Romane Historisch - Richard Bolitho 8: Bruderkampf: Richard Bolitho - Kapitšn in Ketten

Qualität Text: - | Qualität Optik: - | Nutzen/Spaß: - | Gegenwert: 9
(Wertung in Punkten 1=Schlecht bis 10=Exzellent; 0=Ohne Wertung)

Art: Roman für Romane Historisch; 302 Seiten; Taschenbuch;
Publikationsjahr: 2000
ISBN10:
ISBN13: 978-3-54825-092-2
Preis: 8.95 Euro
(ca. Preis, unverbindlich, ggf.gerundet)
Kontakt: Ullstein-Maritim


1782 wird Richard Bolitho Kommandant der Fregatte "Phalarope" und wird in die Karibik beordert. Das Schiff und die Reise nach Westindien werden für den jungen Kapitän zur Schicksalsfahrt: Die Mannschaft der "Phalarope" meutert, der Erste Offizier integriert und Richards Bruder desertiert aus der britischen Marine und schließt sich den Rebellen der amerikanischen Kolonien an. Schließlich treffen die Brüder als Gegner aufeinander.
Aber diese Reise bringt auch Positives: Richard Bolitho lernt auf dieser Fahrt seine beiden besten Freunde kennen: Seinen späteren Bootsführer John Allday und seinen besten Freund Thomas Herrick.

"Bruderkampf" ist ein wichtiges Kapitel für die Bolitho-Reihe. Hier trifft Richard Bolitho auf Figuren, die später noch wichtig werden. Neben John Allday und Thomas Herrick auch Charles Farquar.
Auch die Geschichte um Hugh Bolitho, die Richard und später auch seinen Neffen Adam immer wieder verfolgen wird, nimmt hier seinen Anfang.

Der Kern dieser Geschichte bildet die Meuterei auf der "Phalarope". Der junge Kapitän übernimmt das Schiff, das kurz zuvor schon einmal beinahe in einer Meuterei verwickelt wird. Sehr anschaulich erzählt Alexander Kent, wie die Mannschaft langsam und unaufhörlich von einer kleinen Gruppe aufgestachelt wird. Hier wird eine Seite der "Seefahrerromantik" gezeigt, die in vielen anderen marinehistorischen Büchern vergessen wird.
Auch die Gründe für die Meuterei werden nicht verschwiegen. Die Art und Weise, wie viele Kapitäne mit ihrer Verantwortung umgegangen sind, haben oft für viel Unmut bei den Matrosen gesorgt. Das bekannteste Beispiel für eine Meuterei ist die "Bounty", die ebenfalls in den Bolitho-Romanen erwähnt wird.
Es schwillt also im Rumpf der "Phalarope", erschwerend kommt noch hinzu, dass auch der Erste Offizier gegen den Kapitän agiert und versucht, beide Seiten gegeneinander aufzuhetzen.
Wie alle Romane von Alexander Kent ist auch dieser sehr plastisch beschrieben, sodass man das Gefühl hat, dabei zu sein. Ähnlich wie bei dem Buch "Die Welle" wird hier beschrieben, wie die Menschen langsam aber sicher von dem Unmut einiger Wenigen infiziert werden und gegen ihre Überzeugung handeln.

In "Bruderkampf" steht diesmal nicht der Krieg an sich, die Schlachten im Vordergrund, sondern der Krieg innerhalb einer Mannschaft, eines Schiffes. Ein Buch, das man gelesen haben sollte, um eine realistische Sicht auf diese Zeit zu bekommen.

Dies ist eine Rezension von

Cornelia Sibilitz

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