Romane Fantasy - Die Wächter von Astaria 1: Der letzte Paladin

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(Wertung in Punkten 1=Schlecht bis 10=Exzellent; 0=Ohne Wertung)

Art: Roman für Romane Fantasy; 475 Seiten; Hardcover;
Publikationsjahr: 2009
ISBN10:
ISBN13: 978-3-47335-287-6
Preis: 17 Euro
(ca. Preis, unverbindlich, ggf.gerundet)
Kontakt: Ravensburger


Verlagsinfo:
Unheilvolle Zeichen erschüttern die Bewohner von Astaria. Gestirne erlöschen und Sternenvampire gelangen auf die Erde. Diese Zeichen sind jedoch nur Vorboten des Meisters Astronos, einem gefallenen, ehemals sehr mächtigen Schöpfergeist, der droht die Welt zu vernichten. Nur der 17jährige Knappe Fabio aus dem Paladin-Orden kann ihn noch aufhalten.

Der 17jährige Fabio ist Knappe bei Ludovico, der wiederum ist ein Paladin vom Orden der Morgenröte. Fabio ist in seiner Ausbildung so weit fortgeschritten, dass er ebenfalls bald ein Paladin werden kann. Bevor es jedoch dazu kommt, muss er natürlich weiterhin die Arbeit eines Knappen leisten. Das fordert von ihm noch einiges an Geduld ab. Mit Ludovico befindet er sich auf einer Reise und bald erreichen die Burg da Vontafei an der östlichen Grenze Veneziens. auf der Vittore da Vontafei und die junge Celeste da Vontafei zu hause sind. Sie ist die Tochter des Barons und soll eine Novizin des geheimnisvollen Ordens der Sternenmystikerinnen werden. Fabio ist noch nicht lange Gast auf der Burg. Als er Celeste trifft ist er von ihr hin und her gerissen. Fabios bewundernde Blicke bleiben Raimondo nicht verborgen. Der Neffe des Barons Vittore da Vontafei ist schon seit langem ein Bewunderer der schönen Celeste. Er macht Fabio unmissverständlich klar, dass Mädchen gehört ihm. Und wenn sich Fabio ihm in den Weg stellt, dann hätte er mit entsprechenden Reaktionen von Raimondo zu rechnen.
Zur gleichen Zeit sitzen der Paladin Ludovico und der Baron Vittori zusammen, um sich über Gott und die Welt zu unterhalten, und auch über die ständigen Angriffe der Goblins, die langsam aber sicher überhand nehmen. Die Politik und die aktuellen Ereignisse stehen im Mittelpunkt. Vor allem, als sie sich über das Sternengefüge unterhalten, welches scheinbar durcheinander gekommen ist. Paladin Ludovico soll mit Begleitung Celeste zu den Sternenmystikern bringen, damit diese in den Orden eintritt. Weil das Zentrum der Sternenmystiker, Stella Tiberia, recht weit entfernt ist, ist eine schlagkräftige Truppe als Bewachung der Reisegruppe von Nöten. Weil sich der Paladin um die Sicherheit der Burg sorgt, reitet er mit den Kriegern des Barons aus, die Gegend zu erkunden. Kaum sind sie weg, wird die nun fast unbewachte Burg von Goblins in der Nacht angegriffen.
Der zurück gebliebene Fabio organisiert die Verteidigung, aber er erkennt schnell, dass er auf verlorenen Posten steht. Gemeinsam mit Celeste flieht er durch einen engen Tunnel. Celeste ist sehr betrübt. Ihr Vater opfert sich um die Flucht seiner Tochter zu ermöglichen. Fabio übernimmt die Rolle des Beschützers der Baroness. Den beiden Jugendlichen schliessen sich Arcrimboldo und Sylvana an, die als Gäste des Barons jedoch vor der Burg übernachteten und daher vom Angriff verschont blieben. Die gegenseitigen Sympathien halten sich in Grenzen. Trotzdem erkennen sie, sie sind aufeinander angewiesen und müssen ihr zusammenleben planvoll gestalten. Im Kampf gegen die Anhänger des Erzstellar Astronos müssen die Gefährten zusammenhalten, ja sogar zusammenraufen, um zu überleben und die Welt zu retten. Astronos stellt sich gegen die bestehende Weltordnung und bringt das bestehende Gleichgewicht ins Wanken, zu Gunsten des Bösen. Während seine Goblins noch im schlichten Zweikampf bekämpft werden können, sind die Sternenvampire nicht so leicht zu töten.

Thomas Finn ist ein vielseitiger Schriftsteller, der mit seinen Jugendromanen genau so zu überzeugen weiss, wie etwa mit der Erzählung der Gezeitenwelt. Während man im Ravensburger Verlag von Jugendfantasy spricht, benutzt man anderer Stelle den entsetzlichen Begriff All-Age-Literatur. Thomas Finn gelingt es, Jugendliche und Erwachsene gleichermassen mit seinen Büchern zu fesseln. Da benötigt man die englischsprachige Erfindung nicht, um sein Buch zu klassifizieren.
Seine neue Welt Astaria erinnert mich ein wenig an Mary Hoffman und ihre Stravaganza-Romane. Es ist ein leicht verändertes, lebendig beschriebenes Italien, dass mit vielen bekannten und bekannt klingenden Namen einen Wiedererkennungseffekt hervor ruft. Von denen Stenensee und Kometensee im Süden und Westen der Welt, den Dolomitischen Himmelsmassiv und den Goblinzähnen im Osten, entsteht ein neues, wundersames Land. Darin befinden sich ebenso wunderbare, renaissance angehauchte Städte wie etwa die Hauptstadt Stella Tiberia dem Sitz der Sternenmystikerinnen. Seine Personen sind lebendig beschrieben und wachsen den Lesern schnell ans Herz, zumindest die positiven Figuren. Er, der Autor, beschreibt aber nicht nur die handelnden Personen, sondern ihm gelingt es auch die Welt Astaria von Fabio und Celeste farbenfroh und abwechslungsreich zu beschreiben. Die Handlung selbst ist fesselnd geschrieben, ruhige Beschreibungen wechseln schnell mit rasanten Szenen. Trotzdem bleiben viele Geheimnisse weiterhin unentdeckt. Manch eine der Handlungsträger wirkt verschlossen, wenn es darum geht, ihn näher zu beschreiben. Das fördert die Spannung, die unaufhaltsam ansteigt, um schliesslich in einem guten Schluss zu enden. Ein temporeiches, spannendes und unterhaltsames Jugendbuch, welches man nicht mehr aus der Hand legen will, zumindest nicht, bis es zuende gelesen ist.

Dies ist eine Rezension aus
Der phantastische Bücherbrief
dem monatlich erscheinenden Newsletter vom Club für phantastische Literatur, Erik Schreiber.

Erik Schreiber vom Bücherbrief

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