Hoerbuecher Horror - Gruselkabinett 24 und 25: Der Fall Charles Dexter Ward
Charles Dexter Ward, der Held dieses Hörspiels, beschäftigt sich mit der Geschichte seiner Familie. Dabei erfährt er von einem Verwandten seiner Mutter. Joseph Curwen war ein solch extremer Sonderling, dass er der Familie peinlich war und alle Unterlagen über ihn nachträglich gelöscht wurden. Charles Dexter Ward macht sich auf, mehr über jenen Mann zu erfahren, der zu seiner Ahnenreihe zählt. Dabei wird aus der anfänglichen Freizeitbeschäftigung eine Manie, bis sie schliesslich zum Lebensinhalt von ihm wird. Bei seiner Suche nach Wissen findet er alte Schriften, die sich mit Chemie, bzw. Alchemie beschäftigen. In seinem Labor auf dem Dachboden des elterlichen Hauses führt er Versuche durch, die seinem Vater ganz und gar nicht behagen. Der Vater zieht Dr. Willet hinzu um Charles zu untersuchen. Fragen nach seinen Versuchen wiegelt er ab, bis er seinen Eltern und dem Arzt ein Ergebnis vorlegen kann. Charles scheint geistig nicht mehr normal zu sein und der zugezogene Dr. Marinus Bicknell Willet bescheinigt ihm fataler Weise die Beschäftigung mit den Schriften als unbedenklich. Trotzdem weist er ihn in eine Klinik ein, aus der er im April 1928 spurlos verschwindet. Ein kleiner Aschehaufen scheint der Einzige, aber nicht brauchbare Hinweis zu sein. Dr. Marinus Bicknell Willet lässt noch einmal das Leben von Charles vor seinem Auge ablaufen. Dieser Ablauf ist es, der dem Hörer dargeboten wird, bzw. bei den Bücherfans seitenweise zu Bewusstsein kommt.
H. P. Lovecraft schrieb einen wirklich guten Schauerroman, der wie kein zweiter in der Lage ist, Spannung aufzubauen. Mit der Bearbeitung des Buches durch Marc Gruppe und der Umsetzung durch die Regie und Produktion von Stefan Bosenius wird das Werk nur atmosphärisch dichter. Es war sicherlich keine leichte Aufgabe einen Roman, der zum grossen Teil aus Tagebucheintragungen und Briefen besteht, Hörer gerecht aufzuarbeiten. Frank Schaff, die Stimme von Charles Dexter Ward und Joseph Curwen ist exzellent eingesetzt. Die Spannung, die das Hörspiel erzeugt, wird über beide CD's fast ausnahmslos aufrecht erhalten. Ein positiver Bestandteil ist bei diesem zweigeteilten Hörspiel die Überschaulichkeit der auftretenden Personen. Auf der ersten CD finden sich einige Handlungsstränge gleichberechtigt nebeneinander, gesprächs- und handlungsorientiert. Auf der zweiten CD findet alles zusammen um in einem grossartigen finale seinen Abschluss zu finden.
Man muss schon fast ehrfürchtig zu den beiden Machern von Titania Medien aufsehen, die es schafften drei Jahre hinter einander den ersten Platz als beste Serie zu besetzen. Mit der Reihe GRUSELKABINETT haben sie ein Hörspielprojekt geschaffen, dass nur zu bewundern ist. Eine Mischung aus unbekannten und bekannten Erzählungen hält sich die Waage. :::
Noch ein Hinweis auf zwei Hörspiele des Verlages Titania Medien sei mir noch gestattet. Aufgefallen sind mir in ihrem Prospekt TRÄUMEREIEN AUS FRANZÖSISCHEN KAMMERN und PETER PAN. Das erstere wegen dem phantastischen Titelbild, das zweite weil es Peter Pan ist.
Dies ist eine Rezension aus Der phantastische Bücherbrief dem monatlich erscheinenden Newsletter vom Club für phantastische Literatur, Erik Schreiber. |
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