Cthulhu - Horror im Orient Express 2: Paris/Alpen

Qualität Text: 10 | Qualität Optik: 10 | Nutzen/Spaß: 9 | Gegenwert: 8
(Wertung in Punkten 1=Schlecht bis 10=Exzellent; 0=Ohne Wertung)

Art: Abenteuer für Cthulhu; 160 Seiten; Softcover¸ Zugbegleiter¸ Handouts;
Publikationsjahr: 2004
ISBN10:
ISBN13: 978-3-93782-620-2
Preis: 25 Euro
(ca. Preis, unverbindlich, ggf.gerundet)
Kontakt: Pegasus Press
Homepage: www.drosi.de/to_pegasus.htm


Inhalt
Der zweite Teil der Orient-Express-Kampagne führt die Charaktere von Paris bis in die Alpen, genauer gesagt nach Lausanne. Band diente eher der Übersicht (für den Spielleiter) und brachte die Geschichte sozusagen ins Rollen, den Orient-Express haben die Charaktere in dem Band aber noch nicht betreten. In Paris angekommen, gilt es zunächst einige Abenteuer zu bestehen (in denen einer der Haupt-NPCs der Kampagne auftaucht), in denen die Art ihrer Suche deutlich wird, haben sie doch bisher nur vage Andeutungen bekommen. Es dürfte ihnen sogar möglich sein, das erste Teil des Artefakts zu bekommen, um das sich die gesamte Kampagne dreht. Zuviel möchte ich hier aber nicht verraten, da immer die Gefahr besteht, dass potentielle Spieler mitlesen, denen so der Spass am Szenario genommen werden würde.
Zusätzlich gibt es ein neues Szenario, dass im winterlichen Paris spielt und mit Kampagne an sich nichts zu tun hat – aber die Themen Romantik, Horror und Depression auf gekonnte Art und Weise verbindet und wert ist, mit den Spielern erlebt zu werden.
Irgendwann werden die Charaktere den Orient-Express besteigen und die Stadt an der Seine hinter sich lassen.
Nächster Halt ist Lausanne, wo die Gruppe weitere Hinweise bekommen kann, die ihnen bei der Jagd nach dem Artefakt hilfreich sein können. Dafür gilt es allerdings, sich mit einigen mehr als skrupellosen NPCs auseinanderzusetzen und schlussendlich sogar einen lebensgefährlichen Trip ins Traum-Lausanne zu unternehmen.
Auf der Weiterfahrt nach Italien kann das neue Szenario „Das Band der Welten“ eingeflochten werden, dass sich sehr schön um die Traumlande dreht und den Charakteren die Möglichkeit gibt, durch die Rettung eines Schriftstellers verlorene Stabilitätspunke wiederzugewinnen.
Damit endet bereits der Abenteuer-Teil des Bandes und die Regionalbeschreibungen beginnen. Angefangen natürlich mit Frankreich, geht es weiter nach Paris – der Stadt, um die sich in unserem westlichen Nachbarland beinahe alles dreht.
Bevor Lausanne dem geneigten Leser näher gebracht wird, erfährt die Schweiz eine detaillierte Vorstellung, dürfte sie doch vielen nur rudimentär („da gibt es Schokolade, Uhren und Banken“) bekannt sein. Aber schon die wechselhafte Geschichte des kleinen Landes ist sehr interessant und lässt das Land in einem ganz anderen Licht erscheinen.
Lausanne als Ort eines Szenarios wird danach natürlich ebenfalls beschrieben, wobei der Abschnitt recht kurz gehalten ist. Abgerundet wird das Kapitel über die Schweiz und Lausanne mit ein paar lokalen Märchen, die sich hervorragend als Aufhänger für ein cthuloides Abenteuer nutzen lassen.
Der übliche Anhang aus NPC-Statistiken und den vielen Handouts bildet den Abschluss des Buches.

Aufmachung
Wie schon beim ersten Band der Kampagne ist Pegasus’ Leistung auch hier ohne Fehl und Tadel; das hochwertig aufgemachte Buch kann auf ganzer Linie überzeugen. Sei es die übersichtliche Aufteilung des Buches, die zeitgenössisches (und wie immer stimmungsvollen) Fotografien oder die fehlerfreie Orthografie, hier stimmt einfach alles. Mit Liebe zum Detail, wie man so schön sagt.

Fazit:
Ein Fazit zu ziehen, fiel mir selten so leicht wie hier: wer durch Band 1 der Kampagne angefixt wurde und seine Runde mit dem Orient-Express durch Europa reisen lassen will, kommt um die Anschaffung des Buches natürlich nicht herum, wird dafür aber auch mit einem inhaltlich wie Aufmachungstechnischem erstklassigen Buch belohnt. Also alle Daumen hoch!

Lars Heitmann

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