spiel gewinnen?

Ulrich Drees beweist mit diesem Roman einmal mehr, dass die nordische Mythologie immer wieder unendlich viel Spielraum für Handlungen und Interpretationen zulässt. Er bedient sich der Mythologie als Kulisse für einen Roman, der sich eigentlich keiner Kategorie zuordnen lässt. Er enthält Elemente der Fantasy, des Thrillers, der Mystik und ebenso der Esoterik. Doch gerade dieses Zusammenspiel der Elemente macht »Das Spiel des Asen« eben zu einem ganz besonderen Spiel, weshalb der Aufdruck origin auf dem Buch seine volle Berechtigung erhält.
Was macht das Buch nun so besonders?
Da ist zunächst die Einführung der Protagonisten. Der Autor charakterisiert die drei Männer unabhängig voneinander und verleiht allen dreien dabei eine Tiefe, sodass ich mir als Leser tatsächlich reale Personen vorstellen konnte. Und so wie ich nicht wusste, in welcher Verbindung Freiseneck, Braun und Bronski standen, so wissen es die Protagonisten bis zur entscheidenden Stunde auch nicht. Ulrich Drees erzählt eigentlich drei Storys, die wie eingangs erwähnt, zwar Bindeglieder haben, aber inwiefern eine Verbindung zustande kommt, lässt sich eben lange Zeit nicht erahnen.
Des Weiteren spielt der Autor wie selbstverständlich mit Fabelwesen und lässt sie real werden und agieren. Dies gelingt ihm besonders gut, da er sich als Kulisse überwiegend die Gegend um seine Heimatstadt Göttingen ausgesucht hat und dort jeden Stein, jeden Weg, aber auch die Mentalität der Menschen genau beschreiben kann. Und in diese detaillierten Beschreibungen lässt er die Fabelwesen einfließen, sodass ich als Leser den Eindruck bekam, dass sie einfach dazugehören.

Um die Handlung nicht unnötig in die Länge zu ziehen, beginnt jedes Kapitel mit einer aktuellen Nachricht, einem Zitat aus einer mythologischen Schrift oder ähnlichem. Daran schließen sich immer ein paar Gedanken des Asen an, der sein Spiel natürlich gewinnen möchte. Dabei erfährt man als Leser kurz und knapp ein paar Hintergründe für das Tun der Protagonisten oder die Auswirkungen ihrer Handlungen. Das wirkte sich natürlich positiv auf den Aufbau des Spannungsbogens aus, da mit wenigen Worten wichtige Informationen gestreut wurden, ohne von der eigentlichen Handlung abzuweichen.

Was mich beim Lesen etwas befremdete, war die Rechtschreibung. Im Lauf der Zeit habe ich mich an die neue gewöhnt, und nun lag mir ein Buch vor, das sich in keinster Weise an die Regeln der aktuellen Rechtschreibung hält. Die eingeschlichenen Fehler, insbesondere Kommas, machten es manchmal nötig, einen Satz zweimal zu lesen, um den Sinn zu erfassen. Und auch das konsequente Weglassen des Kommas nach einer wörtlichen Rede, was ich so aus keiner Rechtschreibung, egal ob alt, neu oder die zwischenzeitlich, kenne, war etwas gewöhnungsbedürftig.

Fazit:
Das Spiel des Asen ist ein gelungener Roman, der aufgrund außergewöhnlicher Ideen und Charaktere spannend, wegen seiner einfachen Sprache flüssig zu lesen ist und letztendlich gut zu unterhalten weiß.

Dies ist eine Rezension von

Anke Brandt

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