Romane - Das Blut des Tako

Qualität Text: - | Qualität Optik: - | Nutzen/Spaß: - | Gegenwert: 6
(Wertung in Punkten 1=Schlecht bis 10=Exzellent; 0=Ohne Wertung)

Art: Roman für Romane; 400 Seiten; Hardcover;
Publikationsjahr: 2009
ISBN10:
ISBN13: 978-3-80005-506-7
Preis: 17 Euro
(ca. Preis, unverbindlich, ggf.gerundet)
Kontakt: Ueberreuter


Tako sind japanische Drachen¸ von denen es über dreihundert verschiedene Arten gibt. Es ist zum Beispiel durchaus nicht ungewöhnlich¸ wenn in benachbarten Städten unterschiedliche Drachenbauten vorgenommen werden. Der Stil des Drachenbaus wird von den Windverhältnissen und dem Vorkommen geeigneter Baumaterialien und lokalen Traditionen geprägt.
Die Drachen dienten verschiedenen Zwecken. Es wird überliefert¸ dass General Han mit dem Drachen die Entfernung zu einer feindlichen Burg mass¸ um bis dorthin einen Tunnel zu graben. Die Drachen dienten aber auch religiösen Zwecken. Sie dienten als Mittler zwischen Menschen und Götter¸ sollten sie doch Nachrichten übermitteln. Auf der anderen Seite sollten die Drachen die Götter aber auch gnädig stimmen.
Das Drachensteigen wurde so beliebt¸ dass es zu einem Volkssport mit Wettkampfcharakter kam. Es galt nicht nur Drachen so hoch wie möglich steigen zu lassen¸ sondern später auch Drachen zu bauen¸ je grösser desto besser. Auf der anderen Seite gab es auch Wettkämpfe bei denen an den Schnüren Scherben befestigt wurden¸ um damit den Drachenschwanz des Gegners abzuschneiden.
Diesen Hintergrund sollte man kennen¸ wenn es darum geht¸ das Buch zu lesen und zu verstehen.
Der Vater der fünfzehnjährigen Saya wurde in das Dorf Inogi versetzt¸ um dort ein Windkraftwerk für die Firma Hara Wind Power zu betreuen. Saya kommt mit ihrer Mutter nach und ist entsetzt über das heruntergekommene Haus¸ in dem sie in dem abseits gelegenen Dorf wohnen soll. Vorher geschieht etwas gefährliches. Ein Lenkdrachen¸ also ein Tako¸ kracht auf die Karosserie des Fahrzeuges¸ mit dem Saya ins Dorf kommt. Der Wagen hat einen Haufen Kratzer¸ die Sayas Mutter fotografiert. Schuld an dem Unfall ist Takeno Hitomi. Ihr gehört der Drache¸ der plötzlich senkrecht vom Himmel fiel¸ so als ob er nichts anderes getan hätte¸ als auf den Wagen zu warten. Als ob der Unfall nicht weiter schlimm sei¸ erwähnt Takeno¸ dass die beiden¸ wie ihr Vater auch¸ im Dorf nicht willkommen sind. Sie merken schnell¸ dass sie im Dorf nicht willkommen sind¸ denn niemand will mit ihnen etwas zu tun haben. Erschwerend kommt hinzu¸ dass mit der Ankunft in Inogi¸ dem windreichsten Ort Japans¸ sich der Wind legt. Es ist¸ als ob ein Fluch auf Saya liegt. Oder dass ihr Vater daran Schuld ist. Und das¸ obwohl das Drachenfest kurz bevor steht. Das Mädchen will sich die Unfreundlichkeit nicht gefallen lassen und macht sich auf die Suche nach dem- oder derjenigen¸ die für den schlechten Ruf zuständig ist. Dabei lernt sie die Drachenbauer des Ortes kennen und schliesst mit einem der Söhne des Drachenbauers etwas wie enge Freundschaft. Gleichzeitig zeigt sich jedoch¸ dass Saya eine natürliche Begabung besitzt¸ den Tako steigen zu lassen.

Saya muss sich mit all den Problemen herumschlagen¸ die ein pubertäres Mädchen so hat. Angefangen von Stress mit den Eltern bis hin zu den Jugendlichen¸ die in Inogi heimisch sind. Dabei beschloss sie ein neuer Mensch zu werden¸ als sie sich der letzten Kuppe vor dem Dorf Inogi näherten. Mit der Ankunft dort wollte sie erwachsener sein. Sie nahm Abschied von dem Kind¸ dass sie im Dorf Kôbe noch war und wird nun erwachsener. Hinzu kommt Mobbing¸ Freundschaft¸ erste Liebe und etwas Unheimliches. Drachen entwickeln ein Eigenleben¸ fliegende Menschen¸ ein umherwanderndes Klavier¸ Geistervögel. Erzählte uns das Schriftstellerehepaar eben noch ein normales Leben eines Teenagers¸ so kommt nach über 200 Seiten nun die Phantastik mit ins Spiel. Die Auflösung der Geschichte ist schliesslich sehr überraschend.

Dies ist eine Rezension aus
Der phantastische Bücherbrief
dem monatlich erscheinenden Newsletter vom Club für phantastische Literatur, Erik Schreiber.

Erik Schreiber vom Bücherbrief

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