Romane SciFi - Sternenschatten

Qualität Text: - | Qualität Optik: - | Nutzen/Spaß: - | Gegenwert: 8
(Wertung in Punkten 1=Schlecht bis 10=Exzellent; 0=Ohne Wertung)

Art: Roman für Romane SciFi; 605 Seiten; Taschenbuch;
Publikationsjahr: 2009
ISBN10:
ISBN13: 978-3-45352-553-5
Preis: 15 Euro
(ca. Preis, unverbindlich, ggf.gerundet)
Kontakt: Heyne


In der Zukunft entdeckte die Menschheit das Reisen im Weltall mit Überlichtgeschwindigkeit. Die Menschheit ist jedoch nicht allein in den Weiten des Kosmos. Sie entdeckt eine Konklave (= Ort der Papstwahl durch die Kardinäle) die einen Verband aus intergalaktisch aktiven Fremdrassen darstellt. Die Menschen sind jedoch die einzige Rasse¸ die in der Lage sind¸ die Überlichtgeschwindigkeit körperlich unversehrt zu überstehen und werden dazu zu einem Monopolisten für den Transport von Waren.
Held der Erzählung Pjotr Chrumnow ist ein solcher intergalaktischer Spediteur. Bei einer seiner Reisen findet er einen blinden Passagier an Bord. Dieser warnt ihn und damit die Menschheit vor anderen Fremden¸ die den Menschen ähnlich sind und ebenfalls die Überlichtreise beherrschen. Die Erde steht kurz vor der Vernichtung. Pjotr muss zum Kern der Galaxis vordringen¸ um dort die Zivilisation zu suchen¸ die als "Schatten" bezeichnet werden und die als Einzige der Konklave¸ die die Erde unterdrückt¸ die Stirn bieten konnte. Während die Geometer sich mit einer gemeinschaftlichen Gesellschaft profilieren wollen¸ stehen die "Schatten" für einen unbedingten Individualismus¸ bei denen der Einzelne Vorrang vor der Gemeinschaft geniesst.
Pjotr ist unterwegs und es ist sicherlich nicht einfach. Ein Weg¸ um etwas umzusetzen ist sicherlich¸ Saschka Dimitow aus einem Gefängnis zu befreien. Er braucht den Oberst¸ um zu verhindern¸ dass die starken Rassen die Erde vernichten. Aber das ist nur ein Teil dessen was er hinter sich bringen muss¸ bevor die starken Rassen die Erde erreichen und sie in ihre Gemeinschaft aufzunehmen. Bevor dies geschieht¸ muss Pjotr einige Abenteuer erleben¸ die ihn an den Rand der eigenen Leistungsfähigkeit treiben.

Sergej Lukianenko parodiert mit seinen Romanen einmal mehr die russische Gesellschaft und deren politische Führung. Dies geschieht vor allen in den sogenannten Geometern¸ deren Ideal der Kommunismus darstellt. Sergej Lukianenko verknüpft seine wissenschaftlichen Zukunftserzählung mit harscher Systemkritik. Dabei verzichtet er darauf¸ sie allzudeutlich werden zu lassen¸ um nicht in die aktuellen Mühlen des Staates zu geraten. Seine Zukunftserzählung ist weniger wissenschaftlich anzusehen¸ sondern eine gesellschaftliche. Er greift dabei auf Moral und Ethik zurück¸ prüft sie und verwirft sie. Ein toller Autor.

Dies ist eine Rezension aus
Der phantastische Bücherbrief
dem monatlich erscheinenden Newsletter vom Club für phantastische Literatur, Erik Schreiber.

Erik Schreiber vom Bücherbrief

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